Wie wenig das Marktschreiertum der Elektronikhersteller, das sich auch deutlich im Programm der bevorstehenden IFA widerspiegelt, insbesondere mit der deutschen Realität zu tun hat, merkt man schnell, wenn man mit hiesigen Fernsehmachern telefoniert. 3-D-Fernsehen „ist für uns auf absehbare Zeit kein Thema“, heißt es beim ZDF. Man beobachte die Entwicklung „mit Interesse“, aber ohne „konkrete Planungen“, lautet die Auskunft der Mediengruppe RTL.

Weiterlesen in epd medien 67/2010

Kurz gefragt III

17. Juli 2009

Welche arme Kirche musste bluten, damit das ZDF den merkwürdigen Tisch in seinem heute startenden Nachrichtenstudio bauen konnte?

(Eine Frage zu einer Bildunterschrift von FAZ.net, die natürlich inzwischen korrigiert wurde)

Worte zum Wochenende

17. Juli 2009

Mehr über “Kreativwirtschaft” und “Input” können Sie demnächst in meinem neuen Buch “Die 1.000 dümmsten Begriffe des frühen 21. Jahrhunderts” nachlesen. Auf den Seiten zwischen “Digital Native”, “Generation Upload” und “fail”.

Lukas Heinser , Coffee and TV
// Der Weg zum Rockstar in sechs Millarden Schritten

However, it turned out that Smith was not a time-travelling Terminator but was in fact suffering from the effects of LSD and marijuana. He was charged with indecent exposure and resisting a police officer.

Yahoo! News
// Police Arrest Naked Terminator
[via Geekologie]

Die Wahrheit ist, dass viele Menschen nach wie vor zurückgelehnt fernsehen wollen.

Leo Busch, in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel
// Vorsicht, Hype!

Mit Hilfe vieler historischer Bilder und Filmsequenzen sowie Berichten prominenter Zeitzeugen wie zum Beispiel Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Michail Gorbatschow vermittelt er ebenso unterhaltsam wie lehrreich die Geschichte der Deutschen Einheit, wie sie wirklich war.

Pressemitteilung von Semmel Concerts
// Die Deutsche Einheit – Wie es wirklich war

Baby Borrowers

25. Mai 2009

Inzwischen wurde „Erwachsen auf Probe“ der Presse und den Kritikern gezeigt. Die Reaktionen in den Feuilletons fallen gemischt aus, alle sind sich einigermaßen einig, dass Fernsehmacher und besorgte Kritiker nicht die gleiche Sprache sprechen.

Wer mal einen Eindruck davon bekommen will, wie die Serie gedreht wurde, wird auf den Seiten der BBC fündig. Die haben die ganze Diskussion schon hinter sich und zeigen inzwischen schon Baby Borrowers on Holiday. Der Beitrag zeigt ein recht interessantes „Behind The Scenes“.

Zurzeit arbeite ich an einer Meldung über die Bemühungen der Community von giga.de, das Fortbestehen ihres Senders zu sichern. Konkret geht es vor allem darum, doch einfach die ARD zu fragen, ob sie das Format nicht in irgendeiner Weise fortführen will. Die Meldung erscheint erst morgen, doch ich habe für die Recherche ein E-Mail-Interview mit einem besonders aktiven Mitglied im Rettungskampf geführt. Und da habe ich mir gedacht: Wofür sollte dieses Blog hier denn besser geeignet sein, wenn nicht, um solche durchaus interessanten Dokumente auszuwerten, die in der knappen Berichterstattung sonst untergehen würden.

Mein Interviewpartner war Dirk, der im Forum als „TheTool“ auftritt. Er hat dort den konkreten Vorschlag gemacht, GIGA der ARD anzubieten, weil die sich schließlich keine Sorgen um Werbeeinnahmen machen muss. Sein Thread ist inzwischen über 200 Seiten lang, der Enthusiasmus der Community nimmt kein Ende.

Wie kamst du auf die Idee?

Als ich von der Einstellung Gigas gehört habe, war ich erst einmal ein bisschen deprimiert. Von Freitag bis Sonntag las ich die verzweifelten Rettungsversuche einiger Personen im Giga-Forum. Ich dachte mir aber da bereits dass solch eine Aktion, wenn sie Erfolg haben sollte, sehr durchdacht sein müsste. Ausserdem müsste eine Idee hinter ihr stehen, die langfristig für Erfolg sorgt.

Da die öffentlich-rechtlichen Sender nunmal durch unsere GEZ-Gebühren finanziert sind und Premiere Giga aufgrund wegbrechender Werbeeinnahmen eingestellt hat, kam mir in den Sinn, dass man die ARD davon überzeugen müsste ein eigenes tägliches Programm im Stil von Giga zu entwerfen, oder wenn möglich Giga als TV-Programm für einen ihrer vielen Spartenkanäle zu übernehmen.
Im Endeffekt dachte ich dass dieses Sendekonzept zu der ARD, die ja bekanntlich seit längerer Zeit schon versucht ein jüngeres Publikum zu erreichen, passen würde und habe es einfach auf einen Versuch ankommen lassen.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Mittlerweile sind wir mit dieser Aktion so weit, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Mehrere tausend Community Mitglieder haben bereits ihre Mail an die ARD abgesendet, um die Verantwortlichen dadurch dazu zu bringen sich näher mit dem Thema auseinander zu setzen.
Seit Anfang der Woche erhalten wir massive Unterstützung seitens verschiedener Medien. Sowohl kommende Radiointerviews z.B. mit Radio Fritz als auch die die Berichterstattung auf Webseiten wie z.B. Spiegel Online und Chip.de trägt dazu bei, dass unsere Aktion nicht ungehört verhallt.

Gab es bisher irgendeine ernstzunehmende Reaktion von den angeschriebenen Sendern – also nicht aus den Zuschauerredaktionen, sondern von irgendwo anders? Oder von Seite von GIGA?

Seitens des GIGA Teams gab es in Form eines Foreneintrags eine erste Reaktion. Darin zeigt sich die GIGA-Crew mehr als nur begeistert über unsere Aktion.
Ansonsten halten sich bisher alle offiziellen Stellen recht bedeckt, aber ich bin zuversichtlich dass sich das bald ändern wird.

Was glaubt ihr tatsächlich bewegen zu können? Ist das alles ein frommer Wunsch, der ein bisschen Wirbel machen soll, ein letztes Aufbäumen, oder glaubt ihr tatsächlich, dass irgendwas passieren wird?

Zu allererst steht natürlich der Wunsch die Community und den Sender zu erhalten.
Da wir bei allen Wünschen aber alle auch realistisch bleiben müssen, hoffen wir mit unserer Aktion die Verantwortlichen der ARD dazu zu bringen, sich zumindest mit einem Digital Entertainment Konzept wie Giga auseinander zu setzen und dies zu diskutieren. Sollte allein nur das geschehen, wäre es in der deutschen TV-Geschichte sicherlich ein einzigartiger Erfolg der zeigen würde welch enorme Kraft in einer großen Community wie dieser steckt und welche Dinge gerade auch junge Menschen mit einer friedlichen Aktion bewegen können, wenn sie ein gemeinsames Ziel haben für das es sich zu kämpfen lohnt.

Der Sender GIGA wird ja sowieso nicht weiterbestehen, höchstens als Sendung könnte das Konzept überleben – oder auch nur die Webcommunity, würde dir das reichen?

Nein, definitiv nicht. Ich bin mit meiner Idee nicht angetreten um einzig und allein die Webseite zu erhalten. Natürlich freue ich mich wenn die Community weiter bestehen würde und werte auch das als Erfolg, da in der momentanen Situation ja sowohl der Sender als auch die Community aufgelöst werden sollen. Trotzdem ist es unser erklärtes Ziel auch ein begleitendes TV-Programm zu erhalten. Online-Communities gibt es viele, aber gerade diese Mischung aus Web und TV und die absolute Interaktivität zwischen beiden Medien war genau das, was den Reiz von Giga ausgemacht hat und dieses Zusammenspiel war einmalig in der deutschen Medienlandschaft.

Was ist als nächstes geplant? Wie stehen eure Hoffnungen? Habt ihr vor das ganze vom anarchischen Community-Aufschrei aus irgendwie zu „professionalisieren“? Investoren zu suchen etc. um zumindest die Community am Leben zu erhalten?

Wie Stephan Borg, der Geschäftsführer von Giga, bereits in seiner Mitteilung vom letzten Freitag klar gemacht hat, sucht Giga momentan selbst nach Möglichkeiten zumindest die Community zu erhalten. Daher sind von unserer Seite derzeit keine Aktionen in dieser Richtung geplant. Wir konzentrieren uns ganz darauf mit unserer Aktion so viel Aufmerksamkeit in den Medien und der Bevölkerung zu erlangen dass die ARD, die sich bis zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht dazu geäussert hat, sich dem Thema Digital Entertainment nicht länger verschließen kann und auf unsere Anfragen zumindest mit einer Stellungnahme reagieren muss.

Eine weitere Professionalisierung der bestehenden Aktion, sofern sie denn nötig ist, schließe ich zu diesem Zeitpunkt nicht vollkommen aus und habe mir auch bereits Gedanken gemacht wie es weitergehen könnte. Allerdings möchte ich dazu an dieser Stelle noch nichts verraten und erst einmal die Reaktion der ARD abwarten.

Abschließend möchte ich mich noch bei der gesamten Giga Community für das wirklich großartige und wahnsinnige Engagement bedanken. Ohne euch würde diese Aktion nicht dort stehen wo sie jetzt ist. Ihr habt gezeigt dass ihr etwas bewegen könnt wenn ihr alle mit vereinten Kräften agiert und das ist etwas worauf jeder von euch stolz sein kann. The Future is you!

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