© Warner Bros.

Als gestern mal wieder ein neuer Trailer für das Godzilla-Remake veröffentlicht wurde, das im Frühsommer unsere Kinoleinwände besuchen wird, konnte man Teile des Internets regelrecht vor Freude quietschen hören. „If there’s anything better than the new international trailer for ‚Godzilla,‘ we don’t wanna know about it“, schreibt „The Wrap“. „This is the kind of tentpole we can get behind“, meint sogar „IndieWire“. Auch Sascha von „PewPewPew“ ist vorsichtig optimistisch, trifft aber vor allem mit diesem Satz den Nagel auf den Kopf: „Ich muss wirklich sagen, dass Godzilla die seit Langem beste Marketing-Kampagne für einen Hollywood-Film hat.“

Was macht der Godzilla-Trailer richtig? Vor allem zeigt er natürlich nicht sehr viel vom Titelstar des Films. Stattdessen arbeitet er mit einem Gefühl der Bedrohung, das im Blockbuster-Zeitalter schon dutzende Monster- und SF-Filme, von Independence Day bis Cloverfield für sich nutzen konnten. Cinephile erkennen darin natürlich ein Echo von Monsters, dem ersten Kinofilm des Godzilla-Regisseurs Gareth Edwards, der seinem Titel zum Trotz erst ganz zum Schluss vollständige Aliens zeigt. Es ist auch interessant, wie das Szenen- und Kostümdesign von Godzilla subtil Anklänge an die SF- und Action-Welten der 70er und 80er sucht, jene Dekaden, die inzwischen von Generation X-ern endlos zum golden Zeitalter des Krachbummkinos mythologisiert wurden. Und Edwards füttert dieses Gefühl natürlich, wenn er in Interviews zum Beispiel davon spricht, dass er Akira von 1986 für einen der visuell eindrucksvollsten Filme überhaupt hält. Drittens ist Bryan Cranston quasi der Erzähler des Trailers – und wenn es eins gab, was Geeks aller Couleur in den vergangenen paar Jahren dazu gebracht hat, ihre Fehden hinter sich zu lassen, dann war es Breaking Bad.

Eine Pause vom Overkill

Mit anderen Worten: Der Trailer verspricht etwas anderes, als das, was uns in den vergangenen Jahren endlos serviert wurde. Er verspricht, genau wie sein Regisseur, irgendwie eine Pause vom Overkill. Und weil es nach dem letzten Sommer en vogue ist, Overkill nicht mehr gut zu finden, fressen die Fans der Kampagne natürlich aus der Hand.

Sam Adams hat im Blog „Criticwire“ im vergangen Jahr einen kleinen Artikel geschrieben über die Vorab-Hype-Kultur, die uns das Comic-Kino gebracht hat. Auch Matt Singer hatte ein Jahr zuvor schon mal die „perpetual Sneak Preview Culture“ bemerkt. Da ein Film heute nicht mehr die Zeit hat, seine Einnahmen über einen längeren Zeitraum durch einen guten Leumund zu sammeln, sondern möglichst am Eröffnungswochenende die Kassen füllen muss, ist das Geschäft mit der Antizipation zum bestimmenden Element modernen Filmmarketings geworden. Post-Credits-Stingers, Comic-Con-Ankündigungen und die Trailer-Hype-Kultur des Internets führen unweigerlich zu dem zentralen Satz aus einem Tweet von Scott Renshaw, den Adams in seinem Artikel zitiert: „Potential is always more interesting than what’s actually happening right now.“

Hollywood steht im Weg

Und genau deswegen gehe ich fest davon aus, dass Godzilla die Zuschauer, die sich jetzt am meisten darauf freuen, enttäuschen wird. Warum? Hollywood. Nach den neuen Regeln des Blockbusters kann er gar keine erdige Reminiszenz an die 80er sein, und erst recht kein Arthaus-SF wie Monsters – nicht mit einem Budget von 160 Millionen Dollar. Noch dazu ist Gareth Edwards nicht gerade ein Regisseur mit etabliertem Standing, der seine eigene Vision kompromisslos durchdrücken kann. Und schaut man sich die Plot-Synopsis an, geht es ja wohl schon in diesem Film gleich mit einem Battle of Awesome los, in dem Godzilla direkt gegen diverse andere Viecher antreten darf. Mag sein, dass ich mich völlig irre, aber im Moment höre ich eher den Overkill trapsen als die vorsichtigen Schritte eines Charakterdramas mit Monsterbeilage.

The Wolf of Wall Street war nicht jedermanns Sache. Meine zum Beispiel nicht. Doch da ich die Gelegenheit hatte, nach dem Kino noch mit zwei Kollegen kurz über den Film zu sprechen, wusste ich direkt, dass ich mit dieser Meinung nicht überall auf Zustimmung stoßen würde. Lukas Foerster und Ekkehard Knörer ging es anscheinend ähnlich. Die beiden fingen auf Facebook an, ihre konträren Meinungen zum Film auszutauschen und entschieden sich schließlich, ihre Diskussion in Gänze bei „Cargo“ zu veröffentlichen. Das Ergebnis ist faszinierend zu lesen: Zwei Menschen wechseln höchstkluge Argumente – und am Ende darf man sich selbst irgendwo dazwischen positionieren.

Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob das so selbstverständlich ist. Kritik, so scheint es mir doch meistens, ist traditionell nach wie vor etwas, was alleine geschmiedet wird. Der Kritiker, die Kritikerin erfassen das Objekt, das sie konsumieren wollen, sie ordnen es ein, bilden sich eine Meinung und gießen diese Meinung dann in Worte. Diese Worte werden dann auf die Welt losgelassen, man darf dann auch auf sie reagieren – aber es ist nicht selbstverständlich, dass ein Kritiker oder eine Kritikerin sich die Blöße gibt, noch nicht in Stein gemeißelte Ideen in den Ring zu werfen, um sie mit anderen zu diskutieren.

Ein Mehrwert für alle

Kritikerinnen und Kritiker, die den Mut haben, ihre Ideen anderen im Gespräch gegenüberzustellen und damit im Zweifelsfall Gefahr laufen, von den Ideen ihres Gegenübers erdrückt zu werden, schaffen für alle Beteiligten einen Mehrwert. Sie selbst werden gefordert, ihre Eindrücke gegenüber Fachgenossen zu verteidigen. Und die Lesenden bekommen auf einen Schlag gleich ein Spektrum von Meinungen, in dem sie sich orientieren können.

Ich will dem Internet nicht die Ehre zuschieben, in diesem Bereich irgendetwas erfunden zu haben. Die Fernsehsendung „At the Movies“ — für US-Amerikaner, die in den 80ern und 90ern groß wurden quasi die filmische Früherziehung — hat in dem Format Geschichte geschrieben. Auch Podiumsdiskussionen und andere Dialogveranstaltungen haben Tradition. Und Dialoge als Textform gehören mit ihren antiken Vorbildern schließlich an den Anfang aller westlichen Gedanken.

Ich glaube aber doch, dass die vernetzte Welt ihren Teil dazu beigetragen hat, der dialogischen Kritik neuen Antrieb zu geben. Denn schließlich ist das Internet, das „Web 2.0“ allemal, im Grunde eine einzige „Conversation“, wie schon das Cluetrain-Manifest behauptete. Es lebt davon, dass man aufeinander reagiert, ins Gespräch kommt, Impulse abgibt und anderswo aufnimmt. Das kann nebenbei geschehen – in Kommentarthreads unter Blogs oder auf Facebook, in Twitter-Hin-und-Hers – oder ganz geplant, wie im Ur-Webformat Podcast, aber es zeigt auf jeden Fall Wege auf, auf die sich gerade die Filmkritik meiner Ansicht nach ruhig viel öfter verirren könnte.

Kleine Topologie des Filmgesprächs

Wie kann ein Filmgespräch praktisch aussehen? Für den Anfang ist der oben genannte Foerster/Knörer-Weg vielleicht der einfachste. Treibt einen ein Film oder ein Thema um, suche man sich einen Kollegen oder eine Kollegin, der man vertraut und auf deren Meinung man etwas gibt und tauscht Argumente aus. Ich habe das hier im Blog auch schon versucht – allerdings waren die Meinungen in diesen Gesprächen weniger konträr. Es gibt auch ein deutschsprachiges Blog, dass sich nur dieser Form verschrieben hat.

Hat man mit einem Gleichgesinnten erstmal eine gewisse Sicherheit im Gespräch erlangt, kann ein Gast das ganze sehr gut aufmischen. So funktionieren nicht wenige Podcasts, nicht zuletzt die Folge von „Kontroversum“, die mich auf den „Cargo“-Artikel gebracht hatte. Auch der „/filmcast“ oder „The Golden Briefcase“ arbeiten gerne mit dem „Zwei plus Eins“ Prinzip.

Die nächste Stufe ist dann eine größere Runde, in der das Thema reihum gereicht wird. Hier ist schon etwas mehr Konzentration vonnöten, weil am Schluss des eigenen Beitrags möglichst immer noch ein Anknüpfungspunkt für den nächsten Redner gegeben werden sollte, um es der Leserin leichter zu machen. Das regelmäßige Feature The Conversation von „The Dissolve“ funktioniert so und auch mein filmjournalistisches Highlight eines jeden Jahres, der „Slate“ Movie Club, in dem vier Journalisten jeweils vier Beiträge schreiben und in diesem Reigen versuchen, die kritische Beurteilung des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen.

Und schließlich ist da die freie Gesprächsrunde mit mehr als drei Teilnehmenden. Wiederum das Feld vieler Podcasts, aber nicht unbedingt derer, die ich persönlich am liebsten höre. Hier ist gute Moderation vonnöten und die Gefahr, dass einzelne Meinungen untergehen, wächst mit jedem zusätzlichen Teilnehmer, ebenso wie bei Podiumsdiskussionen. Im besten Fall entsteht natürlich völlig unabhängig von der Anzahl der Mitredenden brillanter Denkstoff.

Beispiele für weitere Gesprächsformate gerne in die Kommentare!

Bild: Flickr Commons/Arsene Paulin Pujo (1861-1939), Representative from Louisiana (1903-1913)

Ich habe „filmosophie.com“ schon einmal hier im Blog vorgestellt. Das ehemals fünfköpfige Autorenteam hinter der Website wurde kürzlich um einen Kopf kürzer gemacht, als Patrick Thülig („Kontroversum“) als regelmäßiger Autor ausstieg. Und seit heute suchen die Filmosophen Ersatz. Vielleicht eine Gelegenheit für den ein oder anderen Filmblogger da draußen, seine Arbeit in einen neuen Kontext zu stellen?

Mehr zu Filmosoph gesucht: We want you!

Auf der Berlinale 2013 gab es, im Nachklang der Diskussion zur Deutschen Film-Blogosphäre erstmals ein gut besuchtes Bloggertreffen im Mommseneck, auf dem fröhlich diskutiert und einander kennengelernt wurde.

Das soll 2014 nicht anders sein. Der Tisch ist reserviert. Jeder ist willkommen. Auch Nichtblogger, die Blogger kennenlernen wollen! Das Mommseneck bietet eine umfangreiche Speisen- und Getränkekarte und ist beliebter Treffpunkt für Berlinale-Gäste.

Hier kann man vorab online zusagen.

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ich in diesem Blog einen Artikel mit dem Titel „Vier Thesen zur deutschen Film-Blogosphäre“ veröffentlicht habe. Für mich einer der wichtigsten Artikel, die ich je geschrieben habe, für die deutsche Film-Blogosphäre zumindest ein willkommener Stein des Anstoßes, der in den Wochen danach viel Diskussion generierte.

Doch was ist wirklich passiert, seit mein Artikel erschien? In diesem Jahr habe ich keine Interviews geführt und Statistiken kann ich leider auch nicht vorweisen. Aber ich möchte behaupten, dass ich mich im vergangenen Jahr so ziemlich immer dort bewegt habe, wo etwas mit Film-Blogosphäre passierte und mir deshalb eine Beurteilung der momentanen Situation anmaßen kann. Genau das werde ich also tun.

Es gibt eine deutsche Film-Blogosphäre

Ich will um Himmels Willen nicht behaupten, dass mein Artikel eine Film-Blogosphäre erschaffen hat, wo vorher keine war. Wofür ich mir ein bisschen auf die Schulter klopfe, ist, dass dann doch eventuell einige Leute aufeinander aufmerksam geworden sind, die sich vorher nicht kannten (das war das häufigste Feedback, das ich bekommen habe) und dass einige Aktionen ins Leben gerufen wurden, die versucht haben, auf meinen Artikel aufzubauen. Leider sind einige davon auch wieder versandet, etwa die Facebook-Gruppe und das Blog Film-Blogosphäre, aber die Gründe dafür liegen, anders als ich noch vor einem Jahr gedacht hätte, tiefer als in reiner Ignoranz (mehr dazu gleich).

Ich möchte behaupten: Das reine Interesse an Aktionen wie meinem „Film Blog Group Hug“, dem „Media Monday“, der sichtbarer ist denn je, den oft sehr lebhaften Diskussionen auf Twitter und in der von Merkur Schröder (aka Intergalactic Ape-Man) gegründeten Facebook-Gruppe Deutsche Filmblogger zeigt, dass die deutschen Netzfilmschreiber einander zum großen Teil zumindest kennen. Alles andere hängt vom Willen und vom Engagement jedes Einzelnen ab.

Die „Cluster“, von denen ich das letzte Mal gesprochen habe, gibt es natürlich trotzdem. Ich glaube, dass ich sie inzwischen auch etwas besser differenzieren kann, als noch vor einem Jahr. Der sie verbindende Kleber besteht aus persönlicher Bekanntschaft und einem gemeinsamen Blick auf die Filmwelt und ich habe inzwischen einfach eingesehen, dass sie sich nie alle in einen Topf pressen lassen werden (und wollen). Frei nach Mark Granovetter wird es in diesem Bereich weiter die „Strength of Weak Ties“ brauchen, um über die Cluster hinaus Brücken zu bauen, das ist aber okay so.

Einige Deutsche Filmblogcluster

Wie schon gesagt spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, damit publizierende Menschen von außen wahrnehmbare Gruppen bilden. Die Berliner Online-Profis, zum Beispiel, sehen sich, so ist meine Wahrnehmung, persönlich regelmäßig bei Pressevorführungen und schreiben für die gleichen Auftraggeber, etwa Filmstarts.de und kino-zeit.de. Sie sind außerdem, grob geschätzt, alle zwischen Mitte Zwanzig und Ende Dreißig und leben eben zum Teil vom Schreiben oder machen was anderes „mit Medien“. Sie sind durchaus zu trennen von den Berliner Feuilletonisten, die sich eher um Zeitschriften wie „Cargo“ und „Revolver“ sowie den „Perlentaucher“ gruppieren, im Schnitt vielleicht etwas älter sind und auf jeden Fall einen ganz anderen, deutlich arthousigeren und Filmklassiker stärker schätzenden Filmgeschmack haben.

Den Berliner Feuilletonisten nahe stehend, aber doch irgendwie ihr eigenes Süppchen kochend, sind die Trash-Liebhaber. Ich benutze das Wort „Trash“ hier sehr weitläufig, weil ich persönlich von diesem Filmsegment absolut keine Ahnung habe. Es geht mir im weitesten Sinne um alle Arten der Exploitation, um abseitiges Genrekino, dessen andauernde Faszination immer noch und immer wieder Liebhaber zusammenschweißt. Gewisse Überschneidungen gibt es wahrscheinlich mit den Engagierten Amateuren, einer recht großen und losen Gruppe, die sich (und ich hoffe, dass ich dafür nicht wieder Prügel beziehe) für mich vor allem dadurch auszeichnet, dass die ihr Zugehörigen meist außerhalb des Bloggens keinerlei professionelle Bindungen zur Film- oder Medienwelt haben. (Es gibt noch mehr Cluster, aber die sind kleiner, manchmal etwas unscharf und ich habe keine guten Namen für sie)

Das mit der „professionellen Bindung“ ist für mich nach wie vor eine Demarkationslinie, an der ich einfach nicht vorbei komme. Ich merke es in Alltagsgesprächen ebenso wie im Stil der Texte, die dabei entstehen. Es ist einfach ein Unterschied, ob man gerne und viel Filme guckt, oder ob man sich systematisch und beruflich mit Film beschäftigt. Bei letzterem ist es wiederum fast egal, ob man Filmwissenschaft studiert hat und sich weiter im akademischen oder randakademischen Bereich aufhält, ob man Kinoprogramme kuratiert, Festivals organisiert und sich im Kulturbetrieb bewegt oder ob man als Filmjournalist oder in der Film-PR arbeitet (oder alles drei). Das Verhältnis zu Film als Medium ändert sich einfach, meiner Meinung nach vor allem deswegen, weil man mehr Filme „unfreiwillig“ sieht und dadurch seinen eigenen Horizont zwangsweise in unerwartete Richtungen erweitert.

Das Ergebnis ist nicht unbedingt, dass „Profis“ auf „Amateure“ hinabblicken, ganz und gar nicht. Aber ich stelle immer wieder fest, dass es schwieriger ist, eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu finden. Und damit ist es natürlich auch schwieriger, sich als Teil einer Gruppe zu fühlen. Die Themen und Wahrnehmungen der Filmwelt verschieben sich einfach.

Warum sollte mich deine Kritik interessieren?

Vor einem Jahr habe ich quasi gefordert, damit eine Filmblogosphäre wachsen könne, müssten wir einander mehr lesen. Diese Initiative wurde unter anderem in dem oben erwähnten WordPress-Blog und auch der spontan gegründeten „Film-Blogosphäre“-Gruppe auf Facebook aufgegriffen, die dann vor allem Filmkritiken sammelten. Und in der Tat besteht ein großer Teil der über Film bloggenden Menschen in Deutschland aus Menschen, die einfach eine Filmkritik nach der anderen ins Netz stellen.

Hier nun entfaltet sich am deutlichsten das Dilemma der Filmkritik im Internetzeitalter. Um aus einer einzelnen Filmkritik als Leser einen Wert ziehen zu können, muss man die Autorin kennen. Entweder persönlich oder dadurch, dass man schon einige Texte von ihr gelesen hat. Als mediativer Faktor kann eventuell hinzukommen, dass jemand anderes dafür bürgt, dass die Meinung dieser Person etwas „wert ist“. Bei professionellen Filmjournalisten ist das die Person, die die Autorin dafür bezahlt, dass sie über den Film schreibt.

Dieser Bürge existiert bei Bloggern nicht. Das heißt auf keinen Fall, dass die Meinung deswegen schlechter ist. Es heißt nur, dass ich als Leser mehr Zeit investieren muss, bevor ich mir selbst ein Urteil bilden kann. Und für mich bedeutet das dann wiederum häufig, dass ich mir die Mühe gar nicht erst mache – und ich denke mir, es geht anderen ähnlich. Die Qualität der Texte sinkt ganz und gar nicht, es gibt nur mehr davon und sie sind schwerer zu finden. Und Blogs, die eben nur aus Kritiken bestehen, verlassen meinen Radar.

Ich wünsche mir immer noch ein Leitmedium

Um diese ärgerliche Situation zu verbessern, wünsche ich mir einfach immer noch einen Aggregator, der für mich alles liest und mir eine Auswahl präsentiert. Und damit meine ich eben nicht (Sorry!) die x-te „Der Film hat mir gefallen/nicht gefallen“-Kritik, mit der ich nichts anfangen kann, außer ich bin mit der allgemeinen Meinung der Autorin vertraut. Sondern herausragende Texte, die zur Diskussion anregen und Erkenntnis fördern. Und obwohl es konterintuitiv klingt: Gute Kuratierung führt dazu, dass man mehr liest, nicht weniger. Sie regt dazu an, selber weiter auf Entdeckungsreise zu gehen. Mit anderen Worten: Im Idealfall würden wir einander alle mehr lesen.

Es gibt Seiten, die das im Ansatz machen. Die Facebook-Seiten von Revolver und crew united, zum Beispiel, sind hervorragende Quellen für interessante deutschsprachige Filmartikel – werden jetzt aber auch durch Facebooks neue Reach-Politik ausgehebelt. Film-Zeit veröffentlicht täglich einen Pressespiegel zum Thema Film, in dem immer mehr Blogs auftauchen, den man aber nicht abonnieren kann, weder als Feed noch über Social Media. Von etwas wie „Keyframe Daily“ sind wir trotzdem noch meilenweit entfernt.

Mir ist bewusst, dass das eine hohle Klage ist, denn entweder findet sich jemand, der bereit ist, täglich durch die deutschsprachigen Onlinepublikationen zum Thema Film zu sieben, oder eben nicht (Wenn ich irgendwann mal arbeitslos bin, mach ich es). Und sicherlich wäre ein guter Aggregator kein Allheilmittel. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Einfach machen, einfach wollen

Am Ende hilft alles Jammern nichts, man muss einfach machen. Und ich habe eben das Gefühl, dass sich da durchaus was tut und bewegt. Angefangen von den Filmosophen, die sich Gemeinschaft auf die Fahnen schreiben (was sie anfangs nicht gemacht haben), zu den Plänen von Sascha und mir, den „Pewcast“ wiederzubeleben und dabei möglichst oft Gäste von überall einzuladen (wie es auch andere Podcasts inzwischen immer häufiger machen). Ich werde außerdem weiterhin nicht ruhen, auf jedem Festival, das ich besuche, zu versuchen, die Menschen hinter den Blogs zu treffen. Denn wenn ich eins gelernt habe ist es, dass in der Blogosphäre nichts so sehr verbindet wie ein persönlicher Kontakt.

Natürlich muss man diese Verbindung wollen. In der „Deutsche Filmblogger“-Gruppe gab es im Dezember eine heftige Diskussion, in der darum gestritten wurde, ob man Kodifizierung und zwangsweise Unter-einen-Hut-Bringung überhaupt braucht. (Wie auch schon damals vor einem Jahr). Die Antwort lautet natürlich: NEIN. Macht doch alle, was ihr wollt. Homogenisierung ist nicht das Ziel. Wer mit dem größten Teil der über Film bloggenden Menschen nichts anfangen kann und will, muss sich mit ihnen nicht beschäftigen. Ich persönlich stelle nur immer wieder eins fest: Es ist eine große Bereicherung für einen selbst, wenn man es – auch gegen alle Vorurteile, die man haben mag – eben doch mal macht.

[Update, 20. Januar. An dieser Stelle ist eine offizielle Entschuldigung bei Marco Koch vom „Filmforum Bremen“ angebracht, der seit langer Zeit schon unermüdlich jede Woche in seinem Bloggen der Anderen in seinem Interessenfeld genau die Art von Aggregation vornimmt, die ich mir in diesem Artikel wünsche. Ich lese seine Rubrik jede Woche und habe natürlich auch beim Schreiben dran gedacht – und sie dann im Eifer des Gefechts doch vergessen. Entschuldige, Marco!]

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – für mich immer zugleich die beste und die schlimmste Zeit des Jahres, weil ich immer ein starkes Bedürfnis nach dem mit mir herumtrage, was man im Englischen „Closure“ nennt. Wahrscheinlich ist „Abschließen“ die bestmögliche Übersetzung dafür. Ab Mitte Dezember erfasst mich der Wunsch, mit dem zurückliegenden Jahr abzuschließen, um an einem völlig willkürlich gewählten Datum, dem 1. Januar, ein neues zu beginnen. Im schlimmsten Fall mündet dieses Gefühl in einer tiefen Melancholie, die mir manchmal sogar schon die Feiertage vergällt hat, im besten Fall in einer warmen Zufriedenheit und einer Reihe von Listen.

In den vergangenen Jahren habe ich auf „Real Virtuality“ lediglich eine Jahresends-Top 10 veröffentlicht, und diese wird auch dieses Mal wieder das Jahr beschließen. Aber 2013 habe ich irgendwie das Bedürfnis, noch ein paar weitere Momente, Personen und Institutionen des Jahres rückblickend zu ehren und ihnen eine Reihe willkürliche, undotierte und unsichtbare Preise aufzudrücken. Nehmt es einfach als meine Art hin, so etwas wie einen blogbezogenen Jahresrückblick zu verfassen.

Beste neue Filmwebsite

Wer noch nicht bei „The Dissolve“ vorbeigeschaut hat, sollte das dringend tun. Nicht nur ist die Seite optisch ein Fest (was ich meist gar nicht merke, da ich sie hauptsächlich im Feedreader und auf Pocket genieße), sie versammelt auch ein Team der besten amerikanischen Online-FilmjournalistInnen, darunter mein oberster Held Matt Singer, die wirklich tolle Arbeit machen. Am liebsten lese ich die „Features“, die fast immer einen wertvollen Beitrag zu aktuellen Debatten liefern und manchmal auch selbst spannende Themen setzen. Dabei loten die neun Autorinnen und Autoren alle Formen des Filmjournalismus aus und inspirieren mich immer wieder – übrigens mit einem deutlich arthousigeren und internationaleren Blickwinkel als die vielen anderen, auf Geek-Kultur und Blockbuster fixierten, amerikanischen Filmblogs da draußen.

Beste Filmbuchentdeckung

Wie schon gelegentlich an dieser Stelle erwähnt, wollte ich 2008 mal eine Dissertation über Danny Boyle schreiben – damals war der Brite als „Marke“ noch relativ unbekannt und es gab, außer zu Trainspotting wenig Literatur über ihn. Was mir aber damals schon klar war, aus Interviews und Audiokommentaren: der Mann hat durchaus was zu sagen. Dann kam Slumdog Millionaire und die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele von London und plötzlich war Boyle in Großbritannien so eine Art nationale Ikone. Trotzdem habe ich die Literatursituation um seine Person nicht weiter beobachtet und so schlug mein Herz wie verrückt, als ich im Urlaub in einem Buchladen in Oxford einen ganz aktuellen Boyle-Interviewband aus der Faber&Faber-Reihe entdeckte. Die Einleitung verschlang ich noch im Bus zum Flughafen und nutzte das Wi-Fi im Terminal um mich überschwänglich bei der Autorin auf Twitter zu bedanken (Dafür liebe ich das Netz). Boyle enttäuscht nicht in dem Buch – er kann sein Werk klug reflektieren ohne in übertriebene Selbst-Exegese abzudriften. Trance zum Trotz – ich glaube, er hat noch einige große Filme in sich.

Bester Celebrity-Fanboy-Moment

Als er damals für Vodafone Werbung machte, war es unter Netzleuten sehr en vogue, Sascha Lobo blöd zu finden. Ich bin unsicher, ob sich das inzwischen – vielleicht auch durch seine „Spiegel Online“-Kolumne – gelegt hat. Ich jedenfalls fand ihn immer schon klüger als seinen Ruf, mehr als nur einen reinen Selbstvermarkter, sondern jemanden, der mit großer Ernsthaftigkeit und mit großer Ironie versucht, herauszufinden, was uns im Internetzeitalter zum Ticken bringt. Das Buch, was er mit Kathrin Passig zum Thema geschrieben hat, ist durchaus lesenswert weil ausgewogener als man denkt. Ich habe mich also sehr gefreut, dass ich im November die Gelegenheit bekam, Sascha Lobo bei einem Vortrag in Wiesbaden reden zu sehen. Noch mehr habe ich mich aber gefreut, dass sich anschließend noch die Gelegenheit ergab, mit Sascha und Jannis „Netzfeuilleton“ Kucharz gemeinsam zum Bahnhof zu spazieren und noch ein wenig zu plaudern. Mein Bild, dass ich immer von ihm hatte, hat sich in der persönlichen Begegnung positiv bestätigt – oder er ist zumindest sehr gut darin, eine von ihm kreierte Figur zu spielen.

Beste filmbezogene Reise

Es wäre zu einfach, hier den Trip zur Berlinale im Februar auszuzeichnen, bei dem unter anderem das Bloggertreffen stattfand und ich einige der Filme sah, die jetzt auf meiner Jahresliste stehen. Der war zwar toll, aber auch ziemlich anstrengend und kalt. Irgendwie auf der Awesome-Skala weiter oben war mein Kurztrip nach Berlin im Sommer. Neben dem Hauptzweck dieser Dienstreise, dem wunderbar lockeren Interview mit Charlotte Roche für „Close up“, konnte ich auf der „Haben“-Seite des Trips noch ein Treffen mit Jenny und Matthias vom „Wollmilchcast“, höchst amüsante Pressevorführungen von City of Bones und White House Down, ein kurzes Hallo mit Patrick, Björn und Sophie aus dem Filmosophie/Kontroversum-Kosmos und ein Bierchen mit Rochus vom „Kinderfilmblog“ und Martin von „ReiheSieben“ verbuchen. Wenn man überlegt, wie trist sonst oft die Übergangsnächte von Dienstreisen an der Hotelbar enden, hätte ich mir nichts Besseres wünschen können.

Unerwartetste Medien-Leben-Wechselwirkung

Ich schreibe auf „Real Virtuality“ nie über Musik, zwei Themenfelder müssen reichen, aber als leidenschaftlicher Musikhörer und Schlagzeuger spielt Musik dennoch eine sehr große Rolle in meinem Leben. Für neue Empfehlungen bin ich immer offen, und dieses Jahr habe ich mein Album des Jahres ab einem sehr ungewöhnlichen Ort entdeckt: dem Wissenschafts-Podcast „Radiolab„. Dort haben sie nämlich im Sommer aus einem unerfindlichen Grund der Gruppe Dawn of Midi und ihrem aktuellen Album „Dysnomia“ eine Sendung gewidmet. Dawn of Midi hat als Free Jazz Trio angefangen, aber „Dysnomia“ ist etwas ganz anderes – eine pulsierende, 50-minütige Suite, die sich im Spannungfeld zwischen der modernsten aller großen Musikrichtungen, Techno, und den ältesten Klängen der Menschheit überhaupt bewegt. Gletscherähnlich verschieben sich die akustischen Rhythmen auf „Dysnomia“ zu einem hypnotischen Gesamtbild. Danke, Radiolab!

Ärgerlichster Kinobesuch

Als jemand, der selbst mal in einem Kino gearbeitet hat, erwarte ich eine gewisse Projektionsqualität, wenn ich zehn Euro und mehr für einen Film über den Tresen geschoben habe. Üblen Laufstreifen und ähnlichen Verbrechen hat die digitale Projektion zum Glück den Garaus gemacht, aber das Feld der möglichen Kinosaal-Sünden bleibt weit. Das Cineplex Saalfeld gefiel mir von seiner Gestaltung her eigentlich sehr gut und erinnerte mich sogar ein bisschen an „mein“ altes Kino in der Heimat. Doch die 3D-Vorstellung von Frozen war dann alles andere als erfreulich. Ich bin bisher noch nie Opfer des „Nicht genug Licht“-Problems bei 3D-Vorstellungen geworden, das wohl in den USA regelmäßig für Ärger sorgt. Aber auch in Saalfeld war es sehr schwer, dass 3D ordentlich zu genießen. Der Grund: Strahlende Lichtbänder an jeder Stufe des Bodens, die den Saal in ein fröhliches Zwielicht tauchten. Auf meinen Hinweis, es wäre zu hell im Kino, sagte man mir, dass sei die Notbeleuchtung und die müsse an bleiben. So viel Not kann doch gar nicht herrschen …

Erstaunlichste filmbezogene Erfahrung

Durch meine Redakteursstelle bei 3sat haben sich mir viele Türen geöffnet, hinter die ich schon immer mal blicken wollte. Zu den absoluten Highlights gehörte dabei für mich, dass ich Anfang des Jahres die Synchronisation des Films Kairo 678 betreuen durfte, den 3sat anschließend in seiner Filmreihe über Frauen im Islam gezeigt hat und der inzwischen auch bei good!movies auf DVD erschienen ist. Obwohl ich persönlich Filme am liebsten im Original sehe, egal ob ich die Sprache spreche oder nicht, habe ich doch als Wortfetischist und Hobbyübersetzer großen Respekt vor der Kunst der Synchronisation. Hier reihte sich quasi ein Wow-Moment an den nächsten. Das Durchsprechen des Synchronbuchs mit der Regisseurin, der Besuch bei den Aufnahmen, und schließlich die Abnahme der Mischung in den heiligen Hallen der Berliner Synchron mit einem Toningenieur, der ebenfalls zu den inspirierendsten Menschen gehört, die ich dieses Jahr kennenlernen durfte. Auf jeden Fall eine Erfahrung, von der ich noch lange zehren werde.

Awesomeste Netzbekanntschaft

Durch meinen Blogosphäre-Artikel und die darauf aufbauenden Aktionen wie die Bloggertreffen und Group Hug habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, die mein Leben auf mannigfaltige Weise bereichert haben (mehr dazu im Januar). Aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich im Endeffekt aus einem Interview noch einmal eine Freundschaft ergeben würde, wie ich sie zuletzt mit 16 hatte, als ich meine ersten Schritte im Internet machte. Ohne sich jemals persönlich getroffen zu haben mal wieder eine solche Vertrautheit aufzubauen und gemeinsam unverschämt offen dämliche Leidenschaften zu diskutieren – das ist schon etwas besonderes und hat mir so manchen Tag gerettet. Ich hoffe, die betroffene Person weiß, dass sie gemeint ist. Danke.

(Das sind übrigens meine Hände auf dem Bild, die da einen echten Oscar halten. Den von Richard Halsey, für seinen Schnitt von Rocky)

Vor einigen Monaten hatten wir in meinem alten Job bei 3sat eine Hospitantin, die kurz vor der Bachelorarbeit stand. Wir kamen ins Plaudern und sie fragte mich, worüber ich meine Abschlussarbeit schreiben würde, wenn ich heute noch einmal die Gelegenheit dazu hätte. Meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen. Dann musste ich allerdings erstmal erklären, was ich damit meine – was ich wissenschaftlich gesehen ebenfalls als gutes Zeichen sah.

Tatsächlich habe ich mich im Verlauf dieses für mich höchst erfolgreichen Blogjahres, in dem ich so viele Menschen erreicht, Bekannte gefunden und Diskussionen geführt habe, wie in keinem Jahr zuvor, öfter bei dem Gedanken ertappt, dass ich wirklich gerne noch einmal eine Film-Abschlussarbeit schreiben würde. Die Geschichte meiner tatsächlichen Magisterarbeit, die ich vor mittlerweile fast sieben Jahren eingereicht habe, ist ein bisschen durchwachsen, und ich würde diesmal alles besser machen wollen. Dummerweise habe ich meinen Magister eben schon, und für eine Doktorarbeit habe ich keine Nerven. Erstens habe ich das schon einmal ein Jahr lang versucht und bin nicht zuletzt am System gescheitert. Zweitens habe ich den Prozess bei Freunden verfolgt und beneide sie nicht darum.

Meine Faszinationen

Wer mein Blog regelmäßig liest, weiß, dass mich bestimmte Dinge besonders stark faszinieren. Da gibt es die Ästhetik des digitalen Zeitalters, inzwischen ergänzt durch 3D, HFR, Atmos und andere neue Filmtechnologien, die auch schon in der erwähnten Magisterarbeit Thema war. Und seit einiger Zeit ist es die Konstruktion von Storywelten und Universen – allerdings weniger über die kreative Seite, über die sich ihr die meisten Menschen nähern (und die derzeit als Buzzword-Thema sehr beliebt ist) – sondern über die dahinter liegenden, fast schon logistischen Mechanismen und Struktuiren: Kanonisierung, Vernetzung, Zusammenhalt und schließlich Marketing und Wirkung. Die Faszination reicht weit zurück, denn als Teenager habe ich selbst Welten erfunden und ins Netz gestellt. Und vor fünf Jahren habe ich zu einem Artikel über Reboots in „epd film“ zum ersten Mal eine Reaktion aus dem Netz auf etwas bekommen, was ich geschrieben hatte. Ich habe im vergangenen Jahr schon viel darüber gebloggt und einige wertvolle Hinweise bekommen, zum Beispiel auf den Begriff der „operationellen Ästhetik„, der in meinem Kopf einige Türen geöffnet hat.

In den letzten zwei Wochen hatte ich mehr Zeit zum Nachdenken als sonst und plötzlich kam mir die Idee, die zwei Dinge miteinander zu verbinden: den Wunsch, eine längere Abhandlung über ein Thema zu verfassen und die Faszination mit modernen Erzählprinzipien. Und daraus wiederum entstand die völlig verrückte Idee, mir als Projekt für das nächste Jahr doch einfach vorzunehmen, ein Buch zu schreiben, in dem ich all diese Ideen und Faszinationen mal aus dem System bekomme. Man muss ja heute gar keinen Verlag mehr finden, dachte ich mir, ich kann das ganze ja einfach als eBook selbst veröffentlichen. Dann redet mir auch keiner rein und ich muss mich nicht streng an wissenschaftliche Vorgaben halten, sondern kann daraus ein journalistisches Projekt machen, in dem ich auch Interviews und andere Formate verquirlen kann.

Zuschauen möglich

Ich werde mir außerdem eine Scheibe von Dirk von Gehlens Kultur als Software-These abschneiden und den ganzen Prozess des Schreibens relativ offen hier auf dem Blog dokumentieren. Es geht mir schließlich, wie im Blog auch, nicht ums Geld verdienen, sondern um den Diskurs und um das öffentliche Äußern meiner Gedanken. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich das ganze Buch offen schreiben will (z. B. als Google-Doc) oder ob ich nur Ausschnitte hier im Blog veröffentlichen will, aber ich hoffe auf jeden Fall, dass sich Andere finden, die das Thema auch interessiert, und die mich mit Diskussionsbeiträgen und Vorschlägen (z. B. für Literatur) unterstützen.

2013 habe ich (einigermaßen erfolgreich) versucht, „Real Virtuality“ vor allem durch Thesenstücke zu aktuellen Kinostarts zu profilieren. Wenn sich herausstellt, dass ich das mit dem Buchprojekt ernst meine, könnte es sein, dass diese Art von Beiträgen abnimmt, auch durch meinen neuen Job, durch den ich leider nicht mehr so viele aktuelle Kinofilme werde sehen können wie noch als Filmredakteur (und generell viel zu tun haben werde). „Aber“, so sagte ich mir, „man muss sich ja schließlich auch weiterentwickeln und neue Dinge wagen.“

Was bleibt

Andere Dinge werden bleiben, zum Beispiel meine Leidenschaft für die Filmblogosphäre. Im Januar, wenn meine Vier Thesen ein Jahr alt werden, will ich auf jeden Fall Bilanz ziehen, denn es hat sich einiges getan. Und auch der Film Blog Group Hug, der ja gerade mit dem Adventskalender einen zauberhaften Erfolg feiert, wie ich finde, soll weiter seine Runden drehen.

Vielleicht schaffe ich es 2014 außerdem endlich mal, dieses Blog auf einen echten Webspace, von wordpress.com auf wordpress.org umzuziehen, und ihm einen zeitgemäßeren Anstrich zu geben. (Unterstützung dabei wird gerne angenommen, ich müsste mir nur mal ein Wochenende freischaufeln).

Große Pläne also. Der Arbeitstitel lautet Continuity: Unsere Suche nach erzählerischer Einheitlichkeit. Was meinen meine werten Leser? Bin ich bekloppt oder nur größenwahnsinnig?

(Bild: Flickr Commons)

Der erste Film Blog Group Hug versammelte Stimmen aus der ganzen Film-Blogosphäre zu einem Thema in einem Post. Es wäre ja viel zu einfach, wenn wir das diesmal genauso gemacht hätten. Stattdessen gehören die nächsten 24 Tage – im christlich geprägten Abendland allgemein als „Advent“ bezeichnet – komplett dem Film Blog Group Hug. 24 Beiträge von 24 Bloggern, die ihre Blogs vorstellen und Geschenktipps (und manchmal Wünsche) an ihre Mitmenschen verteilen: Ein Adventskalender der Film-Blogosphäre.

Ich wünsche viel Vergnügen. Und wie immer gilt: Wer in den Mailverteiler des Film Blog Group Hug aufgenommen werden möchte, schreibt einfach eine Mail an grouphug@realvirtuality.info.

Als ich vergangene Woche meine persönlichen Podcast-Vorlieben gepostet habe, dachte ich, mir würde weitgehende Zustimmung entgegenschallen. Eine vereinte Front gegen die mäandernden, schlecht zu verstehenden Laber-Runden da draußen – doch weit gefehlt. Obwohl einige Leser gnädig nickten – deutlich vokaler waren diejenigen, die unter dem Beitrag kommentierten und mir freundlich aber direkt sagten, dass ich keine Ahnung habe. Weil ihnen nämlich die chaotischsten und längsten Podcasts die liebsten sind. „Nie wieder habe ich so guten Stoff bekommen“, schrieb LeXLuther über die bis zu acht (!) Stunden dauernden Podcasts von „GameOne“.

Ich fühlte mich erinnert an meinen unrühmlichsten Moment in der ganzen Film-Blogosphäre-Diskussion Anfang des Jahres erinnert, als ich nämlich zwischen „denjenigen, die Film oder Medien ‚gelernt‘ haben, und denen, die einfach gerne Filme sehen“ unterschied und dafür – wahrscheinlich zu recht – von einigen Menschen Gegenwind erhielt. Es stimmt natürlich: Gerade im Bereich Film muss man diese Unterscheidung in der Regel nicht machen. Es geht mir im Grunde auch um etwas anderes, nämlich um Journalismus.

Wann immer ich mit jemandem die Diskussion um den Niedergang der Printmedien, sogenannten Qualitätsjournalismus und die Rolle von Blogs, Twitter und Co führen muss, hole ich – wie viele andere auch – die gleiche Argumentation hervor. Journalismus ist nicht an ein Medium gebunden. Er kann auch in Blogs stattfinden. Beispiele dafür gibt es genug. Ich würde aber noch weiter gehen. Journalismus ist auch nicht unbedingt an einen Beruf gebunden.

Minimaldistanz und Aufbereitung

Die Berufsbezeichnung „Journalist“ ist in Deutschland nicht geschützt und obwohl das manchmal bemängelt wird, weil sich dann jeder Journalist nennen kann, halte ich es für richtig. Denn man muss eben nicht gelernter, diplomierter Journalist sein, um Journalismus zu betreiben. Journalismus ist eine Geisteshaltung, und diese Geisteshaltung besteht für mich aus zwei Komponenten: Dass man sich erstens bemüht, zu den Themen, mit denen man sich beschäftigt, eine Art Minimaldistanz zu bewahren, und zweitens, diese Themen so aufzubereiten, dass auch ein Publikum, das sich weniger mit ihnen beschäftigt hat, als man selbst, einen Zugang dazu findet.

Nur zwei kurze Erläuterungen dazu: „Neutrale“ Berichterstattung ist in der Regel ein Mythos, genauso wie der Anspruch, sich „mit keiner Sache gemein zu machen“, vor allem außerhalb von reinen Nachrichtenkontexten. Wir sind alle nur Menschen. Aber wenn man sich journalistisch mit einem Thema beschäftigen will, sollte man sich zumindest bemühen, einen Sachverhalt nicht nur von einer Seite zu betrachten und seine Quellen realistisch einzuschätzen – mit anderen Worten: Recherche zu betreiben. Und was die Aufbereitung angeht: Nicht jeder Artikel muss für einen absoluten Neuling verständlich sein, sonst gäbe es keinen Fachjournalismus. Aber ein Autor mit journalistischem Anspruch sollte, darauf läuft es eigentlich nur hinaus, sein Publikum im Hinterkopf haben.

Eine Art Code

Beides ist mir immer wichtig gewesen und deswegen bezeichne und fühle ich mich auch weiterhin als Journalist, auch wenn die meisten Einträge in diesem Blog klar eine Meinung vertreten (zu der ich aber in der Regel gekommen bin, nachdem ich ein Thema von mehreren Seiten betrachtet habe) und auch wenn ich – zumindest ab Januar – im Hauptberuf nicht mehr im Journalismus tätig bin (auch wenn ich wahrscheinlich weiterhin ab und zu für Geld Artikel schreiben werde). Für mich ist es einfach selbstverständlich, meine Blogposts, Podcasts etc., so aufzubereiten, dass sie lesbar und hoffentlich auch informativ sind, strukturiert, möglichst auf den Punkt und unter Einbeziehung mehrerer Sichtweisen. Ich bemühe mich zumindest darum.

Und weil das mein Anspruch an mich selbst ist, erhoffe ich ihn mir auch von anderen. Ich liebe einfach guten Journalismus. Auch wenn journalistisch aufbereitete Inhalte zum Teil eine Art Code geworden sind, den man als medienkompetenter Mensch dekodieren kann. Wenn ich Inhalte mit journalistischem Gestus vermittelt bekomme, weiß ich, zum Beispiel, dass ich hier nur einen Ausschnitt aus den Recherchen und aus dem Wissen des Autoren oder der Autorin präsentiert bekomme, der dazu dient, einen bestimmten Sachverhalt zu erläutern. Oder eine bestimmte Geschichte zu erzählen. Nachrichten, Berichte, Artikel lassen sich lesen. Und wenn sie allzu formelhaft geworden ist, lassen sie sich auch persiflieren. Dann ist es meist Zeit für ein Umdenken.

Das Gerede von den Prosumenten

Ich schreibe das alles auf, weil es – wie mich die Podcast-Erfahrung lehrt – anscheinend eine gewisse Zahl an Menschen gibt, die genau das nicht mehr wollen. In Bereichen, in denen sie sich selbst auszukennen glauben, möchten sie Inhalte nicht mehr nach journalistischen Aspekten aufbereitet bekommen, sondern lieber die ungefilterte Unterhaltung genießen. Bei all dem Gerede von „Prosumenten“ und dem aufbrechen der Barrieren zwischen Medien und „The people formerly known as the audience“ wird dieser Aspekt häufig darauf reduziert, dass das Publikum selbst Inhalte produziert. Genauso oft scheint es aber gar nicht darum zu gehen, selbst etwas beizutragen, sondern einfach nur gleichwertig zu rezipieren.

Nehmen wir das Beispiel Filmpodcasts, weil das ganze damit anfing. Ich mag die „Guardian Film Show“ in der drei Filmkritiker des „Guardian“ kurz und knackig die Neustarts der Woche durchsprechen, manchmal garniert mit kurzen Interviews. Oder „Scriptnotes“, bei dem es schon in der Begrüßung heißt, es sei ein Podcast „about screenwriting and things that are interesting to screenwriters“, nicht mehr. Mit den „Celluleuten“ kann ich, so leid es mir tut, nichts anfangen, obwohl ich es mehrfach versucht habe – dort fühle ich mich immer, als würde ich auf einer Party, bei der ich zwar eingeladen wurde aber niemanden kenne, in der Ecke stehen. Andere scheinen den Podcast aber genau deswegen zu mögen. Weil er ungeschönt ist und nicht darauf aus ist, zwanghaft „nützlich“ zu sein.

Das Internet verändert den Zugang zu Informationen so sehr, dass es für jeden Menschen inzwischen Bereiche geben dürfte, wo er Journalisten nicht mehr unbedingt braucht. Egal wie sehr man darauf pochen mag, dass Journalisten wichtig für die Einordnung und Aufbereitung von Themen sind – es war noch nie so einfach, die Journalisten zu umgehen und direkt zum Quellcode vorzudringen. In diesem Fall scheint es so zu sein, dass man gerne mit seinen Kumpels über Filme quatschen will. Man hat aber vielleicht den Film noch nicht gesehen oder die Kumpels haben keine Lust drauf. Warum sollte man sich also eine in, eventuell hochtrabenden, Filmjournalismus gegossene Meinung anhören, wenn man stattdessen einfach seinen Podcast-Kumpels beim Quatschen zuhören kann. Und anschließend in Kommentaren oder sozialen Medien sogar dem Gespräch beitreten kann.

Das Bedienen der Verweigerungshaltung

Neue Content-Transporteure im Netz, Seiten wie „Buzzfeed“, bedienen genau diese – durchaus legitime – Verweigerungshaltung. Sie präsentieren ihre Inhalte zum Teil in Formen, die mehr als alles andere Zugehörigkeitsgefühl und Augenhöhe vermitteln, beispielsweise in Listen. Das heißt nicht, dass sie nicht trotzdem lehrreich sein können, aber sie entstehen völlig ohne journalistischen Impetus – ohne Minimaldistanz und ohne wirkliche Neuaufbereitung und Kontextualisierung der Quellen.

Antje Schrupp definierte vor kurzem in einem Artikel namens „Brauchen wir noch Journalismus?“ wie ich die Recherche als den Schlüsselaspekt, der das eine vom anderen trennt. Journalismus entsteht ihrer Meinung nach dann, wenn der Autor nicht nur das weitergibt, was er ohnehin weiß, sondern sich zusätzlich schlau macht. Ich stehe drauf, wenn ich das Gefühl habe, dass Leute sich zusätzlich schlau gemacht haben, um mir ein möglichst vollständiges Bild eines Sachverhalts zu vermitteln. Aber ich muss irgendwie auch verstehen können, dass man das vielleicht nicht immer will. Auch wenn es mir schwer fällt, das zu akzeptieren, aber: Journalismus ist halt nicht für jeden was.

(Bild: Library of Congress/Flickr Commons)

podcasts machen ist das neue schwarz
waxmuth auf Twitter

Neue Dinge ausprobieren ist toll, und sobald Dinge sich dafür anbieten, sie einfach und erschwinglich auszuprobieren, sollte man das tun! Podcasts gehören auch dazu. Der eierlegende Wollmilchmedienmensch der Zukunft sollte in der Lage sein, auch mit Audio zu arbeiten, und ein Podcast ist eine geniale Möglichkeit, seine Audiofähigkeiten auszuprobieren. Hinzu kommt, dass es irgendwie viel weniger arbeitsaufwändig ist, eine Weile frei von der Leber weg zu reden als die gleichen Zeit mit Schreiben oder Videoproduktion zu verbringen. Podcasting ist also die ultimative Geheimwaffe für Leute mit nicht genug Zeit für ein Blog. Nicht wahr?

Fast. Obwohl ich mich, wie gesagt, für jedes Experiment begeistern kann und mich über jeden Podcast freue, der entsteht, gibt es doch ein paar Dinge, die mir als leidenschaftlicher Podcasthörer und gelegentlicher Podcast-Macher aufgefallen sind. Dinge, die mich stören und Dinge, die ich super finde. Und weil ich anscheinend nicht der einzige bin, habe ich diese Dinge mal zu fünf freundlichen Ratschlägen zusammengefasst, die Podcaster meiner Ansicht nach zu besserem Podcasting führen könnten.

1. Denkt dran, dass „Podcast“ von „Broadcast“ kommt

Der „Pod“ in „Podcast“ ist nichts, was die Gattung definiert. Er ist nur das Gerät, auf dem der Klang wiedergegeben wird. Der wichtige Wortteil ist „-cast“, also „senden“. Ein Podcast ist eine Sendung, und eine Sendung sollte für ein Publikum gemacht werden. Wenn es euch egal ist, ob eure Sendung ein Publikum findet oder nicht, oder wenn euer komplettes Publikum auf endlose Insiderwitz-Kaskaden, ziellose Abschweifungen, Essgeräusche und andere Merkmale einer privaten Unterhaltung steht, dann viel Spaß damit. Aber denkt grundsätzlich daran, dass ihr etwas Öffentliches tut und verhaltet euch entsprechend. Ein bisschen privates Gequatsche macht menschlich, ist sympathisch und ein wichtiger Faktor für langjährige Hörer, die längst eine emotionale Verbindung zu euch aufgebaut haben. Aber je mehr ihr euch auf das konzentriert, was ihr vermitteln wollt, umso besser sendet ihr für alle potenziellen Hörer.

2. Schaut auf die Uhr

Der große Vorteil des Internets ist, dass die nervigen Formatgrenzen nicht-digitaler Medien aufgehoben sind. Das heißt: Euer Podcast kann so lange dauern, wie er will, weil er niemandes Sendezeit blockiert. Es heißt aber nicht, dass ganz natürliche Richtwerte wie die menschliche Aufmerksamkeitsspanne oder die Zeit, die man pro Woche hat, um nebenher etwas zu hören, nicht mehr existieren. Achtet deswegen darauf, dass euer Podcast nicht zu lang wird. Ich persönlich finde alles bis 90 Minuten erträglich, bevorzuge aber Formate zwischen 45 und 60 Minuten. Das ist eine Zeitspanne, in der ich prima zur Arbeit pendeln, die Wohnung putzen oder eine Weile joggen/spazieren gehen kann. Wenn das ganze ab und zu länger dauert: kein Problem – ihr habt den Platz ja und manchmal braucht ihr ihn vielleicht auch. Aber wenn ihr regelmäßig mehr als zwei Stunden braucht, werdet ihr mich wahrscheinlich als Hörer verlieren.

3. Investiert in ein bisschen Klangqualität

Denkt daran, dass ihr in den unterschiedlichsten Situationen gehört werdet. Selbst mit Kopfhörern auf dem iPod kann ein zu leise ausgesteuerter Podcast, in dem alle Sprecher in hallenden Räumen sitzen und am besten noch Störgeräusche mit aufgenommen wurden, sehr sehr anstrengend werden. Von einer Wiedergabe über Lautsprechern ganz zu schweigen. Darüber hinaus wissen die im Radio schon, was sie so tun. Eine gut zu verstehende Stimme, die nah am Mikrofon ist, schafft auch emotionale Nähe. Ihr müsst ja nicht wie Vollprofis klingen, aber einigermaßen okay klingende Podcastmikrofone sind gar nicht so teuer und die Investition lohnt sich. Das eingebaute Mikro in eurem Laptop ist auf jeden Fall die falsche Wahl, zumindest nach den ersten paar Testsendungen – und ein Blick auf den Pegel des mp3 vor dem Hochladen wirkt auch manchmal Wunder.

4. Habt keine Angst, zu schneiden

Wer Texte publiziert, sieht diese in der Regel nach dem Schreiben und vor dem Veröffentlichen noch einmal durch. Nicht selten findet man dabei Formulierungen, die man lieber noch mal umstellt oder ändert. Warum sollte für Podcasts nicht das gleiche gelten? Das Aufgenommene noch einmal durchzuhören und geringfügig zu schneiden macht zwar zusätzliche Arbeit, es erhöht die Qualität aber um ein Vielfaches. Abschweifungen, von denen man hinterher feststellt, dass sie nirgendwohin führten; sich endlos ziehende Momente der Sprachlosigkeit oder Äh-äh-äh-Stammelei bei Denkaussetzern, sie alle können glücklich im Nirvana verschwinden. Es lockert zudem die Atmosphäre während der Aufnahme, wenn alle Beteiligten wissen, dass Verhaspler, Hustenanfälle und geistesabwesende Falschbehauptungen hinterher entfernt werden können. Die ganze Pointe eines Podcasts ist ja, dass er zeitunabhängig gehört werden kann, also nicht live sein muss. Nutzt es. (Hilft auch, die Längenrichtlinie einzuhalten)

5. Überrascht mich

Das schöne an regelmäßigen Podcasts ist die Vertrautheit, die man schon nach kurzer Zeit mit seinen Machern entwickelt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich die Moderatoren meiner Lieblingspodcasts mindestens so gut kenne wie gute Bekannte. Diese ewige Wiederkehr des Vertrauten alleine reicht aber nicht aus. Wenn es nach mir geht, solltet ihr eure eingeschliffenen Routinen so oft es geht durchbrechen – idealerweise durch Gäste, die zu den von euch diskutierten Themen etwas Neues beizutragen haben. Aber auch ein Ortswechsel („Heute mal vom Filmfestival XY“), ein ergänzendes Interview oder das Ausprobieren neuer Rubriken kann den Podcast beleben. Was nicht funktioniert, lässt man halt irgendwann wieder weg. Aber die Möglichkeiten sind endlos.

Meine „Referenzen“: Ich höre jede neue Folge von Radiolab, MusicWeekly, The Guardian Film Show, Scriptnotes, This American Life, PewCast und /Filmcast, ergänzt durch ausgewählte Folgen von Second Unit, The Q&A und dem Zündfunk Generator. Ich habe von jedem mir bekannten deutschen Filmpodcast mindestens eine, eher zwei bis drei Folgen gehört. Meine eigenen Podcastversuche starteten auf Festivals, haben eine Harry-Potter-Retro überlebt und einen Jahresrückblick.

Und jetzt dürft ihr mich in den Kommentaren beschimpfen.

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