Euer technophober Determinismus kotzt mich an (I)

9. August 2012

Schlagzeilen. Titelgeschichten. Man kann nicht mit’se, man kann nicht ohne’se. Und immer wenn Hitler grad nicht geht, kann man ja immer gut auf neueren technischen Entwicklungen rumhauen. Schließlich war früher alles besser.

Dabei sind manche alarmistischen Schlagzeilen so leicht zu entschärfen. So wie die des aktuellen „Stern“, der mir gerade an einem Zeitschriftenkiosk auffiel:

Screenshot: stern.de

Durch das simple Hinzufügen eines Halbsatzes nämlich ist jeder unbescholtene Bürger beruhigt. Immer online, aber sprachlos: Wie die digitale Welt unser Familienleben verändert, wenn wir uns wie komplette Deppen benehmen, was wir aber natürlich nicht tun.*

Echt jetzt. Ist doch ganz einfach.

* Wobei, „Stern“-Leser, …. Hm.

4 Antworten to “Euer technophober Determinismus kotzt mich an (I)”

  1. Kathrin Says:

    Hey Alex,
    klar, ich bin nicht unbefangen, da es um meinen Arbeitgeber geht. Aber kann ich dir in dem Fall absolut nicht recht geben. Die Überschrift ist nicht alarmistisch. Und der Text, der dahinter steckt, ist ein sehr persönlicher Artikel von einem Familienvater, der sich selbst kritisiert und absolut nichts am Internet verteufelt. Er beobachtet einfach nur sich selbst und sein Umfeld und hinterfragt es. Ich gehe davon aus, dass du den Artikel nicht gelesen hast. Dich dann aber darüber in deinem Blog aufzuregen, ist nicht unbedingt besser als vermeintlicher „Alarmismus“ von Medien. Und Jugendliche in dem Alter zwischen 10 und 18 haben wirklich ein anderes Mediennutzungsverhalten als du und ich es je hatten oder haben werden.
    Lies vielleicht nächstes Mal erst das, worüber du ablästerst, dann hat die Kritik wenigstens Substanz ;)

  2. Alex Says:

    Hallo Katrhin,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast in Vielem recht und hast mir damit wieder einmal bewiesen, dass es einfach keine gute Idee ist, Blogeinträge zu verfassen, wenn man sowieso schlechte Laune hat. Natürlich ist mein Beitrag in gewisser Weise auch alarmistisch/polemisch und nutzt die gleichen Mittel.

    Ich habe tatsächlich den Beitrag nicht gelesen, aber darum ging es auch nicht, es ging mir um das Titelbild. Das postuliert – im Gleichklang mit vielen anderen Titelbildern großer Nachrichtenmagazine – eine gewisse Technikfeindlichkeit, die zu großen Teilen der Volksmeinung entspricht und damit sicher Hefte verkauft. Nämlich: Das Internet macht uns „immer online – aber sprachlos“.

    Kann ja sein, dass der Autor des Beitrags das etwas differenzierter darstellt, aber mir geht es eben genau darum, diese Differenziertheit auch nach außen zu präsentieren: Das Internet ist das, was wir daraus machen. Nur weil wir online sind, heißt das nicht, dass unser Familienleben „sprachlos“ ablaufen muss. Da ist es auch egal, ob 12-18-jährige ein anderes Medienverhalten haben. Ich habe auch ein anderes Medienverhalten als meine Eltern, trotzdem kommen wir noch gut miteinander zurecht.

    Noch einmal: Es ging mir nicht um den Artikel, sondern um das „Evil Internet“-Cover. Aber das hätte ich vielleicht tatsächlich etwas substanzieller kritisieren können, da hast du recht.

    Liebe Grüße nach Hamburg
    Alex

    P.S.: Ich bin mit dem „stern“ aufgewachsen, die „stern“-Leser-Spitze war also durchaus auch selbstironisch gemeint.

  3. Kathrin Says:

    Hey Alex,

    klar, in einem Punkt gebe ich dir ja wirklich recht: Die meisten Medien sind extrem internet- und irgendwie auch technologiefeindlich. Wobei da die Zeit meistens noch sehr viel schlimmer ist als Stern oder Spiegel. In diesem Artikel ging es jetzt aber ausnahmsweise wirklich nur darum, dass viele Menschen nicht im richtigen Maß damit umgehen können. Und darin steckt auch ein Körnchen Wahrheit. Und der Artikel ist wirklich differenzierter und eher selbst- als netzkritisch. Naja egal. Ein Hoch auf das Internet! :)


  4. […] eher ein Analytiker, und wenn ich mal polemisch werde ende ich meistens damit, mich dafür auch ein bisschen zu entschuldigen), oder einfach an der üblichen 90/9/1-Kultur des […]


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