Ich hatte auf dem Filmbloggertreffen in Berlin das Vergnügen, Joachim Kurz von kino-zeit.de kennenzulernen. Was mich irgendwie am meisten gefreut hat, ist, dass er von der kleinen aber feinen Seite, die er betreibt, leben kann. Da soll noch mal einer sagen, mit Journalismus im Internet sei kein Geld zu verdienen.

Zu großen Teilen bietet kino-zeit.de das, was ein Filmportal nunmal bieten muss: Kritiken zu Kinostarts und Heimvideo-Releases, die wichtigsten News und Serviceangebote zum Kinobesuch. All diese Angebote nutze ich – aus unterschiedlichen Gründen – nicht und kann sie deswegen auch nicht beurteilen. Allerdings hat kino-zeit.de auch ein paar Schmankerl zu bieten, und seit kurzem hat die Seite all diese Schmankerl auf einem Feed konsolidiert.

Unter dem Titel „B-Roll“ sammelt die Redaktion alles, „was uns bei unserer tagtäglichen Arbeit so begegnet, was wir bemerkenswert und spannend finden, manchmal auch einfach nur unterhaltsam oder witzig“ – mit anderen Worten: Genau das, was ich gerne lese.

Das Sahnehäubchen der „B-Roll“ aber sind die Kolumnen (die vorher noch in den „News“ versteckt waren). Immer Donnerstags gibt es einen längeren Nachdenktext von einem von vier AutorInnen zu einem Thema, das ihn oder sie gerade umtreibt. Joachim schreibt in „Bewegliche Ziele“ über das Kritikerdasein, Beatrice Behn entdeckt in „Unknown Treasures“ Abseitiges, Rochus Wolffs „Sitzplatzerhöhung“ widmet sich dem Kinderfilm und Nilz Bokelberg teilt seine „Couchgedanken“. Der Ton reicht von unterhaltsam bis nachdenklich, lesens- und teilenswert ist das Ergebnis aber immer. Und Blogosphären-übergreifend ist es auch noch. Besser geht’s nicht.

Hier geht’s zur B-Roll von kino-zeit.de

Quotes of Quotes (IV)

12. Oktober 2012

Der perfekte spricht-mir-aus-der-Seele-Kommentar inmitten all der Retromania und des Untergangs des Zeitschriften-Abendlandes.

„Dieser andauernde Nostalgie-Scheiss mag ganz lustig sein, aber muss man den wirklich so breit treten? Ich weiß, das ich morgen 36 werde, daran muss mich kein Heft erinnern. Immer ist alles ‚kultig‘ und ‚retro‘ und auf dem Heft und dem Heftrücken steht in grellem Pink: ‚Eigentlich sind wir doch schon erwachsen!'“
Nilz Bokelberg über die neue „Yps“

Da ich kaum mit „Yps“ aufgewachsen bin, habe ich mir das Remake gespart. Aber zu „Donald“, das Nilz ebenfalls zu Recht kritisiert, habe ich damals gelästert geschrieben.