© Walt Disney Pictures

Captain America: The Winter Soldier wird derzeit für die Presse gezeigt und die ersten Reaktionen sind sehr positiv – unter anderem auch, weil das Ende des Films anscheinend einige Auswirkungen auf die Zukunft des Marvel Cinematic Universe, besonders in Avengers: Age of Ultron zu haben scheint. Inzwischen haben für Age of Ultron sogar bereits die Dreharbeiten begonnen, aber schon im vergangenen Juli haben die Regisseure von The Winter Soldier, Joe und Anthony Russo, einer Gruppe von Bloggern ein Roundtable Interview gegeben, in dem sie einige interessante Aussagen dazu treffen, wie es ist, in einer fortlaufenden Continuity wie dem Marvel Cinematic Universe zu arbeiten. Joe Russo erklärt:

the fun part of that, if you are a comic book geek like me, you get off on [easter eggs and connections]. That’s the exciting component of that, “What can we set up for the future?” And they’re constantly pitching out ideas that not only just effects your movie, but might also have a ripple effect in the other films, and Joss [Whedon] is reading the scripts, the Thor script and the Cap script, and going, “Okay, this is where I’m getting the characters and this is where I have to pick them up in the next movie.” So, it’s a a weird sort of, I don’t know, tapestry of writers and directors working together to create this universe. It’s sort of organic, it’s not structured.

Das im Endeffekt doch relativ wenig fest vorgeplant ist, scheint mir interessant, vor allem, wenn man bedenkt, dass Marvel ja auch noch eine Supra-Storyline über Thanos und die Infinity Gems aufbaut. Anthony Russo ergänzt an dieser Stelle, dass ihnen ihre Erfahrung mit metatextuellen, komplexen Fernsehserien wie „Arrested Development“ und „Continuity“ „Community“ ihnen gute Voraussetzungen lieferte. (Eine Verbindung, auf die ich vor einem Jahr zum ersten Mal hingeweisen habe.)

I think it comes very natural to us […], we played with a lot of foreshadowing and callbacks and […] tracking that stuff over a season of television, or multiple seasons, it’s just something [that] we’re sort of patterned for […] It’s like we sort of understand how you take a larger story and wrangle it into a moment, yet keep them connected.

Joe Russo weist zudem explizit darauf hin, wie wichtig die zentrale Figur von Studiopräsident Kevin Feige ist, um den Filmkosmos inhaltlich wie kommerziell zusammenzuhalten. Feige fungiert also als eine Art Showrunner und passt sich somit auch perfekt ins zunehmend mythologische Konstrukt ein, das um diese Aufgabe herum gebaut wird.

If you knew how difficult it is to line up those kinds of salaries, stars, get that material pushed through, have ownership of that material, have control of that material, quality control, to the extent that he did, it’s almost impossible.

Feige selbst geht schließlich in einem anderen Interview kurz auf die Verbundenheit der MCU-Filme mit der „Agents of SHIELD“-Fernsehserie ein. Wenig überraschenderweise trumpfen hier interne Konzernstrukturen nach wie vor das kreative Gewebe.

[T]he studio is not involved in the day-to-day of the show. Jeph Loeb and the TV division is overseeing that. But of course there’s crossover. I was just in a meeting with those guys and I’m about in two minutes to go back to a meeting with those guys to hear the overall picture and to, you know, to hear their ideas and how they deal with the events and Thor and the events of the Cap. Their ideas for season two, should there be one, to make sure they lead into Avengers and don’t … the key to that show, just like they key to all the movies is that, it has to stand alone. It has – if you stripped out all the connective tissue, is it worth watching? And it has to be – and then it’s all bonus and it’s all gravy when there’s that connective tissue.

Übrigens: Erstmals seit einer Featurette auf der Avengers-DVD stellt Marvel sein Worldbuilding auch mal wieder öffentlich in den Mittelpunkt. In einem Fernseh-Special namens „Assembling a Universe“, das am 18. März auf ABC läuft. Für mich bleibt zu hoffen, dass es eine nette Seele anschließend irgendwo online stellt.

It's all about the Pentiums, Screenshot, © Al Yankovic

Ende der 90er fing „Weird Al“ Yankovic mit seiner Parodie auf Puff Daddys „It’s all about the Benjamins“ den damaligen Zeitgeist der gegenseitigen Überbietung in Sachen Rechnerleistung perfekt humoristisch ein. In „It’s all about the Pentiums“ heißt es unter anderem

My new computer’s got the clocks, it rocks
But it was obsolete before I opened the box.
You say you’ve had your desktop for over a week?
Throw that junk away, man, it’s an antique.

Die Sängerfigur des Songs prahlt damit, dass er 100 Gigabyte Ram und einen 40 Zoll Monitor hat und disst sein Gegenüber mit den Worten „In a 32-bit world, you’re a 2-bit user“. Heute, 15 Jahre später, sind beide Daten gar nicht mehr völlig unmöglich (wenn auch für Heimsysteme eher unpraktisch und teuer), aber bei Desktop PCs und Laptops hat sich die Konversation ohnehin verlagert. Heute ist eben nicht mehr „all about the Pentiums“, mein fast vier Jahre altes MacBook ist für meine Zwecke heute fast noch so effizient wie beim Kauf. Die Zeit der Zahlenschlachten in der Heimcomputerwelt ist vorbei, ebenso wie die Megapixel-Schlachten in der Digitalkamerawelt.

Doch das heißt nicht, dass das Rennen um die Effizienz vorbei ist. Es ist nur umgezogen. Wahrscheinlich könnte man Yankovics Song heute über Smartphones singen – oder über Orte, an denen man es gar nicht vermuten würde, etwa Kompressionsraten.

HEVC, nonchalant

Als ich im vergangenen Herbst auf dem Beyond-Festival in Karlsruhe war, um mich über die neuesten Entwicklungen in Sachen 3D zu informieren (Ergebnis unter anderem nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von „epd film“), erwähnte einer der Redner dort, Ralf Schäfer vom Fraunhofer Henrich Hertz Institut, relativ nonchalant, dass ja nun auch ein neues Video-Format namens HEVC entwickelt worden sei, der einiges in Bewegung setzen dürfte.

Erst in späteren Recherche-Gesprächen wurde mir klar, wie wichtig HEVC werden könnte. „High Efficiency Video Coding“, wie das Kompressionsformat ausgeschrieben heißt, verbessert den bisherigen H.264/MPEG4 AVC-Standard, der für Bildkompression bei Bewegtbild eingesetzt wird, um das Doppelte. Es halbiert also die Datenmenge, die man braucht, um etwa ein Fernsehbild zu übertragen – bei gleichbleibender Qualität. Mit anderen Worten: SD-Auflösung wird quasi ein Pups in den Leitungen, die Übertragung von HD wird so einfach wie heute SD und UHD/4K-Übertragung wird auf dem gleichen Level möglich, wie HD heute.

Mein Fernseher, ein Gobelin?

„Wer will überhaupt 4K?“ mag sich der geneigte Leser jetzt fragen und in der Tat habe ich mich auch schon gefragt, wie viele Wanddurchbrüche ich machen müsste, um ein Display von der Größe eines Gobelins sinnvoll als Fernseher nutzen zu können. Aber diese Art von Effizienzgewinn bedeutet noch ganz andere Sachen als ein pures Mehr an Auflösung: Etwas so Datenlastiges wie Autostereoskopie (aka 3D ohne Brille) könnte endlich ein Thema werden und HFR (aka Hobbit-Vision) könnte sinnvoll diskutiert werden (es nervt euch vielleicht in Mittelerde, aber wie wäre es bei Sportübertragungen?). Es sind eben nicht die immer kletternden Zahlenwerte, die die entscheidende Power bringen – viel öfter sind es die cleverer werdenden Algorithmen, die plötzlich eine Verdopplung der Effizienz bringen, indem sie irgendwelche mathematischen Lücken ausnutzen. Als Laie kann man darüber nur ungläubig den Kopf schütteln.

Case in Point: „Joint Importance Sampling“, der Fachausdruck für eine neue Rendertechnik, die – zumindest behaupten das „io9“ und „fxguide“ – „eine neue Ära der Animation einläuten könnte“. Sie verfolgt grob gesagt Lichtpfade effizienter und rechnet nur jene Teile der Pfade in Bildpunkte um, die die Kamera wirklich sehen kann. So werden Renderzeiten enorm verkürzt und ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Revolution statt Evolution

Disney-Entwickler Wojciech Jarosz, dessen Team auch hinter „Joint Importance Sampling“ steht, hat in einer Rede, die er auf einem Render-Symposium in Spanien im Juni 2013 gehalten hat, dafür plädiert, beim Rendern von der Evolution zur Revolution zu wechseln, neu zu denken und nicht nur das Bisherige weiterzuentwickeln. Die Entwicklung des „Joint Importance Sampling“, die nur der Kamm einer größeren Welle zu sein scheint, zeigt also ebenfalls, dass man auch dort noch besser Algorithmen finden kann, wo man alle Möglichkeiten ausgereizt glaubte.

Gefährlich wird das ungläubige Staunen über solche Entwicklungen jedoch, wenn man versucht, das Prinzip aus der Welt der Chips und mathematischen Formeln auf andere Bereiche zu übertragen. Der Über-Effiziente Mensch endet im Burnout und im blinden Glauben an die ständige Verbesserung wird Moore’s Law plötzlich zu Moore’s Curse, wie der Umweltforscher Vaclav Smil etwa mit Blick auf die Energiewende festgestellt hat. Oder sind wir auch hier nur einem evolutionären Gedankengang verfallen? Vielleicht wartet hinter der nächsten Kurve doch noch die Neuentwicklung, die wieder einmal alles auf den Kopf stellt. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich darauf hoffe oder nicht.

The Wire gilt nicht nur bei „Entertainment Weekly“ gerne als beste Fernsehserie aller Zeiten. Die fünf Staffeln, in denen Schöpfer David Simon mit seinen Autoren und Schauspielern gemeinsam ein Sittengemälde der amerikanischen Stadt im anbrechenden 21. Jahrhundert zeichnet, verlangen einem zum Einstieg ein bisschen was ab, belohnen etwas Geduld dafür dann aber umso reichhaltiger mit großen Charaktermomenten und auf erstaunliche Weise zusammenlaufenden Fäden. Anfang des Jahres ist ein neues Buch zu The Wire erschienen – verfasst von Real-Virtuality-Gastblogger Martin Urschel. Deswegen habe ich ganz nepotistisch ein kurzes E-Mail-Gespräch mit Martin geführt.

Dein Buch beruht ja auf deiner Diplomarbeit. Wie wäre denn die Zusammenfassung im Stil der Seite Lolmythesis?

Watching The Wire won’t make you a better person, but it could make you want to change the world.

Ernsthaft – wenn jemand jetzt nicht ausgerechnet zu „The Wire“ und Gewaltnetzwerken recherchiert, warum könnte dein Buch trotzdem interessant sein?

Mein Buch beschäftigt sich mit zwei großen Themengebieten: Fernsehen und amerikanischer Gesellschaft. The Wire ist eine wunderbare Serie und ich würde sie jeder und jedem empfehlen, die oder der den Blick über den Tellerrand wagen möchte. Sie ist nicht ganz einfach zu Beginn, aber sie belohnt ein Publikum, das bereit ist, die ungewöhnliche Wege mitzugehen. Die Serie dient in meinem Buch als Aufhänger. Durch die Serie betreten wir große Debatten, nicht nur akademische, sondern auch politische Debatten: Wie ist eine friedlichere, freiere Gesellschaft heute denkbar? Um nicht weniger geht es mir und um nicht weniger geht es in der Serie. Die Serie stellt diese Frage auf eine sehr ungewöhnliche Weise. Die Erzählformen sind abseits dessen, was man von anderen Fernsehserien kennt.

Mich interessiert aber auch die Frage: Was können wir von der Art, wie The Wire erzählt ist, lernen über das Medium Fernsehen? Dafür verorte ich die Serie in der Fernsehgeschichte, schaue mir verschiedene Bewegungen an, die wir zur Zeit wahrnehmen können. Kino, Fernsehen und Internet wachsen zusammen, durchmischen sich einerseits, aber driften auch auseinander andererseits, weil sie versuchen, sich abzugrenzen. The Wire ist da ganz klar ein Produkt der Zeit, in der die Serie entstanden ist. Auf einem anderen Sender als HBO wäre sie wohl nicht so zustande gekommen.
Wer The Wire gar nicht gesehen hat und nicht sehen möchte, wird es mit dem Buch sicher schwer haben.

Ich erinnere mich, dass wir im Sommer noch drüber gesprochen haben, ob du deine Arbeit evtl. als eBook oder im Open Access-Verfahren veröffentlichst. Du hast dich im Endeffekt dagegen entschieden, kannst du sagen warum?

Für Open Access habe ich große Sympathie, ich mag diese Demokratisierung von Wissen und Ideen, wie beim „Project Gutenberg“ usw. Überhaupt, wie man im englischsprachigen Raum Urheberrecht organisiert hat, dass Inhalte nach einiger Zeit in den Besitz der Allgemeinheit übergehen, wenn nicht der Autor oder seine Nachfahren Anspruch erheben, das liegt mir näher als das elende deutsche Urheberrecht. Meine Entscheidung für die gedruckte Buchform hatte zwei Gründe. Ich wollte mir selbst auferlegen, noch einmal sehr gründlich das Buch zu überarbeiten, strukturell, inhaltlich und auch in der Form, so dass das Schriftbild einheitlich und klar ist. Dazu hätte mir bei Open Access Publishing sicherlich der nötige Druck gefehlt. Es ist komplizierter, aufwändiger ein gedrucktes Buch hinzukriegen, eine größere Hürde – aber irgendwie bedeutet es mir dann auch mehr. Auch schätze ich den Geruch und die Haptik von gedruckten Büchern. Jedem sein Fetisch …

Das Buch ist jetzt in einem durchaus angesehenen wissenschaftlichen Verlag erschienen. Könntest du nochmal kurz erklären, wie der Prozess ablief (weil das, glaube ich, vielen gar nicht so bewusst ist, wie der Wissenschaftsbuchmarkt im Endeffekt oft tickt)?

Zuerst wurde ich vom Herausgeber der Reihe, Prof. Dr. Norbert Grob, angefragt, ob ich meine Diplomarbeit in seiner Buchreihe „Filmstudien“ veröffentlichen möchte. Er hatte die Arbeit zuvor betreut, kannte sie also gut. Ich habe sofort zugesagt, er hat dann ein paar Punkte genannt, auf die ich bei der Überarbeitung des Textes achten solle. Daraufhin habe ich mich mit dem Verlag in Kontakt gesetzt und die haben mir genau erklärt, welche Vorgaben ich erfüllen muss, und welche Eigenbeteiligung an den Druckkosten ich auch zu tragen habe (falls es interessiert: mehrere hundert Euro). Von so einem Buch wird man also nicht reich, bestenfalls kann man die Eigenkosten refinanzieren, wenn wir es schaffen, mehr oder weniger die gesamte erste Auflage zu verkaufen.
Ich habe das Buch also nicht des Geldes wegen veröffentlicht, sondern um nicht für die Schublade geschrieben zu haben, und weil ich mir selbst zeigen wollte, dass ich die Willenskraft habe, diesen komplizierten Prozess zu bewältigen. Ich möchte auch gerne in einer gewissen Öffentlichkeit zu meinen Positionen stehen, die ich entwickelt habe. Das hat etwas mit Verantwortung-Übernehmen zu tun und ist ein kleiner Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung, hoffe ich.

Wenn du „The Wire“-Schöpfer David Simon mal persönlich treffen könntest, worüber würdest du dich gerne mit ihm noch unterhalten, was du im Buch für dich nicht klären konntest?

Eigentlich ist David Simon gar nicht so wesentlich für meine Analyse von The Wire. Ich zitiere ihn zwar mehrfach, aber die Serie spricht eigentlich komplett für sich, dafür braucht man nicht den Autor. Aber ich würde gerne mal mit ihm essen gehen und über seine Erfahrungen im Fernsehbusiness plaudern. Nachdem seine letzte Serie Tremé auf HBO nun zu Ende gegangen ist, bin ich gespannt, wie er sich weiterentwickeln wird.

Du beobachtest ja auch die Serienlandschaft generell. War The Wire da jetzt der Höhepunkt einer kurzen Glanzphase oder stehen uns weitere Meilensteine bevor? Wo liegen deine Hoffnungen?

Ich würde die Medienlandschaft gerade in einer Phase der kompletten Neuorientierung und Umstrukturierung sehen. The Wire hat uns da ein hervorragendes Beispiel gegeben, wie man diesen Wandel nutzen kann, um etwas ungewöhnliches auszuprobieren, die Grenzen des Möglichen neu zu stecken. Da dieser Wandel in der Technologie, in der Gesellschaft, in der Kultur und in den Erzählformen nicht umzukehren ist, wüsste ich nicht, wie das eine kurze Glanzphase wäre und nicht eine tiefschürfende und bleibende Veränderung. Ich erwarte ganz sicher weiterhin große Meilensteine, gerade im „Neuen TV“ (wozu ich auch Onlineformen zähle), das sich gerade erst entwickelt. Fernsehen ist in Zukunft vielleicht eher ein Ort für Experimente und ambitionierte Projekte als das Kino, wo der Trend dahinzugehen scheint, dass es eine immer größere Kluft zwischen Mega-Multiplex-Kinos mit herrlichem Spektakel und immer kleineren Programmkinos mit verrückten Nischenfilmen gibt. Das kontrastreiche Dazwischen, der Raum wo man gleichzeitig für viele erzählt und gleichzeitig Experimente wagen kann, das scheint mir immer mehr im Fernsehen stattzufinden. Aber wer kann das schon absehen?

Ich freue mich jedenfalls schon auf die neue HBO-Serie True Detective und auf die nächsten Staffeln Game of Thrones, auch wenn mich seit der zweiten Staffel das Maß an Sadismus in der Gewaltdarstellung abschreckt, die zugrundeliegenden Bücher setzen ihre Schwerpunkte da anders. Aber auch im deutschen Fernsehen tut sich einiges! Ich würde mich freuen, auch bei uns mehr eigentümliche Visionen von Filmemachern zu sehen, die es wagen, vom Kino einen Ausflug ins Fernsehen zu machen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen, eine Serie oder Miniserie zu entwerfen und zu betreuen. Es braucht hier auch ein paar starke Visionäre wie Simon, die Dinge möglich machen, statt immer nur dem hinterherzulaufen, was bereits möglich ist.

Und schließlich: Bitte erklär doch noch mal kurz, warum The Hobbit in zwei Filmen besser erzählt hätte werden können als in dreien und warum man das in The Desolation of Smaug so gut sieht.

Ganz einfach: Man merkt in Desolation of Smaug deutlich den Punkt, an dem der erste Film hätte enden sollen. Ursprünglich war das ja der Plan, so wurden die Drehbücher geschrieben, so wurden die Filme gedreht – erst im Schnitt kamen sie dann auf die Idee, irgendwie anders zu schneiden und dadurch drei statt zwei Filme zu machen. Es gibt gleich zu Beginn von Desolation das große Finale, das Unexpected Journey fehlte: Die Flucht in den Fässern. Dann hat die Geschichte einen Ruhe-Punkt erreicht, wo man einen gewissen Abschluss hat, und zugleich wissen will, wie die Geschichte ausgeht. Stattdessen endet Unexpected Journey irgendwo am Anfang des dritten Aktes, diese Szene mit den Bäumen und den Wargen wird unnötig aufgebläht, funktioniert aber nicht so recht als befriedigender Höhepunkt, nachdem man gerade die spektakuläre Orkstadt-Sequenz hinter sich gebracht hat. Unexpected Journey ist zugleich zu lang, weil er viele redundante und überlange Szenen hat, und zu kurz, weil er an einem ungünstigen Punkt endet.

Desolation beginnt dann mit dem Ende des ersten Teils, was ein komisches Gefühl gibt, dann wechselt der Film mittendrin die Tonart, wird ernster und langsamer. Ich mochte die Szenen in Laketown viel lieber als alles, was uns Jacksons Hobbit-Filme vorher präsentiert haben. Aber auch Desolation hört irgendwo mittendrin auf, da gibt es gar kein Gefühl von Abschluss, alles hängt in der Luft, einige Figuren plumpsen geradezu aus dem Film, mitten in einer Verfolgungsjagd. Das ist schlechter Stil. Auch wenn man einen Cliffhanger macht, sollte es einen gewissen Abschluss der Handlunsgbögen geben – man vergleiche das mit Empire Strikes Back oder Back to the Future 2, wo alle Konflikte des Films zusammengefaltet werden, aber eine grundsätzliche Rest-Spannung auf den abschließenden Teil verweist. Keiner der beiden Hobbit-Filme hatte ein solches Ende. Schade. Hoffentlich hat wenigstens der dritte Teil ein ordentliches Ende und mäandert nicht wieder so wie Return of the King seinerzeit.

„The Wire: Netzwerke der Gewalt“ ist im Nomos-Verlag erschienen, hat 104 Seiten und kostet 19 Euro. Zu kaufen bei Nomos oder bei amazon.de.

Wenn mich meine Kindheit eins gelehrt hat, ist es, dass lange Ansprachen vor der Vergabe von Geschenken selten auf großen Beifall treffen. In diesem Sinne versuche ich diese Vorstellung kurz zu halten:

Was wir auf unserem YouTube-Kanal veranstalten, könnte man als „Pauline Kael trifft Beavis & Butthead“ bezeichnen. Mit anderen Worten: extrem subjektive Filmkritik in Form von kleinen Videos mit ein wenig Fachwissen und einem Hang zur Albernheit. Das Projekt steckt noch in seiner Adoleszenzphase, wird aber im Laufe der Zeit über den Horizont der Filmkritik hinausblicken und versuchen auch Unterhaltsames und Wissenswertes aus der Filmgeschichte mit bewegten Strichmännchen zu illustrieren.

Aber jetzt zum wichtigen Teil: Wer nichts Selbstkreiertes zu verschenken hat, dem sei Jane Campions Miniserie Top of the Lake als Geschenkidee ans Herz gelegt. Und natürlich Herring-Kopf Lollipops! You know, for Kids! Frohe Feiertage wünschen David, Rune und Karsten.

(Karsten Munt)

Das „Beyond“-Festival in Karlsruhe ist wahrscheinlich das größte öffentliche Forum zum Thema 3D in Deutschland. Als es 2010 zum ersten Mal stattfand, lag die perfekte Stimmung in der Luft. Die Erinnerung an den Kassenerfolg von Avatar war noch frisch, Wim Wenders’ Pina war gerade erschienen und versprach einen Vorstoß der Ästhetik in den Arthouse-Bereich, die ganze Internationalen Funk-Ausstellung (IFA) sprach von 3D-Fernsehern. 3D-Enthusiasten wie „Beyond“-Gründer Ludger Pfanz vom Karlsruher Zentrum für Kultur und Medien strahlten es förmlich aus: Nach mehr als hundert Jahren als belächelte Jahrmarktattraktion wird sich Stereoskopie als Kunstform endlich emanzipieren.

Drei Jahre später hat das „Beyond“-Festival seinen Fokus deutlich erweitert. Gesprochen wird über 3D-Bilder in der Biomedizin und der Sprachpädagogik, über Simulationen und künstliche Intelligenz. Stereoskopische Bilder auf Kinoleinwänden und Fernsehern spielen nur noch am Rande eine Rolle. Bei der ersten Panel-Diskussion des festivalbegleitenden Symposiums sitzt Ludger Pfanz mit zwei einsamen Kämpen auf der Bühne. Und trotz des Themas „The Future of 3D“ wird wenig über 3D gesprochen, es geht eher um eine generelle Bestandsaufnahme der Produktionslandschaft.

Weiterlesen in epd medien 47/2013

© Disney

Wenn mich ein Thema umtreibt, aber ich mich nicht für fähig halte, alleine darüber zu reflektieren, suche ich mir einen Gesprächspartner. Zum Stand des „Marvel Cinematic Universe“ erschien mir Matthias Hopf die perfekte Wahl. Matthias hatte schließlich in seinem frisch relaunchten Blog „Das Film Feuilleton“ gerade erst eine Abrechnung mit dem Status von Marvels großem Transmedia-Experiment veröffentlicht, das sich inzwischen, nach dem Start von Thor: The Dark World und der ABC-Serie Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. mitten in der sogenannten Phase 2 befindet. (Leichte Spoilerwarnung für alle MCU-Filme bis einschließlich The Dark World)

Alex: Iron Man 3 und The Dark World sind an den Kinokassen extrem erfolgreich. Agents of S.H.I.E.L.D. hat ordentliche Quoten. Aber, Matthias, wenn ich das richtig verstanden habe, bist du von der Phase 2 des „Marvel Cinematic Universe“ enttäuscht, oder?

Matthias: Obwohl ich mich vor ein paar Monaten mit Iron Man 3 noch bestens unterhalten gefühlt habe, ist die Begeisterung für Phase 2 momentan auf ihrem bisherigen Tiefpunkt meinerseits angelangt. Natürlich verfolge ich immer noch mit viel Interesse die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich verheißungsvoller Querschläger wie James Gunns Guardians of the Galaxy, Edgar Wrights Ant-Man und auf Captain America: The Winter Soldier freue ich mich nach dem großartigen ersten Teil sowieso – allerdings ist rückblickend betrachtet in der zweiten Runde bisher sehr wenig Nachhaltiges passiert. Sowohl Iron Man 3 als auch Thor: The Dark World haben sich zugunsten kurzweiliger Blockbuster-Unterhaltung irgendwo im Nirgendwo des Mikrokosmos verlaufen, stets darauf bedacht, einander nur in puncto Gigantomanie zu übertreffen. Auch mit Agents of S.H.I.E.L.D. bin ich bis dato noch nicht so richtig warm geworden. Vieles läuft auf Autopilot, die mittlerweile etablierten Mechanismen greifen routiniert ineinander und am Ende rattert ein Standardprotokoll durch, das die wichtigsten Brotkrumen für den noch bevorstehenden Ausbau des filmgewordenen Comic-Universums streut. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Dennoch bin ich der Meinung, dass Phase 2 bisher viel Potenzial unangetastet gelassen hat und die bisherigen Vertreter eher unbeholfen auf dem schmalen Grat zwischen Eigenständigkeit und Franchise-Abhängigkeit balanciert sind.

Alex: Ich glaube ich stimme durchaus mit dir in der ein oder anderen Sache überein, aber lass mich einfach mal pro forma zum Advocatus Diaboli werden und die Sachen eine nach dem anderen durchgehen. Iron Man 3 zum Beispiel hat Iron Man doch quasi neu erfunden, das war doch sein großer Punkt. Tony ist relativ viel ohne Anzug unterwegs und der Film dreht sich nicht um eine so mechanistische Rivalität wie die ersten beiden Filme, sondern es ist persönlich. Dazu kommt dieser clevere Twist mit dem Mandarin und einige andere politische Seitenhiebe wie der Iron Patriot. Was kann man mehr wollen?

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Matthias: Die Neuerfindung von Tony Stark/Iron Man war an und für sich ein schöner Gedanke. Sowohl die Ereignisse in The Avengers als auch die eigenen Selbstzweifel sind stimmig zusammengelaufen, bis Shane Black außer den obligatorischen Ansagen – gebrochener Ritter ohne Rüstung – nichts mehr eingefallen ist. So eine richtige Charaktervertiefung war das nicht wirklich – eher ein Best of der Dinge, die wir an Tony Stark lieben. In ein paar Szenen blickt er sogar selbstkritisch in die Kamera, um sich schließlich wieder als Iron Man zu bekennen. Am Ende schließt sich also ein Kreis. Leider ist dieser Kreis auch nur ein überschaubarer. Sprich: Die Entwicklung des titelgebenden Protagonisten wurde mit lobenswerten Ansätzen eingeleitet, aber nicht sonderlich einfallsreich und konsequent durchgezogen. Eigentlich ärgerlich, dass Iron Man, trotz seines mittlerweile dritten Solo-Abenteuers, dem Figurentypus Superheld im 21. Jahrhundert keine neuen Facetten abgewinnen kann. Der Mandarin-Twist hingegen hat mir gut gefallen. Zumal er aus den eintönigen Marvel-Antagonisten heraussticht – selbst wenn nach der Enthüllung die politischen Seitenhiebe schnell im Spektakel der explodierenden Iron Legion untergegangen sind.

Alex: Oh, da hat am Ende definitiv zu viel gekracht. „How it should have ended“ hat doch sehr schön aufgeführt, warum diese Materialschlacht am Schluss sowieso völliger Blödsinn ist. Aber ich würde dir wirklich widersprechen, dass keine neuen Facetten offengelegt wurden. Klar, der Mythos vom Selfmade-Man wird weiter vorangetrieben und so weiter, aber ich hatte auch das Gefühl, dass der Charakter in Filmform auserzählt war. Eine radikale Abkehr vom bisherigen hätte ich sehr merkwürdig gefunden – man darf ja auch nicht vergessen, dass das Blockbusterkino ein paar Zugeständnisse verlangt, wie ein serielles Comic eben auch. Bei Thor: The Dark World, den ich ja vor allem ganz schrecklich uninspiriert inszeniert fand, fand ich die Weiterentwicklung zwar sichtbar – Thor macht eigentlich eine gute Persönlichkeitsreise durch und ist am Ende eben eigentlich weiser als sein weiser Vater, aber dafür war alles andere irgendwie so konfus. Ein ganz typisches Sequel, irgendwie, so wie Iron Man 2 – mehr ist mehr ist mehr – und dabei gerät die Beziehung zwischen Jane und Thor zum Beispiel völlig unter die Räder. Am Anfang wird ein Liebesdreieck mit Sif angedeutet, das dann einfach ignoriert wird. Ein ziemliches Kuddelmuddel, das Drehbuch, in der Hoffnung, alle zufriendenzustellen. Ist es das, was dich auch gestört hat oder Anderes?

© Disney

Matthias: „Ganz schrecklich uninspiriert inszeniert“ und „Kuddelmuddel“ sind schon ganz passende Umschreibungen. Da greift sogar der Iron Man 2-Vergleich, denn der war ein ganz schlimmer Franchise-Bastard – irgendwo zwischen Fortsetzung und Vorbereitung, aber in sich kein runder Film. Auch The Dark World schwankt unglücklich auf dem schmalen Grat dieser Ausrichtung. Letzten Endes war Alan Taylor diesem Balanceakt wohl kaum gewachsen. Am besten lässt sich das Tohuwabohu als willkürliches Stückwerk beschreiben, das erschreckend unmotiviert angerichtet wurde. Die von dir angesprochene Entwicklung hinsichtlich Thors Werdegang habe ich zwar entdeckt, so richtig mitgenommen hat mich das Schicksal des Donnergotts allerdings nicht. Der Film macht es einen dadurch, dass er unkontrolliert von Schauplatz zu Schauplatz springt und dem Zuschauer eine Handlung nach der anderen zeigt, regelrecht unmöglich, sich in die Thematik hineinzudenken. Selbst wenn mir einzelne Passagen aufgrund ihrer Stimmung und der zweifelsohne vorhandenen Dynamik im Ensemble gefallen haben, ist mir immer noch unklar, warum wer in welcher herum gehüpft ist. Zudem hatte ich oft das Gefühl, dass sich The Dark World ein bisschen für den eigenen Mikrokosmos schämt. Soll heißen, dass er es nicht wirklich ermöglicht, die vielen fantastischen Welten und Abenteuer zu entdecken und zu erleben. Alles wirkt wie ein kalkulierter Haufen aus dem großen Marvel-Topf: Austauschbar und uninspiriert. Und am Ende funktioniert er als Bindeglied genauso unausgegoren. Oder wo würdest du Thor: The Dark World (und die Rolle von Iron Man 3 und Agents of S.H.I.E.L.D.) im Marvel Cinematic Universe positionieren?

Alex: Ich muss zugeben, dass ich – egal wie unausgegoren die einzelnen Teile zum Teil wirken mögen – immer noch in Ehrfurcht vor dem großen Puzzle erstarre, das Kevin Feige und die Leute bei Marvel versuchen, zusammenzusetzen. Der Teaser nach den Main-on-End-Credits in The Dark World deutet an, dass das Ganze Konstrukt auf diese Infinity Gem-Geschichte hinausläuft, von der ich schon viel gehört habe. Auf diese Weise, in vielen kleinen Puzzlestücken, am Ende ein gigantisches Bild zusammenzusetzen, das ist schon etwas besonderes und ich hoffe sehr, dass sie auch dazu kommen, es zu vollenden und nicht vorher bankrott gehen. Wenn man noch die Tie-in-Comics zu den Filmen hinzunimmt, die streng genommen Teil des MCU sind, erklären sich zudem einige Lücken, die die Filme haben. Insofern bin ich bereit, bei den einzelnen Elementen Zugeständnisse zu machen. „Agents of S.H.I.E.L.D.“ ist sicherlich kein Meisterstück des dramatischen Erzählens im Fernsehen, aber ich weiß auch nicht, ob es das wirklich sein will. Die Serie ist ein Monster-of-the-Week-„Procedural“ wie es im Buche steht und die Charaktere wirken alle auf den ersten Blick relativ flach und bekommen erst im Laufe der Zeit ein bisschen Hintergrundgeschichte verpasst. Aber sie ist eben sehr plotgetrieben und deswegen muss sie wohl so funktionieren, schätze ich. Ich bezweifle sehr, dass die Whedons und Maurissa Tancharoen sich an Mad Men und Breaking Bad orientiert haben – und wenn wir ehrlich sind war Buffy anfangs und selbst Firefly (so sehr man es auch mythologisieren mag) nicht viel anders. Firefly war toll, weil es so Genre-bending war, aber die Charaktere waren jetzt auch kein Exempel für besonderen Tiefgang – zumindest nicht mehr als ihre Konterfeis in Agents of S.H.I.E.L.D.. Wenn es dann aber gelingt, wie in der für nächste Woche angekündigten S.H.I.E.L.D.-Folge einen Crossover mit The Dark World hinzukriegen, der wieder mal aufzeigt, dass das Universum, in denen sich diese Charaktere bewegen, größer ist als der Rahmen ihrer kleinen Fernsehserie, dann finde ich das einfach verdammt cool. Für Netflix wurden jetzt schon die ersten beiden Serien angekündigt und dieses Universum wird immer weiter wachsen. Das beeindruckt mich so sehr, dass ich dafür bereit bin, ein paar Flachheiten in Kauf zu nehmen. Zumal der Season-Plot für Agents of S.H.I.E.L.D. und der Trailer von Captain America: The Winter Soldier andeuten, dass eines der großen Themen von Phase 2 die Umkehrung der Rolle von S.H.I.E.L.D. sein könnte, die ja auch in den Avengers schon anklang – sie sind eben nicht uneingeschränkt die „Good Guys“ und vielleicht müssen sich die Superhelden im Endeffekt gegen S.H.I.E.L.D. wenden. Das wäre eine Wendung, die mir gefallen würde. Was wünscht du dir denn am ehesten für die Fortsetzung des MCU?

© Disney/ABC

Matthias: Ich bin hin und her gerissen: Einerseits wäre es mal wieder klasse, einen in sich stimmigen Film aus dem Marvel Cinematic Universe zu sehen. Auf der andererseits will ich jedoch auch mehr Vernetzung, da es aktuell vermutlich in keinem anderen Mikrokosmos derartige Möglichkeiten zur Interaktion auf der großen Leinwand gibt. Ich schließe nicht aus, dass beide Ansprüche in einem Film realisierbar sind – immerhin hat Joss Whedon in den Avengers mit seiner federleichten Regieführung demonstriert, wie die Essenz eines Comic-Universums in Filmform am besten funktionieren kann. Dennoch liest sich hinsichtlich solcher Erwartungen ein Film wie Thor: The Dark World als schlampiger Flüchtigkeitsfehler, der definitiv vermeidbar gewesen wäre. Außerdem: Mehr Experimentierfreude, Marvel und Disney! Die Marke ist etabliert und die Einspielergebnisse stimmen immer noch. Lasst bitte James Gunn und Edgar Wright ihre eigene Virtuosität mitbringen und ihre eigene Vision verwirklichen – selbst wenn dabei so ein schräger respektive erfrischender Film wie Kenneth Branaghs Thor herauskommt. Es wäre schade, wenn fortan jegliche Comic-Verfilmung als berechenbares Kalkül in die Kinos stürmt und im Grunde bereits seit dem ersten Trailer nichts Ergänzendes mehr zu erzählen hat. Wo, wenn nicht im Marvel Cinematic Universe, ist es denn momentan möglich, das Superheldentum von derartig vielen Seiten zu beleuchten und in all seinen Facetten zu präsentieren? Vor allem wenn parallel dazu vier Netflix-Serien inklusive zusammenführender Miniserie entstehen. Hier gibt es sowohl Platz für mitreißende Abenteuer als auch für die tiefgreifende Reflexion des eigenen Genres.

Alex: Auf „Mehr Experimentierfreude“ kann ich mich einigen. Marvel hat schließlich schon einmal etwas gewagt, als sie Tony Stark am Ende von Iron Man „I am Iron Man!“ sagen ließen und nach den Credits Nick Fury aus dem Hut zogen. Vielleicht ist das, was wir im Moment sehen, jetzt die Konsolidierung nach dem großen Experiment The Avengers. Ich hoffe mal, dass es spätestens mit Guardians of the Galaxy wieder nach vorne ruckt im MCU.

Matthias: Die spannende Frage ist, ob Marvel und Disney den Blick über den eigenen Tellerrand wagen und über ihren eigenen Schatten springen. Wenn allerdings eine Autorin wie Melissa Rosenberg engagiert wird, um die Marvel-Heldin Jessica Jones in ein serientaugliches Gewand zu pressen, muss ich leider zugeben, dass ich wenig optimistisch bin. Nicht zuletzt ist Rosenberg beispiellos daran gescheitert, Stephenie Meyers fragwürdigem Frauenbild in ihren Twilight-Adaptionen etwas Lobenswertes entgegensetzten. Mit solch einem Gedanken soll unser Gespräch allerdings nicht enden: Auf den Wintersoldat und allem, was dazugehört, freue ich mich wie verrückt!

Zum Start von Thor: The Dark World waren Matthias und ich natürlich nicht die einzigen, die sich Gedanken über den Stand der Dinge gemacht haben. Ein weiteres Gespräch zum Thema findet sich bei „The Dissolve“ und Devin Faraci hat bei „Badass Digest“ mal einen Vergleich mit DCs Aussichten gewagt.

© ZDF

Es ist wieder „Close up“-Zeit. Die aktuelle Sendung, die am Samstag in ZDFkultur Premiere hat (und bereits vorab in der Mediathek zu finden sein wird) enthält von mir unter anderem eine Kritik zur Beinahe-Monty-Python-Reunion A Liar’s Autobiography.

Die Sendung sollte eigentlich ein Animations-Special werden, doch leider hat uns das Kino einen Strich durch die Rechnung gemacht. Tarzan 3D wurde ins nächste Jahr verschoben und die Pressevorführungen von Cloudy with a Chance of Meatballs 2 wurden so nah an den Start des Films herangerückt, dass wir ihn nicht mehr vor Ausstrahlung sehen konnten. Geblieben ist die oben erwähnte Liar’s-Kritik und eine Gastkritik von Animationsregisseur Andreas Hykade, in der er pointiert über Balance von den Brüdern Lauenstein spricht – den Film, der ihn zum Trickfilm gebracht hat.

Bereits jetzt online ist unser übliches Bonusfeature „7 Fragen an Andreas Hykade„. Darin spricht er sehr offen über das Filmemachen allgemein, seine (merkwürdigerweise) kontroverse Schöpfung der Kinderserie TOM und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig und seine eigene Liebe zu Abstraktion und Rhythmus im Trickfilm. Für Animationsfans hoffentlich ein sehenswertes Interview.

Auf seiner Website kann man sich übrigens einige von Hykades Filmen in voller Länge anschauen. Ich mag seinen Stil, der eine naiv-kindliche Linienzeichnung mit teilweise sehr grimmigen Motiven verbindet (einem Massenpublikum bekannt geworden durch das Musikvideo „10 Kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen). Am besten aber gefällt mir sein jüngster Film Love and Theft, ein sechsminütiger Parforceritt durch die Animationsgeschichte mit allen psychedelischen Mitteln des Mediums. Reinklicken lohnt sich!


„Close up“ läuft am Samstag, 19. Oktober, um 22.45 Uhr in ZDFkultur. Die Wiederholung in 3sat ist am 29. Oktober um 21.45 Uhr. Oder in der Mediathek.

© ZDF/Uwe Frauendorf

Es muss schon eine ganze Menge passieren, um mich dazu zu bringen, mal wieder reguläres Fernsehen zu gucken. Aber als ich vor ein paar Monaten in meinem Haussender ZDF (für den ich als Redakteur arbeite) von einem Kollegen erfahren habe, dass es im Herbst eine Crossover-Woche der fünf SOKO-Reihen geben würde, war ich sofort Feuer und Flamme. Dass ich Fan von Shared Universes bin, ist eins der Hauptthemen dieses Blogs, und natürlich freue ich mich zusätzlich darüber, dass hier auch insofern etwas für die deutsche Serienlandschaft Ungewöhnliches passiert, weil tatsächlich mal ein Serienplot über mehrere Folgen hinweg getragen wird, während dennoch jede SOKO ihren eigenen Fall zu bearbeiten hat.

Einen ersten Eindruck des Ergebnisses konnte ich mir über einen Trailer bereits verschaffen und ich muss sagen, dass ich handwerklich sehr beeindruckt bin. Natürlich werden die üblichen Knöpfe des Vorabend-Krimigenres („routinierte Fließbandproduktion – Werberahmenprogramm halt“ –TV Spielfilm) gedrückt – SOKO ist nunmal nicht The Wire – aber die Verzahnung der einzelnen Stories funktioniert hervorragend und die Spannung der Fall-Schnitzeljagd durch Deutschland wird von SOKO zu SOKO erfolgreich aufrechterhalten. Und da die einzelnen Teams bevorzugt per Videochat miteinander kommunizieren, ist auch der Vernetztungs-Idealist in mir zufrieden.

Von der transmedialen Umspielung des Crossovers im Netz will ich an dieser Stelle noch gar nicht zu viel berichten. Aber mir wurde vor kurzem ein Link zu diesem Tumblr geschickt.

Für ein solches Projekt muss man loslassen können und sich gegenseitig informieren – was bedeutete, dass jeden Tag mindestens 25 Mails an einen Verteiler mit 30 Leuten versendet wurde, auf die mindestens fünf Antworten folgten. […] Summa summarum: fünf SOKOs, acht Tote, vier Autoren, fünf Regisseure, vier Produktionsfirmen mit fünf Produzenten, acht Redakteure für einen Fall in 5 x 43-einhalb Minuten

schreiben die Redakteure in der Einleitung des Pressehefts. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich das mal anzugucken! Und weil ich das ganze sehr faszinierend finde und ja quasi direkt an der Quelle sitze, will ich auch versuchen, für „Real Virtuality“ noch mit einigen Menschen hinter den Kulissen Interviews zu führen. Mal sehen ob das klappt.

Das große SOKO-Crossover „Der Prozess“ läuft ab 30. September 2013, Montag bis Freitag jeweils um 18.05 Uhr im ZDF. Am 5. Oktober 2013, 20.15 Uhr kommen alle fünf Teile nonstop auf ZDFneo. In der ZDF-Mediathek werden die Folgen ebenfalls abrufbar sein.

Übrigens: Zumindest für die SOKO Leipzig ist „Der Prozess“ nicht der erste Crossover.

ZDF/Thilo Stock

„Mexiko Real“ heißt unsere kurze aber feine Filmreihe bei 3sat diese Woche. Neben dem rohen Mittendrin-Dokumentarfilm Mitote von Eugenio Polgovsky, der das Treiben auf dem Zócalo vor dem Eröffnungsspiel der WM 2010 einfängt, zeigen wir die Filme La Misma Luna und La Zona, die sich jeweils mit Immigration und sozialer Ungerechtigkeit beschäftigen, sowie – als deutsche TV-Premiere – das Thrillerdrama El Traspatio (unter seinem etwas reißerischen deutschen DVD-Titel Das Paradies der Mörder).

Mein persönlicher Höhepunkt ist aber der Eröffnungstanz der Reihe, eine „Kennwort Kino“-Doku, die so heißt wie die Reihe und für die mein Kollege Maik Platzen (der ja dieses Jahr auch schon David Cronenberg treffen durfte, wie ich natürlich völlig ohne Neid bemerke *gnarf*) eine Woche in Mexiko unterwegs war, um dort mit vielen interessanten aktuellen Akteuren des mexikanischen Kinos zu sprechen.

Und weil von einem so langen Dreh am Ende immer nur ein kleiner Fetzen tatsächlich im Fernsehen landen kann, haben wir auch diesmal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und insgesamt fünf vollständige Interviews online gestellt. Gael Garcia Bernal spricht über seine Karriere und das „Ambulante“-Dokfilmfestival, das er mitbegründet hat. Carlos Reygadas, der selten Interviews gibt, erzählt unter anderem von seinem jüngsten Kunstwerk Post Tenebras Lux. Amat Escalante, der mit Heli dieses Jahr nicht nur in Cannes Preise gewonnen hat, kommt ebenso zu Wort wie Laura Santullo, Drehbuchautorin von La Zona. Ergänzend gibt es ein Interview, das in der Doku gar nicht auftaucht, mit Paula Astorga, der Direktorin der „Cineteca Nacional“.

„Mexiko Real“ startet am Dienstag, 20. August, mit der gleichnamigen „Kennwort Kino“-Sendung, die anschließend auch in der Mediathek abrufbar sein wird, ebenso wie der Auftaktfilm Mitote. Die Interviews sind bereits jetzt online.

© Concorde Filmverleih

The Company You Keep

In Robert Redfords neuem Film The Company you Keep kommt das Internet exakt viermal vor. Zweimal als lakonischer Kommentar auf unsere Zeit. Nachdem Shia LaBeoufs junger Journalist seine Ex-Flamme (Anna Kendrick) nach Informationen gefragt hat, sagt sie „Why don’t you go home and tweet about it?“ Und als Robert Redford einen alten Weggefährten, der mittlerweile Collegeprofessor ist, fragt, wie seine Studenten und Studentinnen reagieren, wenn er Plädoyers für Freiheit und Aktivismus hält, sagt dieser, sinngemäß: „Sie hören aufmerksam zu, doch dann aktualisieren sie ihren Facebook-Status und alles ist vergessen.“

The Company You Keep ist durchzogen von ähnlichen Abgesängen auf das Jetzt und Beschwörungen des Damals. Die knapp Siebzigjährigen, die den einen Handlungsstrang des Politthrillers bevölkern, erweisen sich ein ums andere Mal als besser vernetzt und ideologisch wahrhaftiger als ihre Verfolger beim FBI – obwohl in ihrer Mitte ein Mord steht. In der Parallelhandlung entdeckt Shia LaBeouf, was harte Recherche der alten Schule bedeutet, nachdem zuvor mehrfach mehr oder weniger subtil darauf hingewiesen wird, dass der Journalismus im Sterben liegt. (Chefredakteur Stanley Tucci: „Ich musste gerade die ganze Sportabteilung feuern!“)

Google statt Telefonbuch

Im Rahmen von LaBeoufs Recherche finden auch die anderen zwei Internetnutzungen des Films statt. Einmal googelt der junge Besserwisser den Namen einer Figur, um deren Adresse zu erfahren, ein anderes Mal lässt er sich von Google Maps eine Route berechnen. Beides also Dinge, die er theoretisch auch mit nichtdigitalen Werkzeugen (Telefonbuch und Routenatlas) hätte erledigen können. Die Aussage scheint klar: Das Internet kann ein nützliches Werkzeug sein, ein wertvoller Beitrag zu unserer Kultur ist es nicht.

Nun mag The Company You Keep ein schlechtes Beispiel sein, weil das explizite Thema des Films die Aufarbeitung von Vergangenheit ist und seine Protagonisten in ebenjener leben. Doch fragen wir uns mal ernsthaft: Wann haben wir im Kino zuletzt einen Film gesehen, in dem das vernetzte Leben, das für viele Menschen Realität ist, tatsächlich eine Rolle gespielt hat? Ich rede eben nicht von Adressen oder Begriffen googeln, wie man es immer wieder sieht, wenn Charaktere mal einen Computer benutzen. Sondern von andauernder Kommunikation mit einem Haufen Menschen auf der ganzen Welt via Instant Messenger oder WhatsApp, von „Ich guck kurz in Wikipedia nach“, wenn man sich bei einer Sache nicht sicher ist (ich habe dafür den wunderbaren Begriff „wikifizieren“ gelernt), von Neuigkeiten, die man über Facebook erfährt, von Skype-Unterhaltungen und Farmville, von Cloud Backups und Instagram-Fotos, Foursquare-Checkins und viraler Verbreitung von Blogposts und Katzenvideos.

(Dieses Blog heißt übrigens „Real Virtuality“, weil ich Virtualität eben für etwas völlig Reales halte, und nicht für etwas Ungreifbares, Flüchtiges, wie es Medien und Meinungsmacher immer wieder gerne behaupten.)

© Sony Pictures

Skyfall

Bildschirmleute sind langweilig

Der ideologische Impetus, den man im Film von Redford (*1936) und seinem Autor Lem Dobbs (*1959) spüren kann, kann nur ein Grund dafür sein, dass all die oben genannten Nichtigkeiten, die inzwischen unser Leben bestimmen, im Kino in der Regel nur eine Randnotiz sind. Der andere Grund ist, dass das Internet so erschreckend un-cinematisch ist. Menschen, die über längere Zeiträume vor Computern sitzen, abgefilmte Bildschirme – es gibt kaum etwas Langweiligeres. Deswegen denken sich Filmemacher als Repräsentation der vernetzten Welt noch immer visuelle Sperenzchen aus, von Kommandozentralen voller blinkender Lichter und Gizmos wie Ben Whishaws peinlicher digitaler Wollknäuel-Entwirrung in Skyfall bis hin zu vollsimulierten virtuellen Welten in den diversen Ablegern von Tron. Alternativ lassen sich Filme über die Akteure des Internets machen, von The Social Network und The Fifth Estate bis hin zu The Internship.

Jochen Jan Distelmeyer stellte 2007 schon Ähnliches in einem „epd Film“-Artikel über Handys im Film fest: „Wer […] vom klassischen Horror der Verlorenheit und des Ausgeliefertseins erzählen will, muss nun in Drehbüchern Handys verschwinden lassen, Akkus den Saft abdrehen oder – besonders beliebt – irgendwen ‚Scheiße, kein Netz!‘ rufen lassen.“

Handys sind inzwischen im Kino allgegenwärtig geworden und werden fest in die Handlung mit eingebacken. War das Jederzeit-Erreichbar-Sein früher ein Graus für Drehbuchautoren, die Charaktere im Unwissen übereinander lassen wollten, ist heute die Handykultur, inklusive Nebeneffekten wie der Tatsache, dass jeder Mensch immer einen Fotoapparat dabei hat, fest in Krimis, Thrillern, RomComs und Horrorfilmen verankert und wird sehr kreativ ausgeschöpft. Ein Film wie Rodrigo Cortés‘ Buried handelt auch von einem Mann, der 90 Minuten lang telefoniert. Im Finale von Chronicle entsteht der Wow-Faktor durch das Nutzen der unzähligen Handykameras, die auf den Showdown gerichtet sind.

Mobiltelefone gibt es jetzt schon eine ganze Weile. Braucht das Kino einfach nur noch ein bisschen Zeit, um die alltägliche Internetvernetztheit in seine Plots zu integrieren? Oder werden wir noch lange mit Movie OS-Varianten leben müssen?

Das Fernsehen als Pionier

Es geht auch anders: Distelmeyer betont in seinem Handyartikel, dass das Fernsehen als Pionier in der Ubiquitarisierung (hui, großes Wort) eine wichtige Rolle gespielt hat. Serien wie „The Wire“ und „24“ hätten geholfen, Mobiltelefone zu Playern statt Hindernissen beim Plotten von spannenden Geschichten zu machen. „’24‘ könnte ohne Mobiltelefon nicht existieren, sein Tempo baut auf die von Marshall McLuhan postulierte Weltvernetzung (und hat gleichzeitig Angst davor) und gibt ihr mit dem Handy ihr Symbol beziehungsweise ihre Waffe“, schreibt Distelmeyer.

Mike Case hat in seinem Artikel „House of SIM Cards“ etwas Ähnliches für das Schreiben von Textnachrichten und anderen Smartphone-Aktionen in „House of Cards“ festgestellt:

These people — politicians, journalists, artists — are tied to their mobile devices for work and play, and the show doesn’t try to gloss over it. No generic devices, no imaginary apps. These are iPhones and BlackBerrys and the characters use them just as incessantly as us. […] Technology drives the plot in House of Cards, bringing the characters together when they couldn’t otherwise be, allowing them to communicate in dangerously casual ways, and reinforcing hierarchy in the setting.

© CBS

„Community“

Hashtags als Nebenbei-Gags

Und tatsächlich scheint das Fernsehen dem Kino hier ein bisschen voraus zu sein. Auch Comedy-Serien über meine Generation, wie „The Big Bang Theory“ oder „New Girl“ haben – bei aller komödiantischen Übertreibung – das Internet fest in die Leben ihrer Charaktere integriert. Manchmal als Motor des Plots, wie wenn Sheldon „Words with Frieds“ gegen Stephen Hawking spielt, manchmal aber auch nur als Nebensächlichkeit, etwa wenn Nick durch typische Online-Prokrastination davon abgehalten wird, seinen Zombieroman zu schreiben. Den Comedy-Orden in dieser Hinsicht hat sicherlich „Community“ verdient, wo sogar Hashtags in Nebenbei-Gags verbraten werden. Eine wunderbar liebenswerte Karikatur eines modernen Anhängers von Internet-Eitelkeit findet sich auch bei „Parks and Recreation“ – in Gestalt von Aziz Ansaris Tom Haverford, der eine Technik-Krise bekommt, nachdem ihm ein Richter das Handy wegnimmt, weil Tom sogar seinen eigenen Autounfall live per Twitter kommentiert hat.

Neal Stephenson hat in seinem jüngsten Roman „REAMDE“ ausgetestet, wie das Internet einen großen Teil einer Thrillerhandlung beherrschen kann. Der Roman spielt zum Teil in einem Online-Rollenspiel, doch das ist beinahe nur eine Nebensache für einen Plot, in dem die ständige Vernetzung der Charaktere untereinander eine entscheidende Rolle spielt. Die Hauptfiguren werden im Laufe der Ereignisse von den USA nach China und zurück gespült, es fehlt „REAMDE“ nicht an kinetischer Energie in der stofflichen Welt, aber dennoch spielen viele Szenen in Internet-Cafés oder an Laptops. „REAMDE“ wird, wen wundert’s, für’s Fernsehen adaptiert (zum Glück, der Schinken hat 1000 Seiten).

„Throughout House of Cards, we are reminded that how we communicate and how we consume information is part of who we are“, heißt es zum Abschluss in Cases Artikel. Es wird Zeit, dass diese Weisheit auch im Kino Fuß fasst. Wir brauchen Filme, in denen das Internet genau die Rolle spielt, die es auch in unserem Leben inzwischen spielt. Und nicht nur Mittel zum Zweck für abfällige Bemerkungen über die schneller und (angeblich) dümmer werdende Welt ist. Nur ob Shia LaBeouf dafür als Gallionsfigur taugt, das ist fraglich.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.