Worte zum Wochenende

15. Januar 2010

Ungefähr die Hälfte aller WDR2-Songs klingt so ähnlich, dass man sich beim Zählen ständig vertut: Eine junge Frau singt ein bisschen soulig über einen Typen, der sie schlecht behandelt, den sie aber trotzdem liebt. Sie bleibt eine tapfere, eigenständige Frau, während im Hintergrund das von den 1960er-Jahren inspirierte Arrangement mit Bläsern und Chören schunkelt. Mark Ronson hat das Tor zur Hölle aufgestoßen, als er Amy Winehouse und Lily Allen produzierte.

Lukas Heinser , Coffee and TV
// Ich, WDR 2

Moment mal, zwischen Troisdorf und Brandherden wie Karystos liegen laut Distance Calculator 1970,9 Kilometer – und das ist so rund ein halber Kontinent? Solche Argumente ziehen nicht, wenn Sie deutscher Journalist sind.

Thomas Knüwer , Indiskretion Ehrensache
// In einem Land weitab von deutschen Redaktionen

My hope is that NBC and I can resolve this quickly so that my staff, crew, and I can do a show we can be proud of, for a company that values our work.
Have a great day and, for the record, I am truly sorry about my hair; it’s always been that way.

Conan O Brien , The Tonight Show
// Conan O’Brien Says He Won’t Host ‘Tonight Show’ After Leno

Es ist eine Sauerei, unsere Musik niederzumachen! Sie wissen weder was von unserer Geschichte, noch von unseren Fans. Sie haben überhaupt kein Vorwissen und schreiben trotzdem brutal negativ!

Bernd Ulrich, Amigos , im Interview mit der Frankfurter Rundschau
// „Sauerei, unsere Musik niederzumachen“

Worte zum Neujahrswochenende

31. Dezember 2009

Once again, at a time of year when critics are picking their 10-best lists for 2009, we jump back ninety years and give our choices for 1919.

Kristin Thompson and David Bordwell, Observations on Film Art and FILM ART
// The ten-plus best films of … 1919

I think Homestar presages a new webstalgia: I may never find myself getting misty over the Dancing Banana, but Get Your War On? All your Web touchstones are belong to us. I fully expect to get a little teary someday when we start playing Hot Or Not over warm Jell-O at the Robot-Assisted Living Facility for Retired Singulatarians.

Scott Brown, Wired
// Why Some Memes Never Die

Ich wies darauf hin, dass „Pirate Coelho“ seit 2005 im Netz stand und dass die Absatzzahlen stetig angestiegen waren. Daraus folgte, dass die klassische Art des Vertriebs von der Filesharing-Variante profitierte. Meinen hochverehrten Verlegern fiel es allerdings schwer, die Sachlage richtig einzuschätzen.

Paulo Coelho, Frankfurter Rundschau
// König der Piraten

Your correct usage of the word will determine whether or not I kick you in the hemorrhoids.

Matthew Inman, The Oatmeal
// Ten Words You Need to Stop Misspelling

Joachim Frank ist seit Mitte Mai – seit Uwe Vorkötters Wechsel zur „Berliner Zeitung“ – Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“, gemeinsam mit Rouven Schellenberger, der vorher auch schon Chefredakteur war.

Blogger plädieren immer dafür, zu seinen Fehlern zu stehen. Ich habe noch nicht ganz begriffen, ob das auch bedeutet, Fehler zu erzählen, die sonst keiner mitbekommt. Aber weil ich mich dieser Peinlichkeit gerade irgendwie entledigen muss, mache ich das jetzt gerade mal.

Ich habe mir angewöhnt, wenn mich Leute anrufen oder ich mit Leuten verbunden werde, die ich nicht sofort kenne, die ich aber dann später in einem Artikel zitieren will, am Ende des Gesprächs noch einmal sicherheitshalber nach ihrem Namen zu fragen. Das ist zwar immer ein bisschen doof, weil man damit zugibt, den Namen am Anfang nicht richtig verstanden zu haben, aber dafür ist man auf der sicheren Seite, denn wenn man den Namen manchmal nur ein bisschen falsch verstanden hat, ist es manchmal sehr schwer, noch die richtige Schreibweise und dann dazu beispielsweise den Vornamen herauszufinden (mit einem Nachnamen wie meinem kenne ich das Problem umgekehrt nur zu gut).

Man ahnt, worauf dieses Posting hinausläuft: Man gibt mit so einer Nachfrage gelegentlich natürlich auch zu, dass man nicht genau weiß, mit wem man eigentlich gerade geredet hat.

Das ist mir heute passiert. Der Chefredakteur der FR, Joachim Frank, rief mich an und am Ende eines Gesprächs, was ich bis dahin (wie ich meinte) ganz gut gehändelt hatte, fragte ich dann natürlich nach: „Sagen Sie mir bitte nochmal ihren vollen Namen…“ Das tat er dann auch pflichtschuldig und fügte mit einem hörbaren Lächeln in der Stimme hinzu: „Ich bin einer der beiden Chefredakteure.“

Ich dankte und legte gelassen auf, aber innerlich dachte ich natürlich etwa das hier. Wie peinlich. Und das ausgerechnet bei der FR, wo ich früher selbst mal geschrieben habe und der ich mich immer noch durchaus verbunden fühle.

Ich hoffe ein drei Monate alter Chefredakteur kann einem jungen Journalisten eine solche Unverfrorenheit vergeben.

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