© Walt Disney Pictures

Oh my God, it’s full of Spoilers!

Dem am Donnerstag startenden neuen Marvel-Film Captain America: The Winter Soldier könnte man mit einiger Berechtigung manche kritische Frage stellen. Zum Beispiel: Ist es wirklich notwendig, dass ein Film, der so vielversprechend als Paranoia-Thriller anfängt, am Ende doch wieder in einem krawalligen Showdown münden muss, in dem jede Menge Pixel explodieren und dessen zentrales Plotelement an der selten dämlichen Idee hängt, dass tödliche futuristische Flugzeugträger ihre hochsensiblen Zieldaten in einer offen zugänglichen Platine gespeichert haben, die sich in einem zentralen, verglasten und unbewachten Versorgungsschacht an der Unterseite des Gefährts befindet?

Oder: Hat der sogenannte „Winter Soldier“ eigentlich irgendeine wirkliche Funktion, außer moralisch ambivalenter Gegenpart für Captain America zu sein, und ist es nicht eigentlich schade, eine so wichtige Umkehr der zuvor als sicher geltenden Ereigniskette für so eine generische Handlanger-Rolle zu verbraten? Wäre insofern der deutsche Verleihtitel sogar fast wirklich (*schluck*) der passendere?

Mit diesen Fragen will ich mich aber im Folgenden nicht beschäftigen, sondern mit der zentralen Verschwörungsthematik des Films.

Eine länger angelegte Entwicklung

Captain America: The Winter Soldier greift in seinem Spionage-Setting geschickt und ziemlich bewusst aktuell schwelende gesellschaftliche Themen rund um Überwachung und Verdachtsjustiz auf. Die Entwicklung ist seit längerer Zeit schon in den Marvel-Filmen angelegt. Die Mutation von S.H.I.E.L.D. zu einem autokratischen Machtapparat, dem auch dann nicht zu trauen ist, wenn er behauptet, auf der Seite der „good guys“ zu stehen, klang in den Avengers schon an und ist auch einer der Handlungsstränge in der ABC-Serie „Agents of S.H.I.E.L.D.“.

In The Winter Soldier blüht sie vollends auf. Nach einer Entscheidung des ominösen „Weltsicherheitsrates“ plant S.H.I.E.L.D. mit seiner Helicarrierflotte einen signifikanten Teil der Menschheit ohne Gerichtsverfahren (!) auf Basis von gesammelten Daten (!!) automatisiert von Weitem (!!!) hinzurichten. Steve Rogers, der ewige Anwalt der Unterdrückten und Verteidiger des Gerechten, muss quasi zum Edward Snowden werden, wenn sich ein wichtiger Teil der Handlung darum dreht, einen S.H.I.E.L.D.-gebrandeten USB-Stick zu bergen und seinen entlarvenden Inhalt in die Welt zu spielen. „This isn’t freedom, this is fear“, hält Rogers auch im Trailer Nick Fury entgegen.

Am Ende von The Winter Soldier liegen S.H.I.E.L.D. und seine größenwahnsinnigen Machenschaften in Trümmern. Ein konsequenter und durchaus mutiger Move, was die Mythologie des „Marvel Cinematic Universe“ angeht und als Kommentar auf die momentane Weltlage nicht zu unterschätzen.

Wäre da nicht die Begründung, die der Film für die Pläne von S.H.I.E.L.D. liefert.

HYDRA ist überall

Wie Cap und Black Widow nämlich in den Geheimräumen eines alten Bunkers erfahren müssen, ist S.H.I.E.L.D. nur deswegen so faschistisch geworden, weil es seit Ende des Zweiten Weltkrieges systematisch von Nazis unterwandert wurde. Nicht von Nazis im übertragenen Sinne, also von engstirnigen Menschen, sondern von echten, deutschen Weltkriegs-Nationalsozialisten mit Schurken-Akzent und „Heil“-Rufen, Mitgliedern des Nazi-Forschungstrupps HYDRA und deren Rekruten.

Nun könnte man den Filmemachern gegenüber gnädig sein, wie es einige Kritiker getan haben, und daraus schlussfolgern, dass sie die momentanen Methoden der US-Regierung und ihrer Geheimdienste in die Nähe von Nazi-Ideologien rücken. Man könnte aber auch sagen, dass sie sich genau mit diesem Nazi-Unterwanderungs-Plot aus der Verantwortung stehlen. „Wahre Amerikaner“, sagt der Film aus, „wären von sich aus nicht auf solche Teufeleien gekommen. Die Nazis haben es ihnen eingeflüstert.“ Deportation nach Guantanamo Bay abgewendet. Doppelt zynisch: Sharon Carter wechselt am Ende des Films von S.H.I.E.L.D. zur C.I.A. – scheinbar den wahren good guys.

The Winter Soldier reiht sich damit ein in die Polonaise der Comicfilme, die irgendwie was zu sagen haben, aber eigentlich dann doch wieder nicht so richtig. Iron Man über Waffen. The Dark Knight Rises so insgesamt. In letzter Instanz ist es wichtiger, dass die großen Blockbuster-Zeltpfosten möglichst alle Teile des politischen und demografischen Spektrums zufriedenstellen, als dass sie eine klare Haltung zeigen. Das entspricht auch durchaus der Geschichte ihrer gezeichneten Vorbilder, die sich etwa durch die bewegten 60er Jahre ebenfalls mit einer vagen „Für Gutes, gegen Schlechtes“-Haltung hindurchlavierten, aber im Zweifelsfall lieber einem klassischen Comicschurken die Schuld gaben, als gesellschaftliche Übel zu benennen.

Es geht auch anders

Dabei ist das kein Muss. In den X-Men-Filmen von Bryan Singer ist die Parabelhaftigkeit, mit der „Mutanten“ für quasi alle ausgegrenzten Minderheiten, insbesondere aber für Homosexuelle, einstehen, nicht zu übersehen und die Filme sind trotzdem unterhaltsam. Mit der Figur von General Stryker, der bereit ist, seinen eigenen mutierten Sohn zu quälen und zu opfern, um sein Bild von Reinrassigkeit aufrecht zu erhalten, gelingt Singer ein erschreckendes Bild für blinden Fanatismus, weit weg von den hämisch kichernden Schießbuden-Nazis aus dem Captain-America-Kosmos.

Ist das, was Marvel in The Winter Soldier wagt, schon mehr, als man eigentlich erwarten darf? Oder sollten sich Comic-Verfilmungen mit ihrer Leitkultur-Funktion, die sie mittlerweile fast wahrnehmen, noch stärker auf die soziale Verantwortung besinnen, die sie besitzen? Für Cap wird die Antwort darauf wohl erst Age of Ultron geben. Autor und Regisseur Joss Whedon ist ja gemeinhein nicht dafür bekannt, in gesellschaftlichen Dingen ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

I feel like, if you can do a movie, say two or three words and one of them is the F-bomb and get out, don’t try and repeat that, move on! I always feel about that, because I didn’t get paid for it, but Fox very kindly made a charitable donation to my kids’ schools and I always felt slightly weird handing over the check when, “Listen … Don’t ask me how I got this, but …” I think I may have been the only person to be rewarded charitably and get a tax deduction for swearing on film!
– Hugh Jackman, im Interview mit „/film“ über seinen Cameo-Auftritt in X-Men: First Class

© 20th Century Fox

Update: Fox hat den Report von „Ain’t it cool“ dementiert. Wahrscheinlich haben sie recht.

Was für eine großartige Art, die Woche zu beginnen, wenn man morgens in der Bahn liest, dass „Ain’t it cool News“ die Bestätigung bekommen hat, dass X-Men: Days of Future Past in HFR 3D, genauer in nativem Stereo-3D mit 48 Bildern pro Sekunde, gedreht wurde und auch 2014 so ins Kino kommen wird. Damit ist Bryan Singers Zeitreise-Generationen-Treff der Mutanten (der auch ganz neue Maßstäbe in Sachen Ensemble-Franchising setzt, dazu mehr, wenn ich den Film gesehen habe) nach Peter Jacksons Hobbit-Filmen die zweite Produktion, die sich traut, den notwendigen Schritt in Richtung Kinozukunft zu gehen.

Ich selbst bin entschiedener Fan von HFR 3D und habe im vergangenen Dezember trotzig den Backlash gegen den Hobbit abgewehrt. Doch auch ursprüngliche Gegner des Prozesses scheinen sich langsam zu bewegen. Einer der Gründe scheinen, paradoxerweise, gute 3D-Filme in 24 fps zu sein. Nach seiner Begeisterung für Gravity etwa schrieb Matt Singer auf „The Dissolve“ einen Artikel, in dem er beklagte, dass selbst Filme mit perfekt genutztem 3D eine Qual sein können, weil man seinen Kopf nicht bewegen darf. HFR 3D, bei all seinen Problemen, erlöse einen in dieser Hinsicht, gibt er zu. Der Hobbit sei in seinen Bildern „nahtlos“ gewesen.

Auch besser für 4K

Auf dem Beyond Festival in Karlsruhe, wo ich vor zwei Wochen vorbeigeschaut habe, habe ich ebenfalls ein Plädoyer für HFR gehört, und zwar von Stefan Albertz, bis vor kurzem selbst Digital-Techniker, nun hauptberuflich Dozent. Er argumentierte, dass auch für die auf den Messen dieses Jahr gehypten Ultra-HD und 4K-Displays, die die vierfache Auflösung von HD haben, dringend zu 48 fps zu raten wäre, wenn man vermeiden wolle, dass das Bild immer stärker ruckelt. (Das sei auch der Grund, meinte Albertz, warum 4K-Displays in Laden-Demos immer möglichst ruhige Bilder zeigen.) Nach seiner Ansicht sieht ein HD-Bild mit 48 fps auf einem 4K-Bildschirm besser aus als ein 4K-Bild mit 25 fps. Das Problem existiert vor allem für Kinofilme. Fernsehen überträgt ja ohnehin schon mit 50 Hertz, die Umstellung wäre also einfacher.

A propos Hertz: Ein weiterer Sprecher auf dem „The Future of 3D“-Panel war Ralf Schäfer vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut. Er stellte unter anderem neue Geräte vor, die die Produktion in 3D vereinfachen sollen – denn die Kalibrierung von Spiegel-Rigs scheint nach wie vor ein Albtraum zu sein. Neben einem automatisierten Stereo-Rig ohne Spiegel zeigte Schäfer unter anderem ein 2D-System, das mit sogenannten Witness-Cams funktioniert, aus deren Bilddaten sich später der Tiefenkanal berechnen lässt. Es wird also auch weiterhin eine Tendenz geben, 2D aufzuzeichnen und die Tiefe später hinzuzufügen. Dass das funktionieren kann, wenn man trotzdem in der Inszenierung stereografisch denkt, hat mir Star Trek Into Darkness gezeigt.

Die Suche nach dem neuen Standard

Der mutige Schritt von Bryan Singer und vor allem von Sony Fox, bei Days of Future Past die 48fps-Route zu gehen könnte auch mit dem zusammenhängen, was man im Umfeld der Konferenz so munkelte: Die großen Studios suchen einen High-End-Standard, der eine Weile Stabilität garantiert und sich nicht jedes Jahr wieder nach oben verschiebt. Wenn die Datenmengen händelbar sind, könnten das zum Beispiel 120 fps in 4K sein, die dann „eine Weile halten“ könnten und sich dennoch nach unten in die einfacheren Formate wie DVD durchreichen lassen. Wir werden sehen, ob uns hier noch eine Entscheidung bevorsteht.

© Twentieth Century Fox

Hasst wirklich jeder X-Men Origins: Wolverine? Als ich den Film im Rahmen einer privaten X-Men-Retrospektive vor einem guten Jahr nachgeholt habe, hatte ich meinen Spaß. Wesentlich mehr Spaß jedenfalls als mit X-Men: The Last Stand mit seinen konfusen Plotlines und seinem apokalyptischen-aber-dann-doch-nicht Ende. Origins ist ein B-Film in Geist und Umsetzung, und genau als solcher hat er auch Spaß gemacht: Plot, Look, Spezialeffekte und Charaktere hätten direkt aus einer „A-Team“- oder „MacGyver“-Episode stammen können, Logan mit Zigarre als Hannibal mittendrin. Boom, Baby!

Ich habe die „X-Men“-Comics nie gelesen und spüre deswegen nicht den gleichen Schmerz, den Fans empfinden, wenn ihre ikonischen Charaktere und Momente auf der Leinwand anders interpretiert werden, als in ihrer kollektiven Imagination. Trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass der neue James-Mangold-Film The Wolverine (dt. Titel leider immer noch nicht Der Vielfraß, sondern Wolverine: Weg des Kriegers), der ja alles richten sollte, was Origins versaut hat, dem SNIKT-Mann wirklich einen so neuen Drall geben konnte. Logan ist wegen seiner Unsterblichkeit und den Qualen, die er dafür erleiden musste, eine zutiefst tragische Figur. Es scheint aber üblich zu sein, diese Tragik immer nur kurz anklingen zu lassen und sie ratz-fatz wieder wegzupacken und gegen sprücheklopfe Arschtreterei und brüllende Tötungsdelikte einzutauschen, sobald man kann. James Mangolds Wolverine ist da keine Ausnahme.

Der tragische Grizzly

Logan sieht alle um ihn herum sterben, die ihm etwas bedeuten – und wenn er doch mal ein Leben retten kann, scheint es später zurück zu kommen, um ihn heimzusuchen. Zum Beispiel, wenn er eigentlich als Grizzly in den Wäldern leben will, und dann doch nach Japan fliegt, um einem ehemaligen Soldaten Lebewohl zu sagen, dem er während des – auf der Leinwand beeindruckend umgesetzten – nuklearen Angriffs auf Nagasaki in Sicherheit bringen konnte. Der sterbenskranke Yashida macht Logan das Angebot, ihn sterblich zu machen, damit er selbst länger leben kann. Und weil er nicht auf eine Antwort warten will, lässt er ihn gleich entsprechend behandeln. Doch kommt Logan jemals auf die Idee, diese Option tatsächlich als Glücksfall in Betracht zu ziehen – schließlich ist seine Unsterblichkeit ja das, womit er immer ringt? Nein, er sniktet und bubt lieber um sich wie immer und hat – im Gegensatz zu vielen anderen Superhelden – auch kein Problem damit, seine Gegner schließlich zu töten.

Ich lese aus Kommentaren immer wieder heraus, dass das der Grund für Wolverines Beliebtheit ist. Logan der Badass, der sein Gewissen je nach Belieben ein- (Bedürftigen helfen) und ausschaltet (Bösewichter umbringen) und wegen seiner Unsterblichkeit an keine Regeln gebunden ist. Klar, das ist der Traum jedes männlichen Mittelklasse-Kellerkinds. Und Hugh Jackman ist mit seinem Sixpack und seinem kernigen Aussehen sicherlich die perfekte Besetzung dafür. Doch genau deswegen finde ich die übersteigerte Origins-Interpretation, Wolverine als Pulp-Hero mit Fuck-You-Attitüde, wesentlich sympathischer und ehrlicher, als eine dann doch nur halbherzig durchgehaltene Variante von Logan als weltmüdem Pseudo-Samurai.

© Twentieth Century Fox

Es bechdelt

Umso erstaunlicher ist es, dass The Wolverine mit seinem Beefcacke-Helden im Zentrum etwas gelingt, an dem alle anderen Sommerblockbuster dieses Jahr bisher gescheitert sind: Er besteht den Bechdel-Test mit Bravour. Um den Vielfraß herum kreisen nicht eine, sondern gleich vier weibliche Charaktere mit Namen, die allesamt unterschiedliche Funktionen in der Dramaturgie des Films erfüllen, und durchaus auch Beziehungen zueinander haben, die nicht nur durch das Auftauchen eines Mannes bedingt sind.

Die konservativste Figur, leider eine Damsel in Distress, dürfte Tao Okamotos Mariko sein, die Enkelin des kranken Yashida. Sie verbringt große Teile des Films damit, von Wolverine gerettet und dann von seinen Gegenspielern wieder entführt zu werden. Zwischendurch (SPOILER BIS ZUM ENDE DES ABSATZES) kocht sie Logan stärkendes Essen und schläft mit ihm, damit er sowohl körperlich und seelisch ein bisschen geheilt wird. Der Lichtblick besteht darin, dass sie sich am Ende des Films etscheidet, ihr Erbe anzutreten, den Konzern ihres Großvaters zu leiten und somit ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Immerhin: Eine Glass Ceiling wurde durchbrochen.

Famke Janssen kehrt als Jean Grey zurück, die aber leider (noch) nur als Traumfigur auftauchen darf und Logan von Zeit zu Zeit heimsucht. Als Projektionsfläche für die einzig wahre Liebe, die Logan je kannte, ist sie ebenfalls nicht unbedingt eine selbstbestimmte Figur, aber man hat doch immerhin den Eindruck, dass die Kombination aus Drehbuch und Janssens Darstellung dem Charakter genug Tiefe gibt, um ihn zu mehr als einer seufzenden Stimme im Wind zu machen. Selbst wenn man keinen der anderen X-Men-Filme gesehen hat – man spürt, dass Jean Grey eine Frau mit eigenem Kopf und eigenen Zielen war/ist, die nicht nur dafür erdacht wurde, an der Seite eines Mannes durch die Welt zu gehen.

© Twentieth Century Fox

Ein weiblicher Bösewicht

Eins der Probleme von The Wolverine ist, dass Logan eigentlich keinen richtigen Gegenpart hat, mit dem er sich messen muss. Sein Gegner ist ein schwer durchdringbares Netz aus japanischen Familienbeziehungen und kriminellen Vereinigungen, das sich nur punktuell in direkten Konfrontationen manifestiert. Als Comic-Bösewicht am sichtbarsten ist Svetlana Khodchenkova als Viper, eine Mutantin mit giftigem Innenleben, die sich als Yashidas Ärztin ausgibt. Ihre Existenz als Gegenspielerin an sich ist schon bemerkenswert. Wann gab es das letzte Mal einen weibliche Villain in einer Comicverfilmung? Noch dazu eine Frau, die nicht wie Sharon Stone in Catwoman oder Uma Thurman in Batman Forever hauptsächlich mit den „Waffen der Frau“ kämpft, sondern sogar Wissenschaftlerin ist? Wer jetzt Mystique sagt, dem möchte ich entgegenhalten, dass Mystique ja eher so eine Art Bösewicht wider Willen ist, aus enttäuschtem Stolz und falscher Loyalität. Viper jedoch ist Bösewicht aus Leidenschaft, mit allem was dazu gehört, und Khodchenkova spielt Viper so over-the-top, wie man es sich nur wünschen kann.

Alle drei kommen jedoch nicht gegen Rila Fukushimas Yukio an. Die aparte Frau mit den feuerroten Haaren und dem deutlichen Akzent ist von Anfang an die stärkste Präsenz des Films. Sie dreht den Spieß – oder bessser das messerscharfe Schwert – rum, stellt sich Logan als sein Bodyguard vor und bleibt ihm bis zum Schluss lediglich als Freundin und alte Kämpin verbunden – obwohl die Versuchung, eine Dreiecksromanze ins Drehbuch zu schreiben, sicherlich groß war. Auch der umgekehrte Weg wird nicht gegangen: Yukio ist durchaus kein asexuelles Wesen. Sie hat ihre eigenen Gründe, um Mariko zu kämpfen, weil sie so eine Art Adoptivschwester ist, und erlebt ihren eigenen Storyarc relativ unabhängig von dem behaarten Muskelpaket neben ihr. Es bleibt zu hoffen, dass man sowohl die Figur Yukio als auch die Schauspielerin Rila Fukushima in Zukunft noch öfter zu sehen bekommt, wobei für ersteres die Chancen wahrscheinlich eher schlecht stehen.

Im Zentrum von Wolverine steht immer noch ein Mann und bis wir den ersten Superheldinnen-Film bekommen, wird es wohl auch weiterhin dauern. Aber immerhin wirkt der melodramatisch angelegte und dann kaum ausgespielte zentrale Konflikt dieses Mannes fast schon ein bisschen blass gegen die Power, die all diese starken Frauen um ihn herum ausstrahlen. Und damit ist The Wolverine dann in der Summe doch deutlich besser als Origins. Ihr dürft die Heugabeln wieder wegpacken.


Wolverine – Weg des Kriegers ist am 25. Juli in den deutschen Kinos gestartet.

At the end of my podcast with Kirsten Dietrich about Harry Potter and the Half-Blood Prince, a topic of discussion came up that I would like to mull about a bit longer in this post. We talked about whether the Harry Potter movies, even if they are maybe not the best possible translation of the books into moving pictures (I still think that a TV series might have made for a better, if more expensive, adaptation), have become the definitive visual representation of the seven novels, not least because the author J. K. Rowling was very involved in the production and casting from the very beginning.

Translations from one medium into another usually involve several changes in the ur-text to fit and, indeed, adapt it to the new medium. In this way, they generally create a new universe related to but not congruent to the universe of the ur-text. In one of the videos on the Extended Edition of Peter Jackson’s Lord of the Rings, the screenwriters and some Tolkien experts broach this topic when they talk about adapting Tolkien’s novel. I think it is Brian Sibley who points out that, in the future, there will be two important Rings texts: Tolkien and Tolkien as interpreted by Jackson.1

In the case of Harry Potter, because the author was so heavily involved in the adaptation process, the two universes are almost alike. The films, although they differ from the books in some ways, have almost become part of the Harry Potter canon (and indeed are seen this way by the fans of the HP universe) and have succeeded in creating the definitive visual representations of characters and some events in the books because they have Rowling’s seal of approval. This has even been enforced legally, as Kirsten points out in the podcast. When Sabine Wilharm, the illustrator who created the covers for the Harry Potter books in Germany, created additional paintings that show other scenes from the books, Warner Bros. sued the commissioning publisher. The same brute force has been applied to creators of fan sites.

Ownership of and control over an intellectual property is the foundation of succesful franchising. While it does goes to silly extremes sometimes (as mentioned above), it’s a key ingredient to make the franchise work and fit together. For the process of adapting source material into film while controlling that source material at the same time (as Rowling did), this still seems to me to be a relatively new mainstream concept that I would trace back to the creation of Marvel Studios in 1996. I’ve read enough „development hell“ stories to believe that adaptations, for example of comics, used to be handled differently. The IP owner would sell their license and the studio would go and adapt it, sometimes screwing up, sometimes not, but always with very little input from the IP’s originators.

The early films produced with Marvel Studios in tow, such as Sam Raimis Spider-Man films and Bryan Singers X-Men films, already had a certain amount of faithfulness to the source material „in spirit“ that earlier incarnations had not achieved (or so, I gather, fans believe), similar to Jackson’s adaptation of Tolkien. By setting up the Marvel Cinematic Universe (MCU), however, the former comic book publisher has added another layer to the cake: harnessing the process of filmmaking, which involves hundreds of people in contrast to the few involved in creating a comic book, to produce a number of films that tie in to create one cinematic universe that, while not corresponding one-on-one to its source material, is canonic in its own right. In effect, they too are creating definitive cinematic versions of their comic book characters.

I have already expressed my admiration for the Avengers film, the first culmination of the MCU, in this blog one year ago and there is nothing more illuminating about the process than this quote by Marvel president Kevin Feige:

It’s never been done before and that’s kind of the spirit everybody’s taking it in. The other filmmakers aren’t used to getting actors from other movies that other filmmakers have cast, certain plot lines that are connected or certain locations that are connected but I think for the most part, in fact, entirely everyone was on board for it and thinks that its fun. Primarily because we’ve always remained consistent saying that the movie that we are making comes first. All of the connective tissue, all of that stuff is fun and is going to be very important if you want it to be. (Source)

The result might be thought of as a slap in the face to the individual artistic expression of any one director but it’s very effective. Marvel are applying to movies what has been general practice in TV series for ages, even more so since the advent of complicated series with multiple narrative strands such as The X-Files or Lost. They are continuing down this route, rebooting Spider-Man (as they already did with The Incredible Hulk) and, in effect, X-Men to integrate them into their grand scheme. And DC, with their umpteenth version of Superman (Man of Steel, directed by Zack Snyder) and, probably, Batman in the works, are hard on their heels.

The difference to a TV series, of course, is that there is no real linear plot to the MCU. While the films leading up to The Avengers share a certain timeline, each narrative strand also stands on its own with just a few nods to its sister narratives. If the actors are willing to participate, the films allow for endless tangents and intersections while they, at the same time, stay locked together in one unified and definitive worldtrack2 controlled by Marvel.3

This article only summarises some of the things I have been thinking about lately. I have probably forgotten important ideas and misinterpreted others. I would be very happy to discuss the thoughts sketched out above in more detail with readers of this article. Head to the comments!


1 Jackson very cleverly mediated between his version of Tolkien and the visual interpretations that had come before him by enlisting John Howe and Alan Lee as concept artists. In this way, there is no real „break“ between how many fans had always imagined Middle-Earth to look like, including cover illustrations etc. into their imaginations (as one does), and how it looked like in the film. ^
2 I have just finished reading Neal Stephenson’s novel „Anathem“ and borrowed this word from the book. ^
3 A multi-faceted adaptation of Stephen King’s „Dark Tower“ series with Ron Howard at the helm that, in its concept, shares some ideas with something like the MCU has, unfortunately, just been canned. ^

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