Louis C.K. war nur der Tropfen der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In seinem Auftritt bei Conan O’Brien, in dem er auf seine ureigene Art darüber herzog, wie das Nutzen von Smartphones uns alle und besonders Kinder gegenüber echten Gefühlen und Empathie abstumpft, war er definitiv nicht der erste Kulturpessimist, der mal wieder die Verrohung (oder eben gerade nicht) der Gesellschaft durch ständige Vernetzung beklagte.

Vor Louis C.K. standen auf jeden Fall größere Teile meiner Facebook-Timeline. Dort wurden in den Wochen zuvor nämlich zwei Videos hochgejubelt, die in die gleiche Kerbe schlugen. Der Kurzfilm „I forgot my phone“, in dem in einer Reihe von zart beleuchteten Bildern Menschen gezeigt werden, die wunderschöne Augenblicke verpassen, weil sie damit beschäftigt sind, auf ihr Telefon zu gucken. Und ein hübsch animiertes Video mit vielen kleinen Punkten, das zu erklären versuchte, warum wir uns einsam fühlen, obwohl wir von angeblich sozialen Medien umgeben sind.

Episch-ironische Selbst-Flagellation

Die epische Ironie, solche Videos (am besten per Smartphone) auf sozialen Netzwerken zu teilen, wurde in der Regel nicht erwähnt. Ganz im Gegenteil, ich hatte sogar das Gefühl, sie wurde billigend in Kauf genommen, als eine Art Selbst-Flagellation. Wie ein Betrunkener, der einen auf der Party anhaut und „Mann, ich bin soooo betrunken“ ruft. „Seht her“, schien man mir sagen zu wollen, „wir sind ganz schön schlimm in unserem modernen Zeitalter. Ich inklusive. Wir sollten alle mal wieder rausgehen und ein paar Azaleen beim Wachsen zugucken.“

Ich bezweifle, dass die Anzahl an echten Gefühlserfahrungen und persönlichen Treffen ohne Smartphone durch diese Videos gesteigert wurden. Und somit möchte ich diesen Vorgang als „Digital Shaming“ bezeichnen, eine Analogbildung zu „Fat Shaming“. Könnt ihr euch noch an diesen unsäglichen Spruch „Remember: Dress for the body you have, not for the body you want“ erinnern, der immer an heißen Sommertagen die Runde macht? Das ist „Fat Shaming“. Eine fiese Art und Weise, Menschen für ihr Übergewicht öffentlich bloßzustellen. Die geheime Hoffnung dabei: Scham regt zu Gewichtsverlust an. Denkste.

Sollte ich mich schämen?

Mir geht es genauso. Soll ich mich wirklich dafür schämen, dass ich das Internet benutze und ein Smartphone besitze? Wird dadurch irgendwas besser? Das könnte ich ja gerade noch verstehen, wenn ich damit regelmäßig Menschen persönlich vor den Kopf stoßen würde (meine Frau hat mich mal freundlicherweise darauf hingewiesen, dass ich dazu neigte, in meinem Smartphone zu verschwinden, wenn mir größere Gesprächsrunden zu langweilig wurden – das ist einfach unhöflich, also habe ich es abgestellt).

Aber ich denke, ich habe mein Mediennutzungsverhalten im Griff. Ich fühle mich nicht so, wie die Menschen in den Videos. Ja, ich habe mich auch MAL einsam gefühlt, obwohl ich das Internet vor mir hatte. Und ich habe auch MAL einen Sonnenuntergang mit dem Handy fotografiert, statt ihn einfach zu genießen. Aber genauso oft hat mir mein Smartphone das Erleben schöner Momente überhaupt erst möglich gemacht. Und wenn ich die Instanzen zähle, wo ich mich in letzter Zeit gesellig gefühlt habe, war Internet dabei mindestens genauso oft abwesend wie anwesend.

Bücher sind viel schlimmer

Der größte Scherz ist allerdings, dass der Ruf „Das Internet macht unser Sozialverhalten kaputt“ nicht einmal einfach so haltbar ist. Wie Daniel Engber bei „Slate“ in seiner Reaktion auf Louis C. K.s Ausbruch sehr schön festgestellt hat, sind es (zumindest laut einer Studie aus Stanford) mitnichten Smartphones, die Jugendliche am ehesten zu scheuen, unsozialen Wesen machen. Der größte Übeltäter in Sachen Isolation sind nach wie vor BÜCHER! Jemand sollte schnell Fahrenheit 451 anrufen.

Es gilt das Gleiche, was ich bereits bezüglich Google Glass argumentiert habe. Ich will gar nicht leugnen, dass technische Entwicklungen unser Kommunikations- und Sozialverhalten grundlegend verändern. Aber wir sollten eher daran arbeiten, damit umzugehen und soziale Regeln zu etablieren, die negative Folgen der Vernetzung auffangen oder verhindern, statt uns selbst und anderen pauschal ein schlechtes Gewissen zu machen, damit wir uns für den Bruchteil einer Sekunde überlegen fühlen können.

Ich habe übrigens auch Freunde, die weder Smartphone noch Facebook-Account haben. Die beschweren sich merkwürdigerweise am wenigsten darüber, dass das Internet alles kaputt macht. Kein Wunder, wir treffen uns ja auch regelmäßig.

Es gibt Leute, die sagen, wir wären nicht gut
Wir wären nur so mittel, da packt mich die Wut
Wer so was behauptet, der lügt wie gedruckt
Der gehört getreten und angespuckt
– Die Ärzte, „Wir sind die Besten“

Ein Schulkamerad von mir war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in einer der Satelliten-Kleinstädte rund um Wiesbaden. Wer freiwillige Feuerwehrleute kennt, weiß, dass sie sich sehr ernst nehmen, einerseits aus echter Leidenschaft für ihre potenziell Leben rettende Freizeitbeschäftigung. Andererseits aber auch als Bollwerk gegen die (sicher auch nicht ganz ungerechtfertigten) Vorurteile gegen freiwillige Dorffeuerwehren, ihre Mitglieder seien häufiger damit beschäftigt, den eigenen Bierdurst zu löschen, als Feuer (denn dafür gibt es ja die „richtige“ Feuerwehr).

Zur Demonstration der Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit dienten damals vor allem immer gut sichtbar getragene „Pieper“, an denen immer wieder herumgefuhrwerkt werden musste, um sicher zu gehen, dass man nicht wegen einer leeren Batterie einen Einsatz verpasst. Wer aber die Feuerwehr wirklich liebte, für den gab es zudem ein ganzes Arsenal an Devotionalien, mit denen man sich gegenüber der Restbevölkerung nicht nur als Feuerwehrmensch outen konnte, sondern gewissermaßen auch als Fan seiner selbst.

Ich erinnere mich spezifisch an eine Anzeigenseite in einem Feuerwehr-Magazin, auf der man verschiedene Aufkleber-Motive bestellen konnte, von denen mein Freund samt und sonders begeistert war. Eine kurze Google-Suche zeigt, es gibt sie immer noch, und sie stellen mich immer noch vor das gleiche Rätsel wie damals. Ich kann den Impetus verstehen, Flagge für seine Leidenschaft zu zeigen (ich habe auch T-Shirts mit Drumsets drauf), aber warum muss man sich dabei (mal ganz abgesehen von #Aufschrei-würdigen Stickern wie „Die Feuerwehrfrau – Die kluge Puppe in der starken Truppe“) immer so stark von anderen abgrenzen? Habt ihr es so nötig, euch für eure Leidenschaft zu rechtfertigen? Habt ihr nicht mehr Stolz?

Heute braucht es keine Aufkleber mehr, denn es gibt ja Facebook. Dass soziale Medien zum Echo Chamber-Effekt neigen, damit erzähle ich nun wirklich nichts Neues. Aber obwohl sie sich doch eigentlich auf diese Weise mit Ja-Sagern umgeben könnten, scheinen Leute gerade dort regelmäßig die Notwendigkeit sehen, ihr eigenes Selbstwertgefühl durch Affirmation ihrer Selbst und indirekte oder direkte Abwertung aller anderen zu polstern.

Natürlich haben die Feuerwehrsprüche überlebt. Zu meinem Gaga-Lieblingsexempel „110 – Die Männer, die man ruft; 112 – Die Männer, die auch kommen“ gibt es heute eine Fanpage. Aber das Phänomen existiert auch in Bereichen, in denen man es nicht erwartet hatte. Eine US-Bekanntschaft von mir ist Bibliothekarin und postet regelmäßig Artikel und Motivationsposter, die die Botschaft „Bibliothekare sind WICHTIG und nicht durch Google zu ersetzen“ auf die ein oder andere Weise proklamieren.* Andere Freunde, die sehr gerne lesen, scheinen sich ständig dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie Bücher lieben. Ich frage mich immer nur: Wer sind diese gemeinen Menschen, die euch eure Leidenschaften absprechen wollen? Ich nicht.

Nicht falsch verstehen: Es ist absolut gar nichts dagegen zu sagen, dass Leute Dinge toll finden. Es ist auch nichts dagegen zu sagen, dass diese Leute anderen zeigen wollen, dass sie diese Dinge toll finden, und deswegen zum Beispiel besonders herausragende oder sie just in diesem Moment glücklich machende Exemplare ihrer Lieblingsdinge mit dem Rest der Welt teilen. Schon gar nichts kann ich dagegen haben, wenn Menschen Dinge – auch aus dem Umfeld ihrer Leidenschaft – nicht gut finden und darauf aufmerksam machen wollen – so habe ich einige Facebook-Freunde, die mit Leidenschaft im Gesundheitswesen arbeiten, und immer mal wieder darauf hinweisen, wie beschissen dort zum Teil die Arbeitsbedingungen sind.

Ich habe nur etwas dagegen, wenn die Rufe plötzlich ins defensive bis passiv-aggressive abdriften, wozu sich besonders Facebook perfekt zu eignen scheint. Man hat genug Gleichdenkende im Freundeskreis, die auf „Gefällt mir“ klicken, und plötzlich fühle ich mich an eine Hip-Hop-Battle erinnert, in der es ja auch nur darum geht, sich selbst als den Größten darzustellen, indem man seine eigenen Skills lobt und die des Gegenübers disst. „Diss“ kommt von „Disrespect“. Aber woher kommt das Recht, andere nicht zu respektieren, nur weil man sich selber toll findet?

In der Werbung werden zu solchen Zwecken Imagekampagnen an den Start gebracht. Dafür reicht meist schon ein gefühltes Absinken der Gunst und häufig ist auch da so eine Spur von Defensivität zu spüren. „Wir bieten, was die anderen nicht bieten“, ergo: die anderen sind doof. Und eine ganze Menge davon ist auch in Gesetzen, wie dem Leistungsschutzrecht für Presseverlage (LSR) zu spüren. „Ha, es steht jetzt im Gesetz, dass wir wichtig sind. Unsere Leistung wird geschützt. Jetzt kann uns keiner mehr was!“

Ignorieren wir für einen Moment, dass es dabei hauptsächlich um Geld geht. Was bleibt dann übrig? Genau das, was die Gegner des LSR seinen Befürwortern vorwerfen: Das hier mit politischer Wucht eine Legitimation künstlich aufrecht erhalten wird, die der technischer Fortschritt widerlegt hat – nämlich zu behaupten, nicht die einzelnen Inhalte wären das wertvollste Gut eines Mediums, sondern nur das Medium als Ganzes, die Verpackung. Google, Blogger, Aggregatoren bereichern sich laut LSR an den Inhalten, respektieren aber nicht die Verpackung. Die Männer, die man ruft, die Männer, die auch kommen.

* Ich kann mir vorstellen, dass der Bibliothekarsberuf im Zeitalter computerisierter Suche (die tatsächlich nur einen Teilaspekt des Berufs ersetzt) bedroht ist. Darüber erfahre ich in meiner Timeline aber nichts. Stattdessen scheinen Bibliothekare unter einem lange gepflegten Minderwertigkeitskomplex zu leiden, der sich auch auf der Berufsbild-Seite des deutschen Bibliotheksverbandes wiederfindet:

Bibliothekarisches Personal wird auch heute noch gerne mit geradezu klassisch zu nennenden und immer wieder reproduzierten Klischees, die in der Öffentlichkeit über diesen Beruf existieren, konfrontiert. Von sich selbst und ihrem Berufsstand pflegen Bibliothekare jedoch eine erheblich bessere Vorstellung.
(Hervorhebung von mir)

Bild: „Marymount Basketball Team and Cheerleaders“ (Ausschnitt), Library of Virginia, Public Domain

Das Abschlusspanel des 2. Ev. Medienkongresses. (Quelle)

Beim 2. Evangelischen Medienkongress am 26. und 27. September in Mainz habe ich einen Einführungsvortrag zum Thema Kirche und Social Media gehalten, den ich auf mehrfachen Wunsch hier dokumentiere. Dies ist die leicht veränderte und mit Hyperlinks versehene Form meiner Vortragsnotizen, die Originalfolien verschicke ich bei Interesse gerne per Mail (meine E-Mail-Adresse steht im Impressum).

Der Grund, warum ich hier oben stehe, ist wohl, dass ich bis vor einem guten Jahr der Internetredakteur des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dresden war und dort auch die Social Media Präsenz aufgebaut habe, aber dazu kommen wir später noch. Ich hoffe, dass ich Ihnen für den Einstieg hier einen kleinen Überblick bieten kann, den Sie dann später in den angebotenen Workshops vertiefen können.

Ich habe mir gedacht, ich fange mit nackten Zahlen an und das heißt: Welche Angebote gibt es überhaupt? Also: Wo ist die evangelische Kirche in dem, was man Social Media nennt, überhaupt präsent? Die Evangelische Kirche in Deutschland hat 20 Gliedkirchen und ich habe überprüft, ob die EKD selbst und jede der Gliedkirchen auf den großen sozialen Plattformen vertreten sind. Diese großen Plattformen, das sind Facebook, Twitter, YouTube und GooglePlus. Ich habe diese vier genommen, weil es nun mal die Platzhirsche sind und weil dort die Zahlen am ehesten vergleichbar sind.

Die Zahlen im Vergleich

Ich weiß auch, dass das nicht die einzigen Social-Media-Kanäle sind, die es gibt. Es tut mir auch wirklich leid, wenn ich durch diese Reduktion jetzt zum Beispiel übersehen habe, dass die Sachsen bei Instagram ganz groß sind oder die Bremer bei Foursquare. Aus den großen vier jedenfalls kann man folgende Tabelle bauen:

Sie sehen, da gibt es einige Zahlen, die meisten nicht sehr groß, aber auch viele Leerstellen. Das soll jetzt erstmal überhaupt nicht wertend sein, nur eine Übersicht geben: Manche Teile der evangelischen Kirche in Deutschland machen etwas im Social Web, andere nicht. Das hängt sicher zum Teil auch mit der Größe der Kirche zusammen und damit, ob sie sich die Mitarbeiter leisten möchte, die so etwas betreuen. Aber es hängt eben auch mit der grundsätzlichen Einstellung zum Thema zusammen. Das wird dann auch deutlich, wenn man sich die kirchlichen Werke anschaut.

Da gibt es nämlich überall ganz gute Zahlen, und soweit mir bekannt ist nutzt etwa „Brot für die Welt“ das Social Web auch sehr aktiv. Allerdings ist „Brot für die Welt“ auch eine national und international agierende Institution – damit ist das Publikum größer und es gibt vielleicht teilweise auch mehr Inhalte, die in diesen sozialen Netzwerken geteilt werden können oder die für mehr Menschen interessant sind – auch wenn sie nicht direkt mit der Amtskirche zu tun haben. Zum Beispiel Nachrichten aus Krisengebieten und Informationen über die Verwendung der Mitgliederspenden.

Und dann gibt es natürlich noch die Speerspitze der evangelischen sozial-medialen Institutionen, evangelisch.de, die ja auch mal der Ort sein sollte, an dem die evangelischen Christen Deutschlands im Netz zusammen kommen sollen. Hat entsprechend auch – im Vergleich – ganz gute Zahlen aufzuweisen, vor allem auf Twitter.

Es gibt natürlich noch einige mehr, die ich jetzt hier nicht aufgeführt habe. „Chrismon“, etwa, oder „Evangelische Häuser“, die zu dem evangelisch.de-Netzwerk gehören. Und es gibt einzelne Personen, z. B. der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, die auch Facebookseiten haben und nutzen! Auf die Zahlen kommen wir später noch einmal zurück. Ich wollte mir jetzt aber erst einmal ein paar dieser gerade gesehenen Angebote – eine relativ willkürliche Stichprobe – genauer mit ihnen anschauen.

Diese Seite ist ein Platzhalter

Wir beginnen mit dem Social-Media-Angebot der Evangelischen Kirche in Deutschland selbst, also der EKD. Die ist überall vertreten. Es gibt eine Facebookseite, einen Twitter-Account und einen YouTube-Channel und die Zahlen sind dort für deutsche Kirchenverhältnisse auch okay – bei Facebook fast 2000 Fans und über 2.500 Follower bei Twitter. Aber es fällt auf, dass es eigentlich keine Interaktion gibt. Also: Der wirklich „soziale“ Aspekt des Social Web wird nicht genutzt.

Die Seiten sind hauptsächlich automatisierte Kanäle, in die Pressemeldungen einlaufen. Der YouTube-Kanal wird auch nur für Videos von Pressekonferenzen und Synoden genutzt.
Aber das ist auch so gewollt, sagt Sven Waske, der Leiter der EKD-Online-Redaktion: „Diese Seiten sind Platzhalter, da die Rechtslage derzeit noch unklar ist. Sie werden künftig in einer Gesamtstrategie neu gefasst.“ Man wollte diese Seiten erst einmal besetzen, damit sie kein anderer nutzt, aber es gibt eben noch keinen Konsens darüber, ob und wie man hier ins soziale Netz vorstoßen sollte – und daher gibt es eben erstmal nur diese einseitigen Präsenzen. Immerhin gar nicht verkehrt, dass man auch auf diesem Weg die Pressemitteilungen der EKD abonnieren kann.

Dialog mit der zunehmend atheistischen Netzkultur

Zum Vergleich: Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) hat ihren gesamten Social Media Auftritt diesen Sommer neu gelauncht. Hier wird redaktionell gearbeitet. Man bemüht sich, auch Verlinkungen auf außen stehende Angebote einzubauen, die die Follower interessieren könnten. Bilder einzubinden. Auf Twitter sieht man, dass auch Retweets und Hashtags benutzt werden. Einige andere Landeskirchen haben übrigens auch Seiten, die redaktionell betreut werden.

Hier kommt es auch zum Dialog. Natürlich wahrscheinlich nie so viel, wie man möchte und auch nicht immer mit den Leuten, mit denen man gerne reden möchte, aber das Medium wird genutzt. Und wenn dann kontroverse Themen behandelt werden, wie jüngst das Thema Beschneidung, kommt es eben auch zu kontroversen Diskussionen – auch mal mit im Netz bekannten Leuten, wie Mario Sixtus, mit dem sich dann aber auch immerhin ein Dialog entspann.

EKiR-Internetbeauftragter Ralf Peter Reimann sagt dazu: „Der Dialog auf Facebook muss auch solche Provokationen aushalten. Unser Ziel ist auch der Dialog mit der zunehmend atheistischen Netzkultur!“ Es ist natürlich Spekulation, aber das könnte das sein, was andere vielleicht noch davon abhält, diesen Schritt ins soziale Netz zu machen. Denn all das halst man sich natürlich auch auf, wenn man Social Media macht, und ich habe selbst schon öfter die Erfahrung gemacht, dass Leute wirkliche Probleme mit dieser gewissen Kontrollaufgabe im Kommunikationsprozess haben, die das soziale Netz mit sich bringt.

Ein Tweet-Gebet in der Essensschlange

Dann möchte ich noch kurz ein kleines Sonderprojekt vorstellen, weil es auch dieses Jahr den Webfish-Innovationspreis (Offenlegung: Dort saß ich in der Jury) gewonnen hat: das „Twittagsgebet“, das – wie man am Logo sieht – der Badischen Landeskirche entspringt. Dahinter stand die Frage, wie man ein spirituelles Angebot in einem Twitterkanal unterbringen kann. Entstanden ist ein Twitterkanal auf dem jeden Mittag um 12 Uhr ein Tweet-Gebet gesendet wird, das zum Innehalten einlädt und oft auch auf aktuelle Ereignisse bezug nimmt.

Das ist auch nicht unbedingt interaktiv – hier findet kein Dialog statt – aber das wissen die Macher auch und das ist auch ganz bewusst. „Wir wünschen uns den Nutzer, der mittags in der Essensschlange steht und seine Timeline checkt und sich dann über unseren Tweet freut“, sagt Oliver Weidermann, der Gründer und Koordinator des Twittagsgebets. Das soziale entsteht dann eher dadurch, dass ein Twittagsgebet retweeted werden kann und die Follower es so mit ihren Followern teilen.

Also auch wenn es keine direkte Interaktion gibt, hat man sich hier zumindest wirklich Gedanken darüber gemacht, wie man das Medium auf spezielle Weise einsetzen kann – indem man eben solche Tagesgedanken auf 140 Zeichen eindampft – und das funktioniert ja auch.

Mitten im Hype-Cycle

Der letzte Kandidat, evangelisch.de, hat diesen Herbst seinen dritten Geburtstag gefeiert. Ich habe damals selbst noch im GEP in Frankfurt gearbeitet als evangelisch.de an den Start ging und ich erinnere mich noch gut an die Aufbruchsstimmung die damals dort herrschte. Der Plan war, etwas auf die Beine zu stellen, was die evangelische Kirche endgültig im Internetzeitalter ankommen lässt. Eine Nachrichtenseite mit angeschlossener Community, die aber anders, persönlicher und spiritueller, funktioniert als die weltlichen Medien und damit alle evangelischen Christen in Deutschland anspricht.

Heute sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Die Community ist vor ein paar Monaten geschlossen worden. Die wenigen Nutzer die es dort gab, fanden das natürlich sehr schade. Aber im Rückblick konnte evangelisch.de als eigenes soziales Netzwerk einfach nicht bestehen. Die Dinge, die funktioniert haben, etwa eine universelle Anlaufstelle für geistliche Fragen, hat man behalten und sie werden jetzt unabhängig weitergeführt.

Es hat also alles nicht ganz so geklappt wie man sich das vorgestellt hat – und ich finde die Seite jetzt auch optisch nicht mehr so schön und ein bisschen labyrinthisch – aber die Konsequenz ist eben, dass die Redaktion jetzt mit etwas weniger Hype im Rücken weitermacht. Portalleiter Hanno Terbuyken: „evangelisch.de ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir sind ein Teil des Angebots, ein Knotenpunkt im Verbund christlicher Websites im Netz. Und wir haben einen klaren publizistischen Auftrag und daran hat sich nichts geändert.“

Ich mochte diesen Gedanken eigentlich: Dass man jetzt vernetzter denkt und auch auf der Leitungsebene nicht mehr so stark wie am Anfang der Meinung ist, man hätte jetzt den endgültigen Schlüssel dazu gefunden, wie evangelische Kirche im Netz funktioniert. Und Hanno Terbuyken hat mir dennoch glaubhaft versichert, dass er mit dem, was evangelisch.de im Moment produziert, sehr zufrieden ist.

Ich musste da ein bisschen an den „Gartner Hype Cycle of Emerging Technologies“ denken, ein Index, auf dem jedes Jahr aufgezeichnet wird, wo sich entstehende Technologien gerade auf ihrem Erwartungshorizont befinden – und der beginnt eben immer mit einem großen Hype voller zu großer Erwartungen, stürzt dann ab in ein Tal der Desillusionierung (das hatte evangelisch.de vielleicht letztes Jahr) und bewegt sich dann aber stetig auf ein produktives Plateau zu. Es bleibt zu hoffen, das evangelisch.de jetzt auf dem besten Weg dahin ist.

Wenn man jetzt die Zahlen vom Anfang alle mal addiert – ich nehme jetzt mal die Facebook-Zahlen aller Landeskirchen, der EKD und von evangelisch.de – dann kommt dabei eine Zahl knapp unter 8000 heraus. Das ist also die Zahl der Leute, die die offiziellen Facebookseiten der evangelischen Kirche erreicht. Die eigentliche Zahl ist natürlich niedriger, da davon auszugehen ist, dass viele Leute mehrere dieser Seiten geliket haben. Auch die Werke fehlen jetzt in dieser Summe, aber zu denen passt das Motto „I like evangelisch“ auch nicht besonders gut, denn ich möchte wetten, das ein Großteil der Bevölkerung weder „Brot für die Welt“ noch die „Diakonie“ direkt mit der evangelischen Kirche in Verbindung setzt.

Auf Augenhöhe

Vergleichen wir dazu eine Seite namens „evangelisch im Facebook“. Die hat fast halb so viele Fans wie alle anderen zusammen, stammt aber nicht aus einem offiziellen Kanal. Andererseits hat sie die Kurz-URL facebook.com/evangelisch – dort passt also das Vortragsthema am besten. Und dort, soweit ich das beobachten kann, passiert, was auf den meisten anderen Seiten nicht passiert. Bis zu sechs mal am Tag wird ein Impuls gepostet, manchmal ernst, manchmal witzig, und dann wird das weitergegeben und diskutiert – natürlich auch nicht immer nur gut und auch hier treiben sich viele von den Menschen herum, die für die Kirche nach außen hin natürlich nicht gerade das beste Bild abgeben. Aber – hier ist ein echtes soziales Medium am Start. Hier findet so etwas ähnliches wie Gemeinde statt.

Gemacht wird das ganze – das hat im StudiVZ (der ein oder andere erinnert sich noch) angefangen und ist dann auf Facebook umgezogen – von drei Mitgliedern der Evangelischen Studierendengemeinde Stuttgart, Stefan Hartelt, Contanze Borchert und Astrid Lowien. Die drei investieren ehrenamtlich jeder etwa 90 Minuten am Tag, um diese Seite zu pflegen und sich neue Impulse einfallen zu lassen. Und obwohl Stefan Hartelt auch in der Web 2.0-AG der Württembergischen Landeskirche sitzt, bekommen die drei nur ganz verhaltenen Rückhalt von offizieller Seite.

Ich habe sie gefragt, ob sie sich in Konkurrenz zu evangelisch.de sehen. Und als Antwort habe ich von Stefan Harrtest bekommen: „Wir fragen uns immer: wie können wir so professionell sein wie evangelisch.de?“ Die drei sind also auch sehr bescheiden, sehen die Profis eher als Vorbild – obwohl sie als Amateure eigentlich viel erfolgreicher sind – und, wie sie erzählen, auch sehr wenig Probleme mit Pöblern haben, und noch nie jemanden sperren oder einen Beitrag löschen mussten, also weitgehend in Frieden gelassen werden.

Ich habe mich gefragt – das ist nur eine These – dass es vielleicht gerade dieses amateurhafte auf Augenhöhe ist, was die Leute zu dieser Seite zieht. Dass sie eben hier nicht Informationen von Profis durchgereicht bekommen. Vielleicht funktionieren Social Networks – zumindest in solchen so privaten und emotionalen Bereichen wie Kirche und Glauben – einfach so, oder zumindest: auch so.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag hat natürlich auch noch eine sehr erfolgreiche Facebookseite (und auch einen Twitterkanal mit 1200 Followern, da ist evangelisch.de erfolgreicher). Die betreue ich inzwischen natürlich nicht mehr, das macht jetzt meine Nachfolgerin Silke Roß. Wir hatten den Vorteil, dass dort scheinbar eine Meute von Leuten auf uns wartete, die nur noch abgeholt werden musste. Denn im Gegensatz zu den Kirchen, wo ja viele Leute Mitglied sind, aber nur wenige wirklich aktive Mitglieder, sind die Kirchentags-Teilnehmer ja fast alle sehr involvierte Menschen.

Das Nicht-Geheimnis des Kirchentages

Das interessante ist, dass ich seitdem, also seit diese Facebookseite und auch der Twitterkanal für evangelische Verhältnisse so erfolgreich ist, das heißt: seit Frühjahr 2011, schon mehrmals zu ähnlichen Veranstaltungen wie dieser hier eingeladen worden bin, um darüber zu reden, wie wir das gemacht haben. Und ich erzähle dann immer, was wir, dass wir versucht haben, uns auf die Vorfreude zu konzentrieren, damit wir die zwei Jahre zwischen den Kirchentagen überbrücken können. Dass wir einen lockeren, persönlichen, aber nicht flapsigen Ton gewählt haben. Und dass wir versucht haben, auf alles zu reagieren, was uns an Fragen und Kommentaren entgegen kam. Und irgendwie hat das geklappt.

Das heißt: die einzige Social-Media-Expertise, die da eigentlich reingegangen ist, ist meine private Erfahrung im Social Web vor diesem Job, die Berichterstattung darüber, die ich als Medienjournalist leisten durfte, und die Bereitschaft, das Medium und seine Nutzer ernst zu nehmen, nicht nur als Verbreitungskanal, sondern als Plattform. Und kurz nach dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden hatten wir dann plötzlich die 10.000er-Marke überschritten.

Ich habe auch Gespräche geführt mit Werbern und anderen Medienmenschen, denen das alles viel zu konservativ war: zu wenig Provokation, zu wenig viral, nicht spektakulär genug. Aber ich habe immer gedacht, dass die Internetweisheiten, die für Unternehmen gelten, in diesem speziellen Umfeld nicht immer das Richtige sind. Und ob das stimmt oder nicht, dafür sind Sie ja hier, um das zu diskutieren.

Image: Wikimedia Commons

I’m not usually an early adopter. I am too stingy for it. Spending large amounts of money on a new thing that hasn’t proven it will catch on yet and whose subsequent generations will fix all the faults the first one had? Lunacy! But there is one thing about which I can still tell the tale that I was there before most everyone else I know – and that’s Facebook.

I got lucky, though. In the fall of 2005, I moved from Germany to Edinburgh to spend a semester abroad. Conveniently, this was after Facebook had expanded to UK universities but before it opened up to everyone everywhere, one year later. So, while everyone in Germany was still connecting on the German Facebook Clone StudiVZ, I was already using the Next Big Thing to hit Germany. And that’s my claim to early adopter fame.

Facebook

It’s true what they say, Facebook is creating a sort of second, parallel internet. If you are using it, you notice stuff that you don’t notice when you are not using it. I have basically stopped using e-mail for communicating with people I know on Facebook. Instead of sending out invites to communal activities, I just create an event. And the sort of private blogging that I used to do before I started this „serious“ blog (on Livejournal, I dare you to find my blog, it’s still up) has migrated to Facebook as well. Mostly in short status updates, of course, but sometimes I also still use Notes, the almost-forgotten Facebook blogging app.

Don’t listen to the haters. For me, Facebook has gotten better with every update. Now, with the introduction of Timeline and the revamping of Groups, it is finally a real „best of both worlds“ experience. Before, I politely declined friend requests from people I didn’t know too well, because I am still using Facebook for lots of pretty personal stuff. Now, I’m fine with friending colleagues and distant acquaintances, because I simply move them too the appropriate list. Lists also helped me cope with my internet bilinguality (more on that next episode). I can finally write updates in German and not spam my English-speaking friends‘ news feeds with them. At the same time, timeline now finally has become a reliable archive of my life and online activity and will probably come in handy some day – if only they added a good search function soon.

What does Facebook do for me, newswise? I sometimes pick up stories from there that I missed elsewhere. My friends’s status updates sometimes alert me to topics, blogs, etc. I wouldn’t have caught without them. I follow several bands, which is great for not missing when they go on tour, and movie projects (although most of them don’t really do that good of a job). Mostly, though, it still connects me with personal friends on a personal level. The few times that I have actually entered into discussions with people didn’t go so well.

If you want to discuss stuff with me, feel free to do so. Some of my profile is actually public and I allow subscriptions. The fact that I haven’t enabled public search, however, shows that Facebook is still more of a private medium for me.

Twitter

While Alex and Facebook were a natural fit, it took Twitter and me a while to become friends. I needed to read about it for a long time before I decided to try my luck there. As you might tell from this blog, expressing thoughts in 140 characters is not really my forte and I am witty only very occasionally (terrible, terrible puns are more my specialty). I also have a really old smartphone that takes ages to even load the Twitter app (I had a newer one but it got stolen – the difference on my Twitter behaviour is palpable). So I don’t tweet too often and I have few followers and even less who follow me because of what I tweet (I guess). Even though this scratches my ego somewhat, I have since found that you don’t need a lot of followers to use Twitter as an awesome cherry on the media cake.

Twitter is my serendipity machine. In its own very limited way it breaks through my filter bubble and points me to things I wouldn’t have noticed without it. Even though I follow mostly people who are either famous or from my field or both, there are enough of them and the connection with them is weak enough to transcend the feedback loop of social networking. Whenever I feel like finding something new or leftfield, I head to Twitter.

I also love to use Twitter as a running commentary on current events. The best experience I have probably had was watching the Oscars this year (always a very lonely affair in Germany because of the time difference). I had my Twitter feed running the whole time, tweeted myself and somehow felt like I was watching the ceremony with a circle of cool friends.

Twitter is not an essential part of my media diet. I also think it is a much better tool for freelancers than for regular employees – I’m not allowed to tweet about most of the interesting stuff that happens to me – and I have found that I am simply more of a blogger than a microblogger. But I wouldn’t want to miss Twitter in there. It makes for some very interesting flavouring.

The Rest

I registered on StudiVZ, the dying German copycat-cousin of Facebook, with an e-mail-address that has since been deactivated. I can’t remember my password so I haven’t been able to log in and see the devastation for some years now.

I try to use Xing, the German copycat-cousin of LinkedIn, as a business profile, giving people who don’t know me personally an alternative to Facebook. I hardly ever use it and I wouldn’t know why I should start, especially since Facebook made the list feature more prominent.

I have a Google+ profile, but I have yet to use it. Why the heck should I hang around two sites with almost the exact same functionalities? I hear people say the conversations on Google+ are better. I was never unhappy with the conversations on Facebook.

That’s about it for my media diet, but I have one more topic left to cover, so there will be a part 5 about the pain in the ass that bilinguality can be.

Navel Gazing is a multi-part blog series about my personal media consumption habits, meant as a case study and a moment of self-reflection on account of Real Virtuality’s third birthday.

Die Website Lamebook, die lustige und dumme Statusmeldungen von Facebook sammelt und zum Amusement aller anonymisiert weiterverteilt, streitet sich derzeit mit dem Quell seines Humors, Facebook.

Auch „Zeit Online“ hat über diesen Vorgang berichtet. Zu großen Teilen schildert der Artikel die heftige Reaktion von Facebook, die das US-Blog „Techcrunch zuvor auch dokumentiert hatte – unter anderem hatte Facebook Postings, die das Wort „Lamebook“ enthielten, für längere Zeit gesperrt. Ein Nutzer, der versuchte, einen Link zu „Lamebook“ zu posten, erhielt eine nicht zu umgehende Warnmeldung, er würde Spam posten.

An einer anderen Stelle im Artikel jedoch erscheinen die Maßnahmen von Facebook doch etwas arg drakonisch:

Die Blockade ging so weit, dass Facebook sich in die Kommentar-Threads einzelner User einmischte und sie vor der Verwendung des Begriffes warnte – wie Lamebook selbst dokumentiert.

Ein Kevin schrieb in seine Statusmeldungen den Beginn eines sogenannten Knock-Knock-Jokes: „Klopf, klopf.“ Eine Natalie ging auf den Gag ein und antwortete: „Wer ist da?“ Kevin: „LAME…“ Natalie: „Lame wer?“ Um sofort eine Antwort von Facebook zu bekommen mit den drohenden Worten: „Hey Kev, wenn ich du wäre, würde ich den Witz nicht beenden.“

(Link im Originalartikel)

Bei näherem Hinsehen werden hier jedoch Zweifel wach. Nicht nur, weil Lamebook selbst nach seinem angeblichen Screenshot ein „Ba-doom chhh!!“ hinterherschickt, sondern weil es doch tatsächlich sehr ungewöhnlich wäre, wenn ein großes Unternehmen wie Facebook sich dazu herablassen würde, seinen Nutzern zu drohen, sie dürften einen Knock-Knock-Joke nicht zuende erzählen (zumal die ganze Pointe dieser Witzgattung darin liegt, dass selten das dabei herauskommt, was man zunächst vermutet).

Eine kurze Nachfrage bei „Lamebook“ ergibt auch genau das:

[Y]ou are correct in your assumption. The Knock-Knock-Joke post was photoshopped just to make a point … like a political cartoon, if you will.

So kann es gehen. Man berichtet über Satire und fällt am Ende selber rein. Und wenn man dann nicht auf Hinweise reagiert bleibt alles tagelang im Netz stehen.

P. S.: Ich entschuldige mich für die Schadenfreude.

Als die Ankündigung vor zwei Jahren über die Ticker lief, war das Gelächter groß: David Fincher, verehrter Hollywoodregisseur von Generation-Y-Hits wie „Fight Club“ und „Sieben“, will einen Film über Facebook machen? Das schien fast so absurd wie die Pläne von Ridley Scott, „Monopoly“ zu verfilmen. Selbst als der beeindruckend unheimliche Trailer mit der Kinderchorversion von Radioheads „Creep“ durch die Leitungen gejagt wurde, hagelte es noch Parodien – nach dem gleichen Konzept aufgezogene Fake-Trailer über E-Bay, Twitter und Youtube drehten alsbald ihre Runden.

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