Obwohl eins der größten Blogs der deutschen Filmblogosophäre nach wie vor „Die Fünf Filmfreunde“ heißt, sind Filmblogs in der Regel immer noch Einzelangelegenheiten. Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betriebe, in denen die Ansichten einer Person in die Welt hinausposaunt werden (wie bei „Real Virtuality“ auch). Das ist praktisch, wenn man sich als Leserin oder Leser einer Stimme verschreiben will, aber es fördert auch das Eigenbrötlertum, was leidenschaftlichen Filmschauenden sowieso nachgesagt wird.

Unter anderem, weil es diesem Trend entgegenwirkt mag ich das Blog „filmosophie.com„, das mich als eins der wenigen Blogs anlacht, in dem die verschiedenen Charaktere dahinter sowohl alleine als auch gemeinsam auftreten. Denn natürlich stehen hinter Revolver, Cargo oder Negativ auch mehrere Personen, doch deren Texte stehen meist isoliert voneinander. Bei „Filmosophie“ hingegen spürt man das Team dahinter, ob in regelmäßigen Kinotipps zum Wochenende oder in multiperspektivischen Betrachtungen eines Events. Die gemeinsame, facettenreiche Begeisterung hat mich angesteckt. Das ist Blogosphäre, wie ich sie suche.

Nur mit der Nomenklatur ist das alles nicht ganz so einfach. „Filmosophie“ steckt nämlich nicht nur im Namen des Blogs, es ist auch der nom de guerre seiner Hauptautorin Sophie Charlotte Rieger. Auf die Frage, ob sie sozusagen die Frontfrau einer bloggenden Band ist, meint sie:

Ich träume ja schon mein Leben lang davon Frontfrau einer Band zu sein, aber ich kann leider überhaupt nicht singen. Deshalb finde ich diesen Vergleich total klasse. Eigentlich ist es aber ein bisschen anders. Ich bin zwar die Gründerin und „Chefredakteurin“ von filmosophie.com, aber ich versuche mich in meiner Herrschsucht so viel wie möglich zurückzunehmen und so viel wie möglich demokratisch und gemeinschaftlich zu entscheiden. Manchmal braucht es aber jemanden, der mal streng an Abgabefristen etc. erinnert. Das bin dann natürlich ich. Ich glaube, mir kommt da meine Berufserfahrung aus der Jugendarbeit entgegen: Ich habe keine Probleme damit, mich durch strenge Ansagen zum Buhmann zu machen. Bisher gab’s aber noch keine Meuterei, also gehe ich davon aus, dass ich da ein gesundes Maß einhalte. Mir ist es wichtig, dass jeder seine Ideen einbringen kann und dass jeder seinen Stil behält. Das ist ja auch unser Konzept: Individuelle und persönlich geprägte Texte statt vermeintlicher Objektivität, die es meiner Meinung nach sowieso nicht gibt.

Anscheinend soll die Marke der „Filmosophen“ aber ohnehin ausgebaut und stärker von eben jener Frontfrau gelöst werden. Wie vor kurzem auf Facebook zu lesen war, gibt es jede Menge neue Ideen für das Blog. Noch jedoch hält sich Sophie bedeckt, welche das sind.

Ja, also wir planen die digitale Weltherrschaft an uns zu reißen, alle anderen Filmblogs und Webseiten zu verdrängen und eine filmosophische Diktatur zu errichten. Unsere Meinung und sonst keine. Is doch klar! Ne, quatsch. Ich will da nicht zu viel verraten, aber eine unserer neuen Ideen ist ja schon offiziell: Wir haben jetzt einen Twitter Account. Unter @filmosophen kann man uns als Team jetzt bei Twitter folgen. Vorher ging das nur individuell, also jedem unserer Blogger einzeln.

Twitter ist übrigens auch der Ort, wo mir die Filmosophen zuerst aufgefallen sind. Denn dort findet mitunter mehr Diskussion statt als in so manchem Blogkommentar. Filmosoph Patrick Thülig macht nebenbei auch noch den Kontroversum Podcast, deswegen habe ich die beiden Truppen im Kopf immer ein bisschen zusammengeworfen. Doch Sophie verrät mir, warum „Kontroversum“ nicht Teil von „filmosophie.com“ sein kann.

Die Kontroversum-Jungs haben schon eine andere Blog-Kooperation. Da waren wir mit unserem Anliegen leider zu spät dran. Grundsätzlich sind wir aber an Kooperationen sehr interessiert. Sei es Podcasts, Video-Content oder auch Texte. Wir freuen uns über alle Anfragen!

Beim „Media Monday“ und dem „Film Blog Group Hug“ sind die Filmosophen übrigens auch schon vertreten. Blogosphäre, ick hör dir trapsen.

Hier geht es zu „filmosophie.com“.

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