Die deutsche Film-Blogosphäre hat gewählt – und dabei wusste sie es gar nicht. Ich habe mich am Neujahrsmorgen durch insgesamt 44 Blogs und Blog-Autoren gewühlt, Bestenlisten zusammengesucht und daraus eine (höchst unwissenschaftliche) übergreifende Bestenliste zusammengerechnet. Der Film des Jahres liegt dabei so weit vorne, dass kein anderer ihm ernsthaft Konkurrenz machen konnte – er war wohl unter Filmguckern doch irgendwie das Filmereignis des Jahres. Ansonsten halten sich in der Top 20 amerikanisches und Weltkino, Oscar-Mainstream und Middlebrow-Arthouse ganz gut die Waage finde ich. Was meint ihr?

1. Gravity

© Warner Bros.

2. Django Unchained

© Sony Pictures

3. Inside Llewyn Davis

© StudioCanal

4. Spring Breakers

© Wild Bunch

5. Before Midnight

© Prokino

6. Zero Dark Thirty

© Universal Pictures International

7. Jagten

© Wild Bunch

8. Stoker

© 20th Century Fox

9. Silver Linings Playbook

© Senator Film

10. Rush

© Universum Film

11. The Broken Circle Breakdown
12. The Act of Killing
13. The Master
14. The Place Beyond the Pines
15. De rouille et d’os
16. Only God Forgives
17. Captain Phillips
18. Frances Ha
19. The Great Gatsby
20. Leviathan

Zur Methode: Datengrundlage sind insgesamt 44 Top-10-Listen oder Lieblingsfilm-Nennungen aus deutschsprachigen Filmblogs. Die Blogs stammten aus meiner eigenen Blogroll, dem „Film Blog Group Hug“-Verteiler, der Gruppe Top 10 Moving Pictures of the Month auf Facebook (wenn ich ein Blog zu den Autoren gefunden habe), sowie den Teilnehmenden am „Media Monday“ des Medien-Journals). Bei Mehrpersonenblogs wurde jede Personenliste einzeln gerechnet.

Die Filme wurden nach einem Punktesystem geordnet. Bei nummerierten Top-10-Listen bekam der erste Platz 10 Punkte und so weiter bis zum 10. Platz, der 1 Punkt bekam. Bei nicht nummerierten „Zehn besten Filmen“ bekam jeder Film 5 Punkte. Bei weniger als 10 genannten Filmen bekam der erste Platz 10 Punkte und so weiter absteigend (das heißt, zum Beispiel, dass bei Einzelnennungen des Lieblingsfilms im Media Monday Silvester Special jedes Mal 10 Punkte vergeben wurden).

Mir ist bewusst, dass ein solcher Punkteschlüssel statistisch kaum Sinn ergibt, zumal etliche Blogs bestimmt fehlen, aber es geht um den Spaß und eine Gesamttendenz ist schon irgendwie ablesbar. Die Gesamtliste mit Punkten und ausgewerteten Blogs ist auf Wunsch bei mir einsehbar.

© StudioCanal

Die Zeit der Rückblicke ist beinahe vorbei. Nach einer Retrospektive auf einige allgemeine Lebens-Highlights des Jahres wird es nun wie jedes Jahr Zeit für eine Liste der Filme, die mich dieses Jahr persönlich am meisten beeindruckt haben.

Leider folgt auch wie immer an dieser Stelle der Hinweis, dass ich nicht alle Filme sehen konnte, die ich gerne gesehen hätte. Gerade im Nachholmonat Dezember hat mich eine längere Abwesenheit vom Alltag daran gehindert, noch ins Kino zu gehen. So konnten Filme wie La Grande Bellezza, La vie d’Adèle, Captain Phillips und The Act of Killing leider nicht mehr in meine Gesamtauswahl einfließen. Wie üblich habe ich Filme in Betracht gezogen, die 2013 in Deutschland regulär im Kino starteten oder auf Festivals zu sehen waren. Und weil Abwechslung das Leben frisch hält, fange ich dieses Jahr mal mit Nummer 10 statt Nummer 1 an.

10. Star Trek Into Darkness

Ich habe die Tendenz, auf Platz 10 meiner Liste einen Film zu setzen, den ich einfach besser fand als seinen Ruf. Meistens einen von den großen, dummen Blockbustern. Mit Star Trek Into Darkness hatte ich zwei Bombenstunden im Kino und ich ziehe außerdem den Hut vor den Continuity-Verrenkungen der Autoren. Ich habe außerdem Angst davor, den Film noch einmal zu sehen und all die Makel zu erkennen, die alle anderen ihm ankreiden. Aber dafür habe ich ja noch ein paar Jahre Zeit.

© Paramount Pictures

9. The Place Beyond the Pines

Ich habe ernsthafte Probleme mit dem merkwürdigen Sozialdeterminismus, mit dem Derek Cianfrances Film einen aus dem Kino entlässt. Nicht, dass ich nicht denke, dass die Entscheidungen unserer Eltern einen Einfluss auf unsere Entscheidungen haben, aber Pines zeigt eine Unausweichlichkeit, die mein optimistisches Ich nicht mittragen will. Mein Lob gilt daher vielmehr der Chuzpe, einen Film zu machen, der Godfather Part II-mäßig mehrere Geschichten erzählt, die eigentlich eine Geschichte sind, ihn mit erinnerungswürdigen Charakteren zu bevölkern und nebenbei ein paar formelle Kapriolen zu schlagen. Das sieht man leider nicht allzu häufig mehr im amerikanischen Kino.

8. Inside Llewyn Davis

Gestern erst gesehen, hat Inside Llewyn Davis mir wieder mal gezeigt, wie großartig die Coen-Brüder sind, wenn sie Geschichten mit Musik erzählen. Diese tragikomische Fabel über einen Künstler, der zwar zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, aber dennoch an sich selbst und seiner Umwelt scheitert, trägt nicht nur im Namen eines felligen Nebencharakters eine Verbindung zu O Brother, Where Art Thou mit sich herum. Joel und Ethan Coen geben Llewyn und seinen Artgenossen die Chance, ihre Songs voll auszuspielen – was sie um ein vielfaches stärker wirken und nachwirken lässt. Wenn sich so etwas doch mehr Filme trauen würden.

7. Silver Linings Playbook

Ach, das Kreuz mit den Filmen, die man Anfang des Jahres gesehen hat und die in den USA zum Vorjahr gerechnet werden. Es fällt gelegentlich schwer, sich daran zu erinnern, wie der Film vor fast zwölf Monaten gewirkt hat, bevor er mit Preisen überschüttet wurde und bevor man Jennifer Lawrence längst wieder in anderen Rollen bewundern durfte. Im Gedächtnis geblieben ist mir eine unglaublich intensive Kinoerfahrung, ein Robert DeNiro, der plötzlich sein Talent wiedergefunden hatte, und eine Liebesgeschichte, die irgendwie funktioniert, obwohl sie es nicht sollte.

6. Computer Chess

Ich weiß nicht, ob man ein gewisses Nerdlevel erreichen muss, um diesen Film zu mögen, aber ich glaube, ich hätte ihn auch toll gefunden, wenn es tatsächlich nur um gegeneinander antretende Schachcomputer Anfang der 80er Jahre gegangen wäre. Doch dann driftet der Film in seiner zweiten Hälfte auch noch in eine David-Lynch-ige Fiebertraum-Fantasie ab, in der sein ungewöhnlicher U-Matic-Look zu einer Art halluzinogenen Zuckerguss wird. Ein kleines, bescheuertes Meisterwerk.

© Rapid Eye Movies

5. Zero Dark Thirty

Kaum zu glauben, wie die USA noch dastand, bevor aufflog, dass sie die ganze Welt in massivem Umfang belauscht. Zero Dark Thirty zeigt den Weg zu einem sehr sehr einsamen symbolischen Sieg inmitten eines Clusterfucks gigantischen Ausmaßes, getragen durch eine sehr starke weibliche Performance abseits typischer Rollenbilder. Ich halte es für eine der großen Stärken dieses Films, dass er jedem Zuschauer einen Spiegel vorhält und ihm erlaubt, zu sehen, was er sehen will. Das habe ich damals auch im Pewcast gesagt.

4. Frances Ha

Noah Baumbachs vierter Film ist so etwas wie „wahrhaftiger Postmodernismus“. Der Film strotzt vor Versatzstücken, die Baumbach und seine Co-Autorin-und-Hauptdarstellerin Greta Gerwig offen vor sich hertragen, aber man hat den Eindruck, dass er eben erst dadurch ein Film genau über unsere zeitlose Zeit wird. Und weil Frances dennoch ein echter Mensch mit Ecken und Kanten ist, ist Frances Ha eben auch ein eigenständiger Film, der völlig unabhängig von seinen Nouvelle-Vague-Wurzeln funktioniert. Wer das nochmal mit Bildern gesagt bekommen will, für den sei erwähnt, dass ich den Film auch für „Close up“ besprochen habe.

3. Spring Breakers

Ich stelle mir vor, dass Harmony Korine eines abends bei einer übermüdeten Sichtung von Letztes Jahr in Marienbad eingeschlafen ist, und während er schlief, von der Skrillex-Platte des Nachbarjungen beschallt wurde. Als er aufwachte hat er dann diesen Film gemacht, dem allein schon für seinen neongetränkten Look ein Preis gebührt. Wenn Frances Ha eine Seite der Welt zeigt, in der wir leben, zeigt Spring Breakers die ihr direkt gegenüberstehende. Und obwohl der Film so lose, abgedreht und arty ist, scheint er auf einer merkwürdigen Ur-Ebene auch für ein Mainstreampublikum zugänglich zu sein. Und zwar nicht nur wegen der Titten. Das ist was wert.

© Warner Bros.

2. Gravity

Ich weiß, dass ich ursprünglich kaum ein gutes Haar an Alfonso Cuaróns Weltraumspektakel gelassen habe. Doch eine zweite Sichtung hat meinen Fokus geradegerückt, weil ich nicht länger eine Meditation über die Endlosigkeit des Weltraums erwartet habe, sondern mich ganz auf die intime Geschichte konzentrieren konnte, die im Herzen des Films liegt. Eine Geschichte, deren Parabelhaftig- und Symbolträchtigkeit völlig gewollt ist und die ich dann auch so akzeptieren konnte. Zählt man die technischen und schauspielerischen Leistungen sowie den schlichten Mut von Gravity noch dazu, bleibt einer der besten Filme des Jahres übrig.

1. The Broken Circle Breakdown

Ein Festival wie die Berlinale kann sicherlich an einem zehren, aber das war wohl nicht der einzige Grund, warum ich während The Broken Circle Breakdown gleich mehrfach selbst dem Breakdown nahe war. Der belgische Film ist einer von jenen, die einen mit der schieren Wucht von Emotionen erdrücken – und das kann man lieben oder hassen. Ich war durch und durch berührt von der bewegenden Geschichte, der tollen Musik, den einzigartigen Figuren und der geschickt verschachtelten Erzählweise von Felix van Groeningens Film – und an diese Kombination kam dieses Jahr einfach kein anderer Film für mich heran.

© Pandora Film

Ein paar lobende Erwähnungen müssen noch sein: Lincoln etwa, einen 2013er-Film, den ich sogar noch 2012 in der Pressevorführung gesehen habe und der mich vor allem dadurch beeindruckt hat, dass die Geschichte in ihm so lebendig wirkte. Die beiden Zeichentrickfilme Wolf Children und Ernest et Célestine, die mich jeder auf seine Art verzaubert haben und vielleicht auch deswegen nur nicht in der Top 10 gelandet sind, weil ich mich nicht für einen von beiden entscheiden konnte. Pacific Rim, weil er ebenfalls eine Menge Spaß gemacht hat. Und Before Midnight, weil er zumindest ein außergewöhnliches Projekt fortsetzt, dessen Charaktere ich aber so unsympathisch finde, dass mir der Film einfach nicht ans Herz gehen will.

Wir sehen uns auf der anderen Seite!

podcasts machen ist das neue schwarz
waxmuth auf Twitter

Neue Dinge ausprobieren ist toll, und sobald Dinge sich dafür anbieten, sie einfach und erschwinglich auszuprobieren, sollte man das tun! Podcasts gehören auch dazu. Der eierlegende Wollmilchmedienmensch der Zukunft sollte in der Lage sein, auch mit Audio zu arbeiten, und ein Podcast ist eine geniale Möglichkeit, seine Audiofähigkeiten auszuprobieren. Hinzu kommt, dass es irgendwie viel weniger arbeitsaufwändig ist, eine Weile frei von der Leber weg zu reden als die gleichen Zeit mit Schreiben oder Videoproduktion zu verbringen. Podcasting ist also die ultimative Geheimwaffe für Leute mit nicht genug Zeit für ein Blog. Nicht wahr?

Fast. Obwohl ich mich, wie gesagt, für jedes Experiment begeistern kann und mich über jeden Podcast freue, der entsteht, gibt es doch ein paar Dinge, die mir als leidenschaftlicher Podcasthörer und gelegentlicher Podcast-Macher aufgefallen sind. Dinge, die mich stören und Dinge, die ich super finde. Und weil ich anscheinend nicht der einzige bin, habe ich diese Dinge mal zu fünf freundlichen Ratschlägen zusammengefasst, die Podcaster meiner Ansicht nach zu besserem Podcasting führen könnten.

1. Denkt dran, dass „Podcast“ von „Broadcast“ kommt

Der „Pod“ in „Podcast“ ist nichts, was die Gattung definiert. Er ist nur das Gerät, auf dem der Klang wiedergegeben wird. Der wichtige Wortteil ist „-cast“, also „senden“. Ein Podcast ist eine Sendung, und eine Sendung sollte für ein Publikum gemacht werden. Wenn es euch egal ist, ob eure Sendung ein Publikum findet oder nicht, oder wenn euer komplettes Publikum auf endlose Insiderwitz-Kaskaden, ziellose Abschweifungen, Essgeräusche und andere Merkmale einer privaten Unterhaltung steht, dann viel Spaß damit. Aber denkt grundsätzlich daran, dass ihr etwas Öffentliches tut und verhaltet euch entsprechend. Ein bisschen privates Gequatsche macht menschlich, ist sympathisch und ein wichtiger Faktor für langjährige Hörer, die längst eine emotionale Verbindung zu euch aufgebaut haben. Aber je mehr ihr euch auf das konzentriert, was ihr vermitteln wollt, umso besser sendet ihr für alle potenziellen Hörer.

2. Schaut auf die Uhr

Der große Vorteil des Internets ist, dass die nervigen Formatgrenzen nicht-digitaler Medien aufgehoben sind. Das heißt: Euer Podcast kann so lange dauern, wie er will, weil er niemandes Sendezeit blockiert. Es heißt aber nicht, dass ganz natürliche Richtwerte wie die menschliche Aufmerksamkeitsspanne oder die Zeit, die man pro Woche hat, um nebenher etwas zu hören, nicht mehr existieren. Achtet deswegen darauf, dass euer Podcast nicht zu lang wird. Ich persönlich finde alles bis 90 Minuten erträglich, bevorzuge aber Formate zwischen 45 und 60 Minuten. Das ist eine Zeitspanne, in der ich prima zur Arbeit pendeln, die Wohnung putzen oder eine Weile joggen/spazieren gehen kann. Wenn das ganze ab und zu länger dauert: kein Problem – ihr habt den Platz ja und manchmal braucht ihr ihn vielleicht auch. Aber wenn ihr regelmäßig mehr als zwei Stunden braucht, werdet ihr mich wahrscheinlich als Hörer verlieren.

3. Investiert in ein bisschen Klangqualität

Denkt daran, dass ihr in den unterschiedlichsten Situationen gehört werdet. Selbst mit Kopfhörern auf dem iPod kann ein zu leise ausgesteuerter Podcast, in dem alle Sprecher in hallenden Räumen sitzen und am besten noch Störgeräusche mit aufgenommen wurden, sehr sehr anstrengend werden. Von einer Wiedergabe über Lautsprechern ganz zu schweigen. Darüber hinaus wissen die im Radio schon, was sie so tun. Eine gut zu verstehende Stimme, die nah am Mikrofon ist, schafft auch emotionale Nähe. Ihr müsst ja nicht wie Vollprofis klingen, aber einigermaßen okay klingende Podcastmikrofone sind gar nicht so teuer und die Investition lohnt sich. Das eingebaute Mikro in eurem Laptop ist auf jeden Fall die falsche Wahl, zumindest nach den ersten paar Testsendungen – und ein Blick auf den Pegel des mp3 vor dem Hochladen wirkt auch manchmal Wunder.

4. Habt keine Angst, zu schneiden

Wer Texte publiziert, sieht diese in der Regel nach dem Schreiben und vor dem Veröffentlichen noch einmal durch. Nicht selten findet man dabei Formulierungen, die man lieber noch mal umstellt oder ändert. Warum sollte für Podcasts nicht das gleiche gelten? Das Aufgenommene noch einmal durchzuhören und geringfügig zu schneiden macht zwar zusätzliche Arbeit, es erhöht die Qualität aber um ein Vielfaches. Abschweifungen, von denen man hinterher feststellt, dass sie nirgendwohin führten; sich endlos ziehende Momente der Sprachlosigkeit oder Äh-äh-äh-Stammelei bei Denkaussetzern, sie alle können glücklich im Nirvana verschwinden. Es lockert zudem die Atmosphäre während der Aufnahme, wenn alle Beteiligten wissen, dass Verhaspler, Hustenanfälle und geistesabwesende Falschbehauptungen hinterher entfernt werden können. Die ganze Pointe eines Podcasts ist ja, dass er zeitunabhängig gehört werden kann, also nicht live sein muss. Nutzt es. (Hilft auch, die Längenrichtlinie einzuhalten)

5. Überrascht mich

Das schöne an regelmäßigen Podcasts ist die Vertrautheit, die man schon nach kurzer Zeit mit seinen Machern entwickelt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich die Moderatoren meiner Lieblingspodcasts mindestens so gut kenne wie gute Bekannte. Diese ewige Wiederkehr des Vertrauten alleine reicht aber nicht aus. Wenn es nach mir geht, solltet ihr eure eingeschliffenen Routinen so oft es geht durchbrechen – idealerweise durch Gäste, die zu den von euch diskutierten Themen etwas Neues beizutragen haben. Aber auch ein Ortswechsel („Heute mal vom Filmfestival XY“), ein ergänzendes Interview oder das Ausprobieren neuer Rubriken kann den Podcast beleben. Was nicht funktioniert, lässt man halt irgendwann wieder weg. Aber die Möglichkeiten sind endlos.

Meine „Referenzen“: Ich höre jede neue Folge von Radiolab, MusicWeekly, The Guardian Film Show, Scriptnotes, This American Life, PewCast und /Filmcast, ergänzt durch ausgewählte Folgen von Second Unit, The Q&A und dem Zündfunk Generator. Ich habe von jedem mir bekannten deutschen Filmpodcast mindestens eine, eher zwei bis drei Folgen gehört. Meine eigenen Podcastversuche starteten auf Festivals, haben eine Harry-Potter-Retro überlebt und einen Jahresrückblick.

Und jetzt dürft ihr mich in den Kommentaren beschimpfen.

Bild: Katharina Matzkeit (CC-BY-SA)

Der erste Beitrag:

Die Interviews:

Reaktionen in Blogs:

Ausführliche Kommentare:

Sonstiges:

Diese Liste wird fortlaufend aktualisiert. Hinweise gerne in die Kommentare.
Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2013

Quotes of Quotes (II)

2. August 2012

I guess you have to be Roger Ebert to be able to write the following:

„‚La Dolce Vita‘ has become a touchstone in my life: A film about a kind of life I dreamed of living, then a film about the life I was living, then about my escape from that life. Now, half a century after its release, it is about the arc of my life, and its closing scene is an eerie reflection of my wordlessness and difficulty in communicating.“
Roger Ebert about his selection for the newest „Sight and Sound“ Greatest Films poll

Better late than never, this is the inevitable look back at the filmic year 2011 in an arbitrary ranking of personal favourites. Many other lists I’ve read in the last weeks praised 2011 as a year of so many great films that it was hard to narrow it down to just ten. I felt the opposite way, having a hard time to even come up with ten films that justify the label „best“ or „favourite“ (at least Dana Stevens felt the same way).

Note that this list goes by German cinematic release dates (hence the inclusion of some nominal 2010 films) and that many of the movies in everyone else’s list haven’t been released yet in Germany (e.g. The Artist, Drive, Tinker Tailor Soldier Spy, Hugo etc.). As always, I also simply didn’t get to see some of the films that were released and so wasn’t able to rate them, like A Separation and Winter’s Bone.

1. Cave of Forgotten Dreams

When I visit a cinema, some part of me is always out there, looking for that sense of wonder that drew me to movies in the first place: a flush of awe and excitement about the world on the screen that tingles down my spine. There have been very few films in the last ten years who managed to create this feeling. I admire Werner Herzog as a maverick film maker, but I cannot say I have really been a fan of his actual work so far. Cave of Forgotten Dreams changed this. From the moment its first three-dimensional images of the beautiful paintings in the Cave Chauvet appear onscreen, there was magic happening in the cinema and I, for one, was completely enchanted by it. Add to this Herzog’s philosophical ruminations and his quixotic coda about albino crocodiles and I came out of the theater thinking that I very probably just saw my film of the year.

2. 127 Hours

I have always admired Danny Boyle for his ability to convey his stories with visceral images. 127 Hours, the fiendishly clever construction of „an action movie about a guy who can’t move“ pits about 15 minutes of visual representations of absolute freedom against over an hour of claustrophobic imprisonment. And new freedom can only be obtained by self-mutilation. The film stayed with me for a long time, even though I didn’t buy the DVD.

3. Black Swan

If nothing else, Black Swan is a stunning visual feat. But Darren Aronofsky’s film also manages to marry the seemingly sublime beauty of ballet with horror from the darkest aspects of the soul, and that’s what makes it so powerful. As usual, Aronofsky is as unsubtle about this as he can be, but sometimes cinema needs this unsubtlety to keep you locked in your seat.

4. Midnight in Paris

Woody Allen’s most successful film in decades didn’t really hit me until several weeks after I had seen it. Of course I laughed at the depictions of cultural icons that seem almost like a big humanities scholar in-joke parade, I admired the staging of Paris as a city and I agreed on critics‘ assessment of Owen Wilson as a succesful Allen surrogate. But what really stayed with me was the film’s central thesis about the relativity of nostalgia. If every time has another time it nostalgically looks back on, because life was apparently so much better then, the converse argument can only be that we should, in fact, be looking ahead instead. This feeling of discarding nostalgia for prospect, coupled with the feeling that something big is going to happen is probably the most memorable thought that I will take with me from 2011.

5. Melancholia

Melancholia fed right into the aforementioned idea I took away from Midnight in Paris. Even though Lars von Trier’s film has enough flaws that have been mentioned elsewhere, I simply loved his intellectual exploration of „How would you react if global doom were upon you“ coupled, as usual, with images designed to club you insensible to that intellectual exploration. Add to that the reading of the film as a reflection on depression, and you’ve earned a spot on my list.

6. The Adventures of Tintin

Screw the uncanny valley. I’m more than willing to let my complaints about it go, if someone presents me with a film that is simply so beautiful to look at and so well-constructed, clever and exciting. Nevermind that it is also overcrowded with story and setpieces, suffers from more exposition than the book of Genesis and might actually have worked better in key frame animation. For once, I’ll ignore all that and simply enjoy myself.

7. The Tree of Life

I cannot really bring myself to actually like this film. For many critics, the dreamlike retelling of a childhood was what made the film great. To me, this part didn’t speak at all. I grew tired of distraught faces staring into the distance while a whispered voiceover churns out platitudes. But I do admire Terrence Malick for his bombast and the sheer audacity of harnessing the power of cinema like no one else would dare to. That sequence with the birth of planets and the wacky dinosaurs? That was awesome as hell.

8. Bridesmaids

I can only repeat what so many other critics have already written: female-centric, broad and character-driven comedy that had me laughing more than any other film this year. You don’t need a long explanation why it made it onto this list. It simply deserved it.

9. The Ides of March

I saw three films based on stage plays this year. Of those, only one did not feel like a play. Instead, George Clooney renders his talkative scenes in soft images that somehow express the yearning for the honesty and beauty that the films narrative of political manipulation so aptly deconstructs. Clooney did this before in Good Night, and Good Luck, a film I also loved, and it proves to me once again, that he is a very talented director that will probably, one day, be compared to Clint Eastwood more often than he wants to. (The other two were Carnage and A Dangerous Method)

10. Jane Eyre

Cary Fukanaga’s adaptation of Charlotte Brontë’s novel is a very classic one, but maybe that’s why I liked it. I enjoyed the starkness of the landscapes in which it is set, the quiet determination of Mia Wasikowska and the fiery eyes of Michael Fassbender, the effortless, sweeping camera and Dario Marinellis score. Maybe not a film that will be talked about in ages to come, but a moviegoing experience that somehow managed to stick with me long enough to convince me of its place in this list.

Honorable Mentions

The Guard would have been at number ten, if I hadn’t decided at the last minute to make at least one leftfield choice for the list. I probably laughed as much as I did in Bridesmaids and the film might even have the better staying power and a one-of-a-kind central character. But somehow, it just didn’t lodge itself into my subconscious strongly enough.

I enjoyed Thor immensely. I thought it was well-directed, funny and full of strong characters. Captain America, which most critics found somehow more interesting, however, I found dull and superficial. There is no explanation for these things.

Die erste Staffel von „Zehn zu Null“ endete mit einer Liste, also sollte die zweite auch mit einer enden. Außerdem: Nachdem ich nun mehrere Wochen lang in Staffel zwei versucht habe, persönliche Beobachtungen mehr oder weniger gut auf eine Linie mit Fakten zu bringen, folgt nun eine rein persönliche Abhandlung. Die letzten 19 Wochen waren eine tolle Gelegenheit, das Filmjahrzehnt, das ich als erstes voll ausgewachsen erleben durfte, noch einmal Revue passieren zu lassen. Also folgt nun zum Ende dieser Revue eine Liste meiner 20 persönlichen Lieblingsfilme der letzten zehn Jahre – höchst subjektiv und keinesfalls in Stein gemeißelt.

1. Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring (2001)

Man kann an den Einträgen dieses Blogs sehen, dass ich mich wohl an keinem Film mehr abgearbeitet habe, als an der Verfilmung des Buchs, das meine Teenagerzeit geprägt hat. Für das Hollywood-Mainstream-Kino halte ich Peter Jacksons Trilogie als genauso einflussreich wie Star Wars oder Gone with the Wind. Und auch wenn Teil drei des Spektakels die meisten Preise abräumen konnte: Ich mag den Zauber des ersten Films, weniger episch aber umso dynamischer, immer noch am liebsten.

2. Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2003)

Lord of the Rings mag mein Lieblingsfilm der Noughties sein, aber er hat seine Fehler, anders als Eternal Sunshine of the Spotless Mind. Die Kombination von Charlie Kaufmann und Michel Gondry ist einfach perfekt geschrieben, perfekt visualisiert und perfekt besetzt. Dass er darüber hinaus noch wirklich ans Herz geht, ist, was ihn besonders macht.

3. Shaun of the Dead (2004)

Mit einer bravourösen Mischung aus guten Gags vor einem stringenten Drehbuch haben Edgar Wright und Simon Pegg die Komödie des Jahrzehnts geschrieben, die übrigens auch immer noch besser ist als alles andere, was die beiden bisher fabriziert haben.

4. Le Fabuleux Destin D’Amélie Poulain (2001)

Ein farbenfroher, zuckersüßer, träumerischer Film voller Herz und kreativer Ideen. Seine Stärke als Film liegt, wie die Moral der Filmhandlung, nicht in der großen Botschaft, sondern in den kleinen, unverwechselbaren Dingen, die man lieb gewinnt.

5. There Will Be Blood (2007)

Noch ein nahezu perfekter Film. Das große Schlachtengemälde des beginnenden 21. Jahrhunderts mit einer der beeindruckendsten Performances des Jahrzehnts. Zukünftige Generationen von Filmwissenschaftlern werden sich an diesem Film abarbeiten dürfen.

6. Memento (2000)

Wenn eins der beliebtesten Wörter des 3. Jahrtausends „fragmentiert“ ist, dann ist Memento daran mit Schuld. Christopher Nolan ist einer der besten Regisseure unserer Zeit. Sein Gesellenstück hat das bereits bewiesen.

7. The Squid and the Whale (2005)

Dieser Film ist das „übersehene Juwel“ in dieser Liste, denn ich halte ihn für einen der besten New-Yorker-Intellektuellen-Filme der letzten zehn Jahre. Und für eine bewegende persönliche Geschichte, brillant gespielt und erzählt.

8. Children of Men (2006)

Der beste Science-Fiction-Film der Dekade, der gerade durch seine Unaufgeregtheit und sein Close-To-Home-Gefühl seine filmische Rafinesse gelungen verbirgt. Das Ergebnis ist ein grandioses Stück Kino.

9. Finding Nemo (2003)

Andrew Stanton wird langfristig wohl eher für WALL*E im Gedächtnis bleiben. Doch wo WALL*E zwar filmisch mehr leistet, dafür aber storymäßig im zweiten Teil deutlich abfällt, ist Nemo eine durchgehend witzige, makellos animierte tour de force, die mir persönlich einfach mehr ans Herz gewachsen ist.

10. Almost Famous (2000)

Nach Amadeus der zweitbeste Film über Musiker und ihre Welt und der beste Film über Musikjournalismus. Der Vergleich drängt sich einfach auf: Ein Film wie eine gerne gehörte, alte Platte, auf der sogar Kate Hudson wundervoll klingt.

11. Good Night and Good Luck (2005)
Ein stylish-cooles Kammerspiel mit politischer Prägnanz.
12. Bowling for Columbine (2002)
Ein Aufschrei, ein Wachrütteln und ein Geburtshelfer des Neuen Dokumentarfilms.
13. Inglouriuos Basterds (2009)
Frech, Mutig und Einzigartig. Eine perfekte Symbiose von Gestern und Heute.
14. Shrek (2001)
Eine mustergültige Subversion von Märchen, Hollywood und Animations-Hegemonie.
15. Moulin Rouge (2001)
Die Hyperventilation des Kinos, und ein sinnbetäubendes Knallbonbon.
16. Zodiac (2007)
Es braucht Zeit, um einen Mordfall spürbar zu machen. Zodiac gelingt genau das.
17. Waltz with Bashir (2008)
Manchmal reicht schon die Wahl des richtigen Mediums, um einen Film groß zu machen. Ari Folman hat gut gewählt.
18. Le Scaphalage et le Papillon (2007)
Film als körperliche Transformation, bravourös umgesetzt.
19. Spider-Man 2 (2004)
Pures Popcorn-Kino. Aber Gutes.
20. Man on Wire (2008)
Ein Dokumentarfilm wie ein Krimi. Ein unterhaltsamer Krimi.

Lobende Erwähnung: Sin City (2003) und 300 (2006), für die ästhetisch umwerfende Umsetzung von sozialethisch fragwürdigen Stoffen. Doch Kunst soll ja schließlich zum Nachdenken anregen.

Dieser Beitrag ist Teil 20 von 20 der Serie
Zehn zu Null – Eine Dekade voller Filme (Zweite Staffel)